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Einmaliges Konzept

Freitag, 08. August 2014, 11:05 Uhr
In Thüringen gibt es seit mehreren Jahren Initiativen gegen den drohenden Mangel bei Haus- und Fachärzten. Dazu gehören zum Beispiel die finanzielle Förderung von neuen Arztpraxen und Zweigpraxen und die Förderung der Weiterbildung von Haus- und Fachärzten. Diese Angebote reichen aber noch nicht aus, um die medizinische Versorgung
dauerhaft zu sichern...


Darüber hinaus verlassen immer noch zu viele junge Ärzte den Freistaat und zu wenige neue aus anderen Bundesländern kommen hinzu.

Um diese Situation zu ändern und eine zukunftsfähige medizinische Versorgung sicher zu gestalten, haben jetzt eine Krankenkasse, die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT), die Landesärztekammer Thüringen (LÄKT) und die Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen (LKGT) ein gemeinsames Konzept „Schlau für Thüringen“ zur Förderung der Weiterbildung von Ärzten im Freistaat vorgelegt.

Dieses bundesweit einmalige Konzept vereint und vernetzt erstmals in Deutschland Lösungsansätze der ambulanten und der stationären Versorgung. Damit dieses Konzept auf breite Füße gestellt und zügig umgesetzt werden kann, haben die Initiatoren jetzt in einem Brief an die Sozialministerin das Land Thüringen aufgefordert, ebenfalls Verantwortung zu übernehmen. Die vier Unterzeichner des Briefes, Dr. Annette Rommel (KVT), Dr. Gundula Werner (LKGT), Rainer Striebel (Krankenkasse), und Dr. Mathias Wesser (LÄKT) weisen im Brief darauf hin, dass nur gemeinsam der Schulterschluss zu einer dauerhaften und guten medizinischen Versorgung gelingen kann. Gleichzeitig sichern sie dem Land ihre Zusammenarbeit zu.

Die Initiatoren sind bereit, ihren finanziellen Beitrag zu leisten. Aus der gemeinsamen Verantwortung und vor dem Hintergrund des dringenden Handlungsbedarfs ist es jedoch unabdingbar, dass auch das Land Thüringen seinen Beitrag zur Umsetzung des Konzeptes und damit zur dauerhaften Sicherung der ärztlichen Versorgung leistet. Denn solch ein „dickes Brett“ kann nur gemeinsam gebohrt werden; über alle politischen und Standesgrenzen hinweg. Die Initiatoren bieten dazu ihre Unterstützung und Zusammenarbeit zur Gestaltung einer zukunftssicheren ärztlichen Versorgung in Thüringen an.

Fakten zum Konzept

Ziel ist es, zusätzliche Ärzte in besonders dringend benötigten
Facharztgruppen für Thüringen auszubilden. Dafür sollen zusätzliche Stellen für angehende Fachärzte eingerichtet werden, um den wachsenden Bedarf in Thüringen frühzeitig durch eigene Ausbildung und damit Bindung an Thüringen zu decken. Ein solches Engagement ist insbesondere vor folgendem demografischen Hintergrund sinnvoll, dass ca. 25 Prozent der niedergelassenen Thüringer Augenärzte und 26 Prozent der vertragsärztlich tätigen Kinderärzte 60 Jahre und älter sind.

Hier ist in den letzten Jahren also dringender Handlungsbedarf entstanden. Von den Initiatoren wird ein bundesweit einmaliges Programm zur Ausbildung zusätzlicher Ärzte für Thüringen vorgeschlagen. Dieses soll für angehende Fachärzte
  • an den Thüringer Kliniken zusätzliche Weiterbildungsstellen einrichten,
  • bereits während ihrer fachärztlichen Weiterbildung eine umfassende praktische Tätigkeit in Arztpraxen vor Ort ermöglichen,
  • die Weiterbildungsabläufe optimal koordinieren,
  • Weiterbildungsverbünde zur persönlichen Betreuung anbieten und
  • durch das „Thüringen-Stipendium“ einen zusätzlichen finanziellen Anreiz anbieten, sich frühzeitig für eine Tätigkeit in Thüringen zu entscheiden.
Dadurch sollen die angehenden Ärzte langfristig für die ambulante Versorgung in Thüringen begeistert werden, denn sie bietet anspruchsvolle Aufgaben, dankbare Patienten und sehr gute Verdienstmöglichkeiten. Die Rahmenbedingungen stimmen.

Die Initiatoren sind überzeugt, dass der Vorschlag ein weiterer strategischer Meilenstein zur Sicherung der ärztlichen Versorgung in Thüringen sein kann. Mit den bereits bestehenden Initiativen und der seit 5 Jahren erfolgreichen Stiftung „Ambulante Versorgung in Thüringen“ hat Thüringen das Know-how für die operative Umsetzung des neuen Konzeptes.
Autor: red

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