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Keine Chance für Fahrraddiebe

Freitag, 25. Juli 2014, 10:48 Uhr
Mit dem Rad sicher unterwegs sein bedeutet, einige Schutzmaßnahmen zu beachten und die Verkehrsregeln zu kennen. Der ADFC und die Thüringer Polizei wissen um die Vielzahl von Tipps und Regeln, die Rad- und Autofahrer gleichermaßen beachten bzw. kennen sollten...

Nicht immer erscheinen sie logisch und sind für Radler komfortabel. Da hilft nur fortwährende Aufklärung. Und gemeinsam geht das am besten. Deshalb arbeiten der ADFC und die Polizei in Thüringen zukünftig enger zusammen und unterstützen sich in der Informationsarbeit, decken Schwachstellen im Verkehrsalltag auf und frischen das Wissen der Verkehrsteilnehmer auf.

Erstes Schwerpunktthema ist der Schutz des Fahrrades vor Diebstahl. Fahrräder sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern mittlerweile auch Ausdruck einer (gesunden) Lebenseinstellung, manchmal sogar ein Statussymbol. Neue hochwertige Fahrräder haben mit dem klassischen „Drahtesel“ nicht mehr viel gemein. Neben den Sportfahrrädern, z. B. Rennräder und Mountainbikes, gibt es heutzutage auch unterschiedlichste Räder wie z. B. Cruiser, Reiseräder, Transporträder, Urbanbikes und Pedelecs.
Diese speziellen Räder sind auf die Bedürfnisse der Besitzer und dem Einsatzzweck abgestimmt und aufgrund einer vielfach guten technischen Ausstattung kostenintensiv.
Fahrräder für 2.000 bis 4.000 Euro sind mittlerweile keine Seltenheit, aber auch Räder bis zu 7.000 Euro werden in den Thüringer Fachgeschäften angeboten.

Keine Chance für Fahrraddiebe (Foto: ADFC) Keine Chance für Fahrraddiebe (Foto: ADFC)

Dementsprechend gilt es, diese Werte zu schützen. Dirk Sauter, Pressesprecher der LPD: „Das sorglose Abstellen von nicht oder nur notdürftig gesicherten Fahrrädern verwundert, weil es in keinem Verhältnis zum oft hohen Anschaffungspreis steht.“ Dieses manchmal gedankenlose Verhalten spiegelt sich auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik wieder: Bundesweit wurden 2013 über 310.000 Fahrräder gestohlen, in Thüringen im genannten Zeitraum 4.168 Fahrräder, die Aufklärungsquote lag bei 19,5 Prozent.

Der Ärger wird noch größer, wenn festgestellt wird, dass keine Versicherung den Schaden aufgrund des fahrlässigen Verhaltens bezahlen will bzw. das der Schaden in den bestehenden Versicherungen nicht abgedeckt ist.
Katrin Lux, Geschäftsführerin des ADFC Landesverband Thüringen: "Wer eine Hausratversicherung abgeschlossen hat, kann diese um einen Schutz für das Fahrrad erweitern. Und für Radfahrer, die nicht hausratversichert sind oder ein sehr teures Fahrrad (über 500,- €) versichern möchten, kommt der Abschluss einer speziellen Fahrradversicherung in Frage. Hier kann man, je nach Wert des Rades, zwischen Teil- oder Vollkaskoversicherung wählen.“

Folgende Tipps geben Polizei und ADFC Thüringen zum Schutz Ihres Eigentums:
  • Schließen Sie ihr Fahrrad nicht nur ab, sondern auch an, z. B. an Fahrradständern, Laternen, etc. Lediglich das Vorder- oder Hinterrad zu blockieren, reicht dabei nicht aus! Solch ein Rad lässt sich ohne Mühe wegtragen oder verladen.
  • Viele Fahrradschlösser lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln oder Werkzeugen wie Kombizange oder Seitenschneider „knacken”. Auch gute Schlösser bieten keinen hundertprozentige Sicherheit, aber Schlösser, die über drei Minuten einem Aufbruchversuch standhalten, können einen Diebstahl effizient verhindern.
  • Das Fahrradschloss sollte soweit wie möglich von der Straßenoberfläche entfernt angebracht werden, damit die Straße nicht als Gegenstück für Bolzenschneider verwendet werden kann.
  • Achten Sie darauf, dass die Schließung des Schlosses für den Dieb schwer zugänglich ist, idealerweise nach unten ausgerichtet.
  • Benutzen Sie hochwertige – in der Regel auch schwere - Schlösser. Bügelschlösser, geschmiedete Kettenschlösser. Faltschlösser bieten einen guten Schutz, sind aber etwas unhandlicher. Leider liegen für Fahrradschlösser noch immer keine verbindlichen Mindestanforderungen vor. Welche Schlösser wirklich ihren Zweck erfüllen, erfahren Sie deshalb am besten aus Tests, wie sie etwa in einschlägigen Fachzeitschriften oder von der Stiftung Warentest veröffentlicht werden.

  • Der ADFC hat sich dieses Themas ebenfalls angenommen und empfiehlt speziell zertifizierte Fahrradschlösser. Näheres dazu erfährt man im Internet unter den Seiten des
  • adfc. www.adfc.de

Verwenden Sie zwei Schlosssysteme, so lassen sich Rahmen, Vorder- und Hinterrad anschließen. Kombinieren Sie Schlosssysteme! Oft tragen Diebe nur das Werkzeug für einen bestimmten Schlosstyp mit sich.
Felgen mit hochwertigen Schaltungen, Sättel, Beleuchtungsanlagen usw. sind Ausstattungsteile oder nachrüstbares Zubehör, die teuer sind und dementsprechend öfters gestohlen werden. Durch sogenannte Schnellspanner wird es Dieben erleichtert, sekundenschnell Fahrradteile oder das Fahrrad, wenn es z. B. nur am Vorderrad gesichert war, zu entwenden. Hier hilft z. B. ein Pitlocksystem (Spezialmutter), einen Diebstahl zu verhindern bzw. zumindest zu erschweren. Ansonsten hilft auch ein zusätzliches Schloss für den Sattel, die Fahrradtaschen oder die Laufräder vor Diebstahl zu schützen.
Lassen Sie Ihr Rad vom Fachhandel individuell kennzeichnen. Am besten eignet sich dazu eine eingravierte Nummer, die nicht so leicht entfernt und notfalls auch mit Hilfe der Kriminaltechnik wieder sichtbar gemacht werden kann. Als Kennzeichnung empfehlen wir – auch zusätzlich zu einer vorhandenen Rahmennummer – die Fahrradcodierung. Die Fahrradcodierung (mit Unterscheidungszeichen des Zulassungsbezirkes, Gemeindeschlüssel, Straßenschlüssel, Hausnummer und Initialen) lässt sich anhand der amtlichen Schlüsselzahlen von Fundämtern und Polizeidienststellen leicht entschlüsseln. Selbst wenn das Fahrrad nicht in der Sachfahndung notiert ist, führt die Codierung zumindest zur Wohnanschrift des Eigentümers.


Abstellorte
  • Fahrräder sollten nachts nicht vor dem Wohnhaus, sondern im Haus bzw. Keller abgestellt werden. Auch Fahrräder, die in Fahrradschuppen oder Kellern abgestellt sind, sollten mit einem Fahrradschloss gesichert werden.
  • Wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind, suchen Sie nach Möglichkeit geeignete, nicht zu abgelegene, beleuchtete Abstellorte.
  • Verschließbare und zu mietende Fahrradboxen bieten eine gute Unterstellmöglichkeit z.B. für Pendler. Diese befinden sich oft in Bahnhofsnähe oder an Endstellen des ÖNV. Fahrradparkhäuser bieten die Möglichkeit, das Rad vor allem wetterfest abzustellen und an speziellen Anlagen zu sichern. Auch hier wird die Sicherung mit zwei Schlössern empfohlen.
Autor: red

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