kyffhaeuser-nachrichten.de

Bahnunfallübung in Sondershausen

Freitag, 11. Juli 2014, 20:05 Uhr
Am späten Nachmittag startete in Sondershausen ein Übung der besonderen Art. Es ist die wohl größte Notfallübung des Kyffhäuserkreises, die zur Stunde noch andauert. Um was es geht, erfahren Sie hier....


Die Übung startete am späten Nachmittag am Hauptbahnhof von Sondershausen. Ermittelt werden soll, wie das Zusammenspiel der einzelnen Rettungskräfte im Kyffhäuserkreis funktioniert. Gefragt ist die Zusammenarbeit der Rettungsleitstelle mit Polizei, DRK, den Freiwilligen Feuerwehren und dem THW, sowie dem Katastrophenschutzzuges des Landkreises. Eine wichtige Rolle spielten auch die Mitarbeiter der Bahn AG

Bahnübung (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bahnübung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Ca. 150 Rettungskräfte sind zur Zeit am Hauptbahnhof im Einsatz. Das Szenario:
Durch eine nicht geschlossene Schranke gibt es einen Auffahrunfall des mit rund noch 40 km/h schnellen Zuges, der zwei auf einem Bahnübergang befindliche Fahrzeuge trifft. Auch wenn die Übung erst um 17:15 startete man hatte viele „Statisten“ mit Wunden zu versorgen, damit das Ganze für die Rettungskräfte echt aussieht, schließlich gab es bei dem gedachte Unfall fünf Tote.

Bahnübung (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bahnübung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und fast 40 Verletzte mussten im Zug und in den Autos zurecht gemacht werden. Viel zu tun, bereits im Vorfeld.

Dann wurde es zwischenzeitlich sogar ernst, denn ein Rettungswagen und ein Notarztwagen mussten wegen eines medizinischen Notfalls in der Stadt tatsächlich von der Übung abrücken.

Das es gar nicht so leicht ist, in den Zug zukommen zeigt das kurze Video.

Bahnübung

So eine Fensterscheibe schlägt sich nicht so schnell kaputt.

Aber auch auf andere Probleme gaben die offiziellen Beobachter acht. Wie erfolgt die Betreuung der Verletzten danach. Hier wurden extra Zelte aufgebaut, um die Betreuung zu sichern. Natürlich nahm auch Polizei bereits die Untersuchungen vor Ort vor, um die Unfallursache exakt zu ermitteln. Übrigens gibt es auch in der Lok so eine ähnliche „Blackbox“ wie bei Flugzeugen, welche alle Reaktionen des Lokführers aufzeichnet.

Neben THW und DRK waren gleich mehrere feuerwehre vor Ort, so aus Bebra und Sondershausen-Mitte natürlich, aber auch Wehren aus Thalebra, Hohenebra und Schernberg waren alarmiert worden.

Bahnübung (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bahnübung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Bergung des Lokführers bereitete den Rettungskräften viel Arbeit, denn man hatte festgestellt, auf Grund der Verletzungen muss er liegend transportiert werden. Durch die „normale“ Tür der Lok ging nichts. Die Kameraden des THW mussten ran, und in aller Eile ein Gerüst bauen.
Auch bei dem echten Bahnunfall bei Kleinfurra in den 90er Jahren hatte die Bergung des verletzten Lokführers Stunden gedauert, wie ein Bahnmitarbeiter im Gespräch erläuterte.

Aber auch das musste geübt werden:
Die Betreuung der nicht verletzten Passagiere des Zuges. Sehr realistisch wollten sie von den Rettungskräften wissen, wie kommen ich jetzt zu meinem Zug nach Hamburg. Ja, auch das muss von den Bahnmitarbeitern geübt werden.

Gut 300 Kräften waren bei dieser Notfallübung dabei. Neben örtlichen Kräften der Polizei war auch die Bundespolizei präsent, die sogar mit einem Hubschrauber anrückten.
Wie sich die Rettungskräfte schlugen wurden nicht nur von zahlreichen Bürgern verfolgt, sondern auch Landrätin Antje Hochwind, ihr erster Beigeordneter Holger Häßler und Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer beobachteten das Ganze genau wie die Verantwortlichen im Landratsamt Kreisbrandinspektor Peter Ortlepp und Heinz-Ludolf Klopsch von der Ordnungsverwaltung des Landratsamtes. Mit der Übung heute ist es nicht allein getan, so der Fachbereichsleiter Bau und Ordnung der Stadt Sondershausen Manfred Kucksch. Genauso wichtig wird die Auswertung sein, die bestimmt ein Woche mindestens dauern wird, denn es gilt Schwachstellen für den Ernstfall zu finden.z. Mehr von der Übung gibt es demnächst hier.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de