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Ab in die Insolvenz?

Mittwoch, 17. September 2014, 11:18 Uhr
Die Thüringer Amtsgerichte entschieden im ersten Halbjahr 2014 über 1 560 Insolvenzverfahren. Da-von entfielen 14,6 Prozent auf Unternehmen und 85,4 Prozent auf übrige Schuldner. Einzelheiten, Zahlen und Daten wir immer in Ihren Nordthüringer Online-Zeitungen...

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)
Damit verringerte sich nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 37 Anträge bzw. 2,3 Prozent.

1 428 Verfahren bzw. 91,5 Prozent aller Insolvenzanträge wurden eröffnet. 124 Verfahren bzw. 7,9 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen und acht Verfahren endeten mit der Annahme eines Planes zur Bereinigung der Schulden.

Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 228 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 146 Tausend Euro aus. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ging in den ersten sechs Monaten 2014 gegenüber 2013 um 3 Verfahren bzw. 1,3 Prozent auf 227 Unternehmen zurück. Diese insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 957 Arbeitnehmer.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit 43 Verfahren im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 42 Verfahren. Während die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe auf Vorjahresniveau lag, ging sie im Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um sechs zurück. Mit 37 insolventen Unternehmen gab es im Verarbeitenden Gewerbe 13 Insolvenzen mehr als im Vorjahreszeitraum.

In den Dienstleistungsbereichen verlief die Entwicklung des Insolvenzgeschehens dabei sehr unterschiedlich. Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (121) sowie Einzelunternehmen, Freie Berufe und Kleingewerbe (75) Insolvenz anmelden. Bei den übrigen Schuldnern wurden in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 1 333 Verfahren gezählt, 34 Verfahren bzw. 2,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Von 965 privaten Verbrauchern wurde von Januar bis Juni 2014 das Insolvenzrecht in Anspruch ge-nommen. Das waren 58 Verfahren bzw. 5,7 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2013.

Weitere 338 Verfahren (Januar bis Juni 2013: 317 Verfahren) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten. Regional betrachtet wurde in den kreisfreien Städten des Freistaates öfter der Gang zum Insolvenzgericht angetreten (82 Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner) als in den Landkreisen (69 Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner).

Die meisten Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner wurden im Landkreis Sonneberg (111), in der Stadt Erfurt (105) und in der Stadt Suhl (100) registriert. Die wenigsten Fälle wurden in der Stadt Jena (41), im Landkreis Schmalkalden-Meiningen (52) und im Wartburgkreis (53) festgestellt.
Autor: red

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