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Rückschau auf 8. Jugendkunstbiennale

Dienstag, 16. September 2014, 13:38 Uhr
Auf die Eröffnung der 8. Jugendkunstbiennale des Städtenetzes SEHN am vergangenen Donnerstag (11.9., 18:00 Uhr) in der Sondershäuser Crucis-Kirche macht Fred Böhme aus Sicht der Teilnehmer des Panorama-Kinderkurses folgenden Rückblick...


Am vergangenen Donnerstagabend (11.9., 18:00 Uhr) wurde in der Sondershäuser Cruciskirche im Beisein von viel Politprominenz und vor allem der jugendlichen Teilnehmer und ihrer Angehörigen mit der Bekanntgabe der Preisträger die Ausstellung zur 8. Jugendkunstbiennale des Nordthüringer Städtenetzes SEHN eröffnet. Zirka hundert Werke werden dort einer interessierten Öffentlichkeit bis zum 26. Oktober gezeigt (Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 10:00 – 12:00 & 13:00 – 17:00 Uhr; Sa 10:00 – 14:00 Uhr).


Natürlich ist das wieder ein sehr buntes Nebeneinander unterschiedlichster Handschriften, was dem Inneren des Ausstellungsortes sehr gut bekommt, denn die Cruciskirche, diese einstige Ruine und künftige Bürgerhaus der Stadt Sondershausen, ist noch im Rohbau und wirkt wie ein hoffnungsvolles Versprechen auf seine künftigen Nutzer, also ein nüchternes Ambiente, das erst recht die Farbenpracht der ausgestellten Werke zum Leuchten bringt. Umso mehr versteht man die Freude, die der Hausherr und Vereinsvorsitzende des Fördervereins Cruciskirche Sondershausen e.V. Wolfgang Wytrieckus in seinem Grußwort zur Ausstellungseröffnung zum Ausdruck brachte. Diese Schau, die an diesem Abend Jung und Alt hier zusammenführte, ließ etwas vom Geist spürbar werden, der künftig in diesem alten, neuen Gemäuer hausen solle.

Rückschau auf 8. Jugendkunstbiennale (Foto: Fred Böhme) Rückschau auf 8. Jugendkunstbiennale (Foto: Fred Böhme)

Auch der Kinderkurs des Panorama Museums war wieder bei diesem Wettbewerb stark vertreten gewesen und so sind eine Reihe seiner Teilnehmer nun auch Aussteller, einige sogar Preisträger geworden. Natürlich waren es vor allem wieder die jüngeren seiner Teilnehmer, die überraschend gut abschnitten.

So konnte sich die stille Anna, die mit unbestechlichem Blick und großer Ruhe, mit Feder und Tusche „Noé – Amys Schwester“ porträtierte und das ohne jegliche Vorarbeit, über den Hauptpreis bei der Gruppe der Jüngsten freuen. Ihr beim Zeichnen zuzuschauen, macht wirklich Spaß, denn Anna beginnt ihre Porträtierten von den Füßen, also von deren Schuhen her zu zeichnen und arbeitet sich die Figur hinauf. Klara, ein lebhaftes Temperament, zeichnet da ganz anders, ruhelos, mitunter geradezu wild fabulierte sie sich durch die Wildnis ihres Dschungelbildes, in dem sie selbst als Forscherin mit der Machete in der Hand auftaucht.

Die Jury verlieh ihr für diese ungebremste kindliche Fabulierlust den 3. Preis bei den Kleinsten. Aber auch Elisa, etwas älter als die beiden vorherigen, überraschte mit einer ungewöhnlichen Collage, bei der sie großen Farbspürsinn und kompositorisches Geschick bewies. Aus mit Ölfarben eingewalztem, gerissenem Zeitungspapier klebte sie eine mediterran anmutende Landschaft zusammen, die sie folglich auch „Italienische Landschaft“ nannte.

Rückschau auf 8. Jugendkunstbiennale (Foto: Fred Böhme) Rückschau auf 8. Jugendkunstbiennale (Foto: Fred Böhme)

In der Rubrik mit den Collagen, Skulpturen, Objekten und auf Video festgehaltener Aktionskunst wurde ihr ein dritter Preis zugesprochen. Andere Teilnehmer erhielten Sonderpreise zum Besuch des Schlossmuseums in Sondershausen oder des Nordhäuser Theaters oder konnten sich über kleinere Sachpreise freuen. Für die Kinder, deren Arbeiten in dieser Ausstellung vertreten sind, erst recht die, die am vergangenen Donnerstag mit Preisen bedacht wurden, ist das ein ungeheurer Ansporn weiter zu machen. Aber die Ausstellung hat weitaus mehr Überraschungen zu bieten, haben sich doch Kinder aus ganz Nordthüringen daran beteiligt.

Rückschau auf 8. Jugendkunstbiennale (Foto: Fred Böhme) Rückschau auf 8. Jugendkunstbiennale (Foto: Fred Böhme)

Auffällig war aber auch bei dieser nun 8. Jugendkunstbiennale, dass vor allem aus dem Umfeld von Förderangeboten für Kinder und Jugendliche auf bildnerischem Gebiet, besonders starke Beteiligungen feststellbar waren und überaus interessante Beiträge eingereicht wurden. Das bestätigt wiederum, wie wichtig die gezielte Förderung auch auf bildnerischem Gebiet ist, die letztlich die allgemeine Kreativität und auch die kognitiven Fähigkeiten der Kinder entwickeln hilft.

Allerdings, das sei hier noch angemerkt, ist der Panorama-Kinderkurs mit seinen derzeit 17 eingetragenen Kindern völlig ausgebucht und weitere Interessenten können momentan nicht mehr aufgenommen werden.
Fred Böhme
Fotos: „Preisverleihung“; „In der Ausstellung“ & „In der Ausstellung 2“; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Autor: khh

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