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Festival Alter Musik in Thüringen

Mittwoch, 17. September 2014, 22:59 Uhr
GüLDENER HERBST 2014 findet vom 26. September bis 12. Oktober mit Konzerten und musikalischen Gottesdiensten in vielen Städten Thüringens statt, so auch in Sondershausen. Hier kn mit den Einzelheiten...

Veranstalter ist der Academia Musicalis Thuringiae e. V. Weimar

Am Sonntag, den 28. September um 9.30 Uhr findet in Sondershausen in der St. Trinitatis-Kirche ein musikalischer Gottesdienst statt.
Es spielen Katrin Deichstetter (Violine), Matthias Weicker (Cello) und Andreas Fauss (Hey-Orgel) Werke von Philipp Heinrich Erlebach.

Am Freitag, den 3. Oktober um 16.00 Uhr findet in Sondershausen im Schloss (Blauer Saal) ein Familien- und Jugendkonzert »Die Bremer Stadtmusikanten« statt. Mittelalter trifft Jazz mit
Jörgen Welander – Tuba
Mike Schweizer – Sopransaxophon/Bassklarinette
Les haulz et les bas
Gesine Bänfer – Schalmei/Whistle/Sopransaxophon
Ian Harrison – Schalmei/Zink
Petra Gack – Sprecherin

Das Festival Alter Musik in Thüringen - GÜLDENER HERBST 2014 (26.9. bis 12.10.) bringt die reiche Musikgeschichte des Landes wieder und unerhört und vielfarbig zum Klingen, eröffnet Entdeckungen und Genüsse für Kenner und Neugierige. Unter dem Motto „Norddeutsche Impulse“ widmet sich das Festival 2014 vor allem Philipp Heinrich Erlebach (1657 Esens/Ostfriesland - 1714 Rudolstadt/Thüringen) zum 300. Todestag und Carl Philipp Emanuel Bach (1714 Weimar - 1788 Hamburg) zum 300. Geburtstag.

Beide Komponisten sind biografisch eng mit Thüringen verbunden: Erlebach kam aus dem Norden nach Thüringen, Bach ging von hier in den Norden – ein runder Anlass für neuzeitliche Erstaufführungen bislang noch nicht edierter Erlebach-Kompositionen und für eine Beleuchtung der Impulse des „Nordens“ in Thüringen mit Musik aus der Zeit der Kinderstube Erlebachs, mit wechselseitigen Beeinflussungen norddeutscher und italienischer Traditionen, mit Musik aus der Hanseregion Riga, mit einer musikalischen Erkundung der Patenschaft Georg Philipp Telemanns für Carl Philipp Emanuel Bach u. v. m.

Auf dem Programm stehen neun Konzerte und elf Musikalische Gottesdienste, vier lokalspezifischen Führungen und Vorträge sowie ein Internationales musikwissenschaftliches Symposium, das allen Musikbegeisterten offensteht. Die Austragungsorte sind: Auerstedt, Bad Liebenstein, Benshausen bei Meiningen, Dornburg, Eisfeld, Erfurt, Gotha, Jena, Kospoda, Martinroda bei Ilmenau, Rudolstadt, Sondershausen, Suhl, Waltershausen, Wandersleben und Weimar. Es gastieren herausragende Interpreten aus dem In- und Ausland.

Zum Auftakt des Festivals in der Jakobskirche Weimar (26.9.) sowie als Wiederholung in der Michealiskirche Erfurt (27.9.) begrüßen wir mit WESER RENAISSANCE BREMEN unter der Leitung von Manfred Cordes. Das Programm entführt in die stilistische Vielfalt der norddeutschen Musik, wie Erlebach sie in seiner Heimat erlebt hat oder erlebt haben könnte. Neben den im 17. Jahrhundert führenden Komponisten des Hamburger Musiklebens wie dem gebürtigen Thüringer Matthias Weckmann (1616–1674), dem Kapellmeister der Hamburger Ratskapelle Dietrich Becker (1623–1679) sowie Christoph Bernhard (1628–1692), dem Meisterschüler von Heinrich Schütz, werden weitere wichtige Komponistenpersönlichkeiten vorgestellt, die die norddeutsche Musikkultur maßgeblich prägten, so u. a. Augustin Pfleger (1635–1686) und der in Lüneburg wirkende Christian Flor (1626–1697). ein international renommiertes Ensemble für die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Das Ensemble widmet sich unermüdlicher Neugier vor allem der Zeit zwischen Josquin Desprez und Dietrich Buxtehude. International gefragte Gesangssolisten und hochspezialisierte Instrumentalisten für die Originalinstrumente der jeweiligen Epoche musizieren zusammen in plastischer Lebendigkeit.


Carl Philipp Emanuel Bach, sein Patenonkel Georg Philipp Telemann und ihre musikalische Beziehung stehen im Mittelpunkt, wenn in der St. Petri-Kirche Wandersleben die Hamburger Ratsmusik unter Leitung der Gambistin Simone Eckert aufspielt (28.9.) Der zweitälteste Sohn Johann Sebastian Bachs, hoch geschätzter Komponist und einer der berühmtesten Clavieristen Europas quittierte seinen dreißig Jahre währenden Dienst als Cembalist am Preußischen Hof, um 1768 die Stelle des Kapellmeisters seines verstorbenen Patenonkels, in Hamburg anzunehmen. Eine Gelegenheit, den Unruhen des Siebenjährigen Kriegs zu entgehen, viel mehr jedoch lockte ihn vermutlich der Status des freien bürgerlichen Künstlers ins Hamburger Amt.

Dort war er als städtischer Musikdirektor der fünf Hanseatischen Hauptkirchen für etwa zweihundert Konzerte jährlich kompositorisch verantwortlich. Der jeweiligen Hamburger Amtszeit Telemanns und Bachs entstammen auch die fünf Sonaten des Konzertprogramms, die in Rückbesinnung an Bachs Berliner Zeit eine Suite des mit ihm in der Kronprinzlichen Hofkapelle in Rheinsberg musizierenden Theorbisten Ernst Gottlieb Baron (1696–1760) einrahmen. Telemann und Bach wirkten beide in der „Hamburger Ratsmusik“, einem vom Stadtrat u. a. für die musikalische Untermalung von Staatsangelegenheiten angestellten Eliteensemble.

Seit 1991 knüpft das gleichnamige Ensemble hier an. Der einmalige Reiz des Ensembles entspringt seiner enthusiastischen Interpretation der nuancenreichen, so „beredten“ Musik seiner Vorgänger: ein kreativer Dialog zwischen Tradition und Gegenwart. Zuvor referiert Rainer Bayreuther in der Menantes-Literaturgedenkstätte zum Thema „Zwischen Hof und Stadt“ über das Verhältnis von Kunst und Politik zwischen 1700 und 1750 am Beispiel von Christian Friedrich Hunold (Menantes) und Carl Philipp Emanuel Bach. Zwischen Vortrag und Konzert gibt es im Pfarrhof Kaffee und Kuchen.
Autor: khh

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