Wir sind dann mal weg, oder?
Dienstag, 09. September 2014, 18:46 Uhr
Zu einem Spätsommerfest hatte die FDP des Nordthüringer Reviers heute ins Nordhäuser Gehege eingeladen. Gast des Events war der Vorsitzende der Liberale in dieser Republik, Christian Lindner...
Dessen Ansprache – als Festrede tituliert - wurde mit Spannung erwartet. Glaubt man der PR-Kampagne und den aktuellen Umfragewerten scheint es nur noch um die Art des Abgangs von der politischen Bühne des Freistaates zu gehen.
Weil sich der Herr Lindner rund eine Stunde verspätete, eröffnete FDP-Kreischef Claus-Peter Roßberg das Treffen und begrüßte zahlreiche Gäste. Danach zeigte sich Roßberg erschüttert ob der Wahlbeteiligung in Sachsen mit unter 50 Prozent.
Ein weiteres Thema war der Ausfall von Unterrichtsstunden an Thüringer Schulen, da wurden die Worte weitergegeben an die beiden Direktkandidaten – zuerst an Manuel Thume, der ausrief: Wir sind keine Partei der Lethargie! Aber: Es sind keine guten Zeiten für uns! Und eigentlich ist ja die FDP nicht weg, sondern gekommen um zu bleiben.
Nun war Franka Hitzing an der Reihe, die den inzwischen angekommenen Lindner begrüßte und da Thume schon soviel gesagt habe, könne sie sich kurz halten. Auch bei Hitzing, der Lehrerin, stand das Thüringer Bildungsdilemma im Mittelpunkt. Mehr nicht – ach ja: Wir wollen bleiben.
Dann Christian Lindner. Für den habe sich die Anreise aus dem Rheinland schon wegen der originalen Thüringen Bratwürste gelohnt. Außenpolitisch kritisierte Lindner die derzeitige Außenpolitik gegenüber Russlands im Bezug auf den Konflikt in der Ukraine. Kriegsreden á la von der Leyen seien hier ebenso hilflos wie die Ausladung Russlands aus der G8-Gemeinschaft.
In Berlin sehe er eine Banalisierung der Politik, die momentan von der Maut-Diskussion beherrscht wird und eigentlich müsste bei diesem niedrigen Zinsniveau der Bürger entlastet werden. Und anstatt 1.600 Zollbeamte einzustellen, die den Mindestlohn überwachen sollen, hätten die lieber beim BKA platziert werden sollen, damit man der organisierten Einbruchskriminalität begegnen könne. Als ob Zöllner bei BKA arbeiten können? Genug der Floskeln, denn letztlich kam auch der bundesdeutsche Oberliberale bei der Bildung an: Noten abschaffen, keine Sitzenbleiber, das sei nicht das, was sich Liberale unter Bildungspolitik vorstellen.
All das sollen Teile einer FDP sein, wie Lindner sie sich vorstellt. Freiheitlich und liberal. Er will eine freiheitliche Partei und kein Gemenge aus sozialdemokratischem Mainstream und Protest. Die FDP will gestalten, der Wähler wird es entschieden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redDessen Ansprache – als Festrede tituliert - wurde mit Spannung erwartet. Glaubt man der PR-Kampagne und den aktuellen Umfragewerten scheint es nur noch um die Art des Abgangs von der politischen Bühne des Freistaates zu gehen.
Weil sich der Herr Lindner rund eine Stunde verspätete, eröffnete FDP-Kreischef Claus-Peter Roßberg das Treffen und begrüßte zahlreiche Gäste. Danach zeigte sich Roßberg erschüttert ob der Wahlbeteiligung in Sachsen mit unter 50 Prozent.
Ein weiteres Thema war der Ausfall von Unterrichtsstunden an Thüringer Schulen, da wurden die Worte weitergegeben an die beiden Direktkandidaten – zuerst an Manuel Thume, der ausrief: Wir sind keine Partei der Lethargie! Aber: Es sind keine guten Zeiten für uns! Und eigentlich ist ja die FDP nicht weg, sondern gekommen um zu bleiben.
Nun war Franka Hitzing an der Reihe, die den inzwischen angekommenen Lindner begrüßte und da Thume schon soviel gesagt habe, könne sie sich kurz halten. Auch bei Hitzing, der Lehrerin, stand das Thüringer Bildungsdilemma im Mittelpunkt. Mehr nicht – ach ja: Wir wollen bleiben.
Dann Christian Lindner. Für den habe sich die Anreise aus dem Rheinland schon wegen der originalen Thüringen Bratwürste gelohnt. Außenpolitisch kritisierte Lindner die derzeitige Außenpolitik gegenüber Russlands im Bezug auf den Konflikt in der Ukraine. Kriegsreden á la von der Leyen seien hier ebenso hilflos wie die Ausladung Russlands aus der G8-Gemeinschaft.
In Berlin sehe er eine Banalisierung der Politik, die momentan von der Maut-Diskussion beherrscht wird und eigentlich müsste bei diesem niedrigen Zinsniveau der Bürger entlastet werden. Und anstatt 1.600 Zollbeamte einzustellen, die den Mindestlohn überwachen sollen, hätten die lieber beim BKA platziert werden sollen, damit man der organisierten Einbruchskriminalität begegnen könne. Als ob Zöllner bei BKA arbeiten können? Genug der Floskeln, denn letztlich kam auch der bundesdeutsche Oberliberale bei der Bildung an: Noten abschaffen, keine Sitzenbleiber, das sei nicht das, was sich Liberale unter Bildungspolitik vorstellen.
All das sollen Teile einer FDP sein, wie Lindner sie sich vorstellt. Freiheitlich und liberal. Er will eine freiheitliche Partei und kein Gemenge aus sozialdemokratischem Mainstream und Protest. Die FDP will gestalten, der Wähler wird es entschieden.
Peter-Stefan Greiner













