Getrübtes Wetter, getrübte Stimmung
Donnerstag, 04. September 2014, 12:37 Uhr
Das schlechte Sommerwetter der letzten Wochen hinterlässt Spuren in den Bilanzen der Gastronomie. Besonders die Biergartensaison kam in diesen Tagen kaum in Gang. Jetzt setzen die Betreiber große Erwartungen in einen schönen Spätsommer und Herbst...
Nachdem der WM-Monat Juni für die Branche noch gut lief, war die Umsatzentwicklung im Juli bereits rückläufig. Der August ist dann in weiten Teilen der Gastronomie sprichwörtlich ins Wasser gefallen, berichtet Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Dabei wären die Erwartungen an den Sommer hoch gewesen.
Nach den Ergebnissen der letzten Konjunkturumfrage hätte jeder vierte Gaststättenbetreiber eine Verbesserung der Geschäftslage in der schönen Jahreszeit erwartet. Die Fußballweltmeisterschaft in Kombination mit sommerlichen Temperaturen – das sind eigentlich Garanten für eine erfolgreiche Außengastronomie, so Grusser.
Naturgemäß würden die Umsätze insbesondere von der Stimmung der Gäste stark beeinflusst. Ist das Wetter schlecht, leidet die Außengastronomie, dies ist umso ärgerlicher, da die Restaurantbesitzer für die Nutzung der Freiflächen auch bei schlechtem Wetter zahlen müssen, gibt Grusser zu bedenken. Die Wirte und Biergartenbetreiber setzten nunmehr all ihre Hoffnung auf einen goldenen Herbst.
Die ersten fünf Monate dieses Jahres hatten die Hoffnung auf eine gute Geschäftsentwicklung genährt. Von Januar bis Mai stiegen die Umsätze in der Gastronomie um vier Prozent. In den Vorjahren belasteten Rückgänge
die Branche. Vor allem Betriebe, die nur Getränke anbieten, also typische Kneipen, litten unter der Entwicklung. Deren Anzahl in Mittel- und Westthüringen ist in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent zurückgegangen.
Es wird gegenwärtig kaum Geld verdient, fasst Grusser zusammen. Die Gründe dafür wären vielfältig. Trotz der niedrigen Arbeitslosenquote liege die Kaufkraft der Bürger noch immer zwischen 20 und 25 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. Allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden. Während Städte wie Erfurt, Weimar und Jena eine verhältnismäßig hohe Kaufkraftdichte aufweisen, liegt diese insbesondere in einigen Nordthüringer Landkreisen teilweise noch fast 30 Prozent unter dem bundesdeutschen Referenzwert, macht der IHK-Chef deutlich.
Dementsprechend präsentiere sich auch das Stimmungsbild in der Gastronomie: so erhöhe sich in den Städten die Vielfalt der gastronomischen Szene, wogegen das Kneipensterben in den Dörfern weiter anhalte.
Autor: redNachdem der WM-Monat Juni für die Branche noch gut lief, war die Umsatzentwicklung im Juli bereits rückläufig. Der August ist dann in weiten Teilen der Gastronomie sprichwörtlich ins Wasser gefallen, berichtet Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Dabei wären die Erwartungen an den Sommer hoch gewesen.
Nach den Ergebnissen der letzten Konjunkturumfrage hätte jeder vierte Gaststättenbetreiber eine Verbesserung der Geschäftslage in der schönen Jahreszeit erwartet. Die Fußballweltmeisterschaft in Kombination mit sommerlichen Temperaturen – das sind eigentlich Garanten für eine erfolgreiche Außengastronomie, so Grusser.
Naturgemäß würden die Umsätze insbesondere von der Stimmung der Gäste stark beeinflusst. Ist das Wetter schlecht, leidet die Außengastronomie, dies ist umso ärgerlicher, da die Restaurantbesitzer für die Nutzung der Freiflächen auch bei schlechtem Wetter zahlen müssen, gibt Grusser zu bedenken. Die Wirte und Biergartenbetreiber setzten nunmehr all ihre Hoffnung auf einen goldenen Herbst.
Die ersten fünf Monate dieses Jahres hatten die Hoffnung auf eine gute Geschäftsentwicklung genährt. Von Januar bis Mai stiegen die Umsätze in der Gastronomie um vier Prozent. In den Vorjahren belasteten Rückgänge
die Branche. Vor allem Betriebe, die nur Getränke anbieten, also typische Kneipen, litten unter der Entwicklung. Deren Anzahl in Mittel- und Westthüringen ist in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent zurückgegangen.
Es wird gegenwärtig kaum Geld verdient, fasst Grusser zusammen. Die Gründe dafür wären vielfältig. Trotz der niedrigen Arbeitslosenquote liege die Kaufkraft der Bürger noch immer zwischen 20 und 25 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. Allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden. Während Städte wie Erfurt, Weimar und Jena eine verhältnismäßig hohe Kaufkraftdichte aufweisen, liegt diese insbesondere in einigen Nordthüringer Landkreisen teilweise noch fast 30 Prozent unter dem bundesdeutschen Referenzwert, macht der IHK-Chef deutlich.
Dementsprechend präsentiere sich auch das Stimmungsbild in der Gastronomie: so erhöhe sich in den Städten die Vielfalt der gastronomischen Szene, wogegen das Kneipensterben in den Dörfern weiter anhalte.
