Rund um den Kyffhäuser
Donnerstag, 02. Oktober 2014, 17:10 Uhr
Der Kyffhäuser, genauer gesagt das Kyffhäuserdenkmal stand bei der gestrigen Kreistagssitzung gleich mehrmals im Visier der Redner und der Abstimmungen...
Zuerst ging Landrätin Antje Hochwind (SPD) in ihrer Verwaltungsrede auf das Denkmal und sein Umfeld ein. Das Kyffhäuserdenkmal verzeichnet nach den sanierungsbedingten Rückgängen und dem Insolvenzverfahren des TVK wieder mehr Besucher, stellte sie fest.
Seit dem Betreiberwechsel im April pilgerten 93 500 Menschen zum Reiterstandbild zum Kaiser Wilhelm I. und dem in Stein gehauenen Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Kyffhäusergebirge. Das sei ein Drittel mehr als im Vorjahr, teilte die Kur- und
Tourismusgesellschaft Bad Frankenhausen als neuer Betreiber mit.
Diesem ersten Schritt müssen nunmehr weitere folgen, so Hochwind. Wichtigstes Anliegen sei es dabei, die touristische Infrastruktur insgesamt zu verbessern. Eine Fördervoranfrage zu den Sanierungen der vorderen Parkplätze inkl. Toilettenanlagen ist fristgerecht Ende August im TMWAT eingereicht worden.
Gemeinsam mit der Gemeinde Kyffhäuser-Land soll in den nächsten zwei Haushaltsjahren versucht werden sicherzustellen, dass die komplette Zuwegung zum Kyffhäuserdenkmal einer Sanierung zugeführt wird.
Fast zum Ende der Kreistagssitzung war dann die Abstimmung, Darf denn Planungsphase 4 anlaufen. Über das klare Abstimmungsergebnis hatte kn ja bereits berichtet. In den Fraktionen war man einheitlich der Meinung, es ist richtig erst mal die 80.000 Euro für eine exakte Planung auszugeben, um zu wissen, was wird so ein Geolift kosten und welche Variante wird gebaut.
Hochwind hatte angedeutet das westlich vom Denkmal der wohl gläserne Lift entstehen wird und dann 50 Meter weiter tiefer in einem 75 Meter langen Stollen endet, der dann unterhalb des Kyffhäuserdenkmals in Richtung Parkplatz reicht. Erste grobe Schätzungen gehen von einem Finanzbedarf von 3 Millionen Euro aus.
Als erste Diskussionsredner wollte Rainer Scheerschmidt das Projekt mit einem Gegenantrag ausbremsen. Seine Argumente, die Bürger seien gegen das Projekt und die Schulsanierung sei wichtiger. Aber außer seiner Stimme folgte ihm keiner.
Dann unterstützte Jens Krautwurst im Namen der CDU-Fraktion den Beschlussantrag. Auch wenn es noch nicht direkt um den Bau ginnge, sehen wir in der heutigen Abstimmung einen Grundsatzentscheid. Auch wenn es Chancen und auch Risiken gebe, sei man für die Umsetzung der Idee, die vor vielen Jahren bereits in der Wachstumsinitiative Kyffhäuser geboren wurde. Krautwurst prach sich klar für einen attraktiveren Kyffhäuser aus. Klar seine Befürchtung, die Fördermittel werden nicht ewig für dieses Projekt bereit liegen.
Für die CDU Fraktionen waren zwei Dinge entscheidend:
- Die 10 Prozent Eigenanteil sind vom Betreiber (Kurgesellschaft Bad Frankenhausen) aufzubringen.
- Die Bewirtschaftungskosten des Geolifts (Strom usw.) werden vom Betreiber aufgebracht und nicht vom Landkreis. Mit dem am Montag vorgelegten neuen Betreibervertrag sei das geschehen.
Mit diesen Aussagen, kommen keine zusätzlichen Kosten auf den Landkreis zu. Krautwurst mahnte aber auch an, dass es andere Zuwegungen außer dem Lift für die Besucher geben müsse. Der Bürger soll entscheiden, ob er Lift, Droschke, Esel oder Tschschu-Bahn möchte. Von einer besseren Infrastruktur am Kyffhäuser (Parkplätze, Toiletten) und dem attraktiven Geolift werden alle profitieren, auch der Tourismus im Kreis.
Als weiterer Redner unterstrich Matthias Strejc im Namen der SPD/Grüne-Fraktion die Notwendigkeit der Steigerung der Attraktivität. Die rund drei Millionen Euro werden den Haushalt des Landkreises nicht belasten, so Strejc und bekräftigte die Übernahme der Kosten durch die Kurgesellschaft. Wir sind nationaler Geopark mit dem Kyffhäuser und da sei es auch wichtig mit attraktiven Angeboten für die Bürger aufzuwarten.
Klar auch die Ansage zur Attraktivität. Kommen mehr als 130.000 zahlende Besucher an den Kyffhäuser, so fließen für den darüber liegenden Einnahmen ein Teil auch vereinbarungsgemäß an den Landkreis.
Strejc bekräftigte, sollte der Geolift doch nach Planungsphase 4 nicht gebaut werden, wird die Kurgesellschaft die 80.000 Euro Planungskosten übernehmen.
Für Torsten Blümel der als Fraktionsvorsitzender der Linken das Projekt unterstützte blieb nach den Vorrednern nicht mehr viel übrig, neue Argumente für den Bau beizutragen. Auch er bekräftigte, wir wollen die Attraktivität am Kyffhäuser erhöhen und mit Blick auf die Gegenstimmen, auch von Bürgern, sagte er, Projekte dieser Größe würden immer kritische Gegenstimmen einbringen.
Der erste Beigeordnete Holger Häßler (pl) rundete das Ganze mit weiteren Aussagen ab. Gespräche mit LEG und Innenministerium bestätigten, dass Drittanbieter (in dem Fall die Kurgesellschaft) die Mittel für den Landkreis übernehmen dürfen, damit die 90 Prozent Fördermittel unschädlich fließen können.
Nach dem auch geklärt war, dass der Geolift wirklich nur 140 Sekunden für die 50 Meter Fahrt brauchen wird (Mediendiskussion 15 Minuten) konnte die Abstimmung beginnen, die nur eine Gegenstimme einbrachte. Jetzt kann erst mal die Planungsphase fortgesetzt werden. Und wie sich die voraussichtliche Erhöhung der Eintrittspreise (1,50 Euro ab 2015) auf die Besucherzahlen auswirken wird, bleibt abzuwarten.
Autor: khhZuerst ging Landrätin Antje Hochwind (SPD) in ihrer Verwaltungsrede auf das Denkmal und sein Umfeld ein. Das Kyffhäuserdenkmal verzeichnet nach den sanierungsbedingten Rückgängen und dem Insolvenzverfahren des TVK wieder mehr Besucher, stellte sie fest.
Seit dem Betreiberwechsel im April pilgerten 93 500 Menschen zum Reiterstandbild zum Kaiser Wilhelm I. und dem in Stein gehauenen Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Kyffhäusergebirge. Das sei ein Drittel mehr als im Vorjahr, teilte die Kur- und
Tourismusgesellschaft Bad Frankenhausen als neuer Betreiber mit.
Diesem ersten Schritt müssen nunmehr weitere folgen, so Hochwind. Wichtigstes Anliegen sei es dabei, die touristische Infrastruktur insgesamt zu verbessern. Eine Fördervoranfrage zu den Sanierungen der vorderen Parkplätze inkl. Toilettenanlagen ist fristgerecht Ende August im TMWAT eingereicht worden.
Gemeinsam mit der Gemeinde Kyffhäuser-Land soll in den nächsten zwei Haushaltsjahren versucht werden sicherzustellen, dass die komplette Zuwegung zum Kyffhäuserdenkmal einer Sanierung zugeführt wird.
Fast zum Ende der Kreistagssitzung war dann die Abstimmung, Darf denn Planungsphase 4 anlaufen. Über das klare Abstimmungsergebnis hatte kn ja bereits berichtet. In den Fraktionen war man einheitlich der Meinung, es ist richtig erst mal die 80.000 Euro für eine exakte Planung auszugeben, um zu wissen, was wird so ein Geolift kosten und welche Variante wird gebaut.
Hochwind hatte angedeutet das westlich vom Denkmal der wohl gläserne Lift entstehen wird und dann 50 Meter weiter tiefer in einem 75 Meter langen Stollen endet, der dann unterhalb des Kyffhäuserdenkmals in Richtung Parkplatz reicht. Erste grobe Schätzungen gehen von einem Finanzbedarf von 3 Millionen Euro aus.
Als erste Diskussionsredner wollte Rainer Scheerschmidt das Projekt mit einem Gegenantrag ausbremsen. Seine Argumente, die Bürger seien gegen das Projekt und die Schulsanierung sei wichtiger. Aber außer seiner Stimme folgte ihm keiner.
Dann unterstützte Jens Krautwurst im Namen der CDU-Fraktion den Beschlussantrag. Auch wenn es noch nicht direkt um den Bau ginnge, sehen wir in der heutigen Abstimmung einen Grundsatzentscheid. Auch wenn es Chancen und auch Risiken gebe, sei man für die Umsetzung der Idee, die vor vielen Jahren bereits in der Wachstumsinitiative Kyffhäuser geboren wurde. Krautwurst prach sich klar für einen attraktiveren Kyffhäuser aus. Klar seine Befürchtung, die Fördermittel werden nicht ewig für dieses Projekt bereit liegen.
Für die CDU Fraktionen waren zwei Dinge entscheidend:
- Die 10 Prozent Eigenanteil sind vom Betreiber (Kurgesellschaft Bad Frankenhausen) aufzubringen.
- Die Bewirtschaftungskosten des Geolifts (Strom usw.) werden vom Betreiber aufgebracht und nicht vom Landkreis. Mit dem am Montag vorgelegten neuen Betreibervertrag sei das geschehen.
Mit diesen Aussagen, kommen keine zusätzlichen Kosten auf den Landkreis zu. Krautwurst mahnte aber auch an, dass es andere Zuwegungen außer dem Lift für die Besucher geben müsse. Der Bürger soll entscheiden, ob er Lift, Droschke, Esel oder Tschschu-Bahn möchte. Von einer besseren Infrastruktur am Kyffhäuser (Parkplätze, Toiletten) und dem attraktiven Geolift werden alle profitieren, auch der Tourismus im Kreis.
Als weiterer Redner unterstrich Matthias Strejc im Namen der SPD/Grüne-Fraktion die Notwendigkeit der Steigerung der Attraktivität. Die rund drei Millionen Euro werden den Haushalt des Landkreises nicht belasten, so Strejc und bekräftigte die Übernahme der Kosten durch die Kurgesellschaft. Wir sind nationaler Geopark mit dem Kyffhäuser und da sei es auch wichtig mit attraktiven Angeboten für die Bürger aufzuwarten.
Klar auch die Ansage zur Attraktivität. Kommen mehr als 130.000 zahlende Besucher an den Kyffhäuser, so fließen für den darüber liegenden Einnahmen ein Teil auch vereinbarungsgemäß an den Landkreis.
Strejc bekräftigte, sollte der Geolift doch nach Planungsphase 4 nicht gebaut werden, wird die Kurgesellschaft die 80.000 Euro Planungskosten übernehmen.
Für Torsten Blümel der als Fraktionsvorsitzender der Linken das Projekt unterstützte blieb nach den Vorrednern nicht mehr viel übrig, neue Argumente für den Bau beizutragen. Auch er bekräftigte, wir wollen die Attraktivität am Kyffhäuser erhöhen und mit Blick auf die Gegenstimmen, auch von Bürgern, sagte er, Projekte dieser Größe würden immer kritische Gegenstimmen einbringen.
Der erste Beigeordnete Holger Häßler (pl) rundete das Ganze mit weiteren Aussagen ab. Gespräche mit LEG und Innenministerium bestätigten, dass Drittanbieter (in dem Fall die Kurgesellschaft) die Mittel für den Landkreis übernehmen dürfen, damit die 90 Prozent Fördermittel unschädlich fließen können.
Nach dem auch geklärt war, dass der Geolift wirklich nur 140 Sekunden für die 50 Meter Fahrt brauchen wird (Mediendiskussion 15 Minuten) konnte die Abstimmung beginnen, die nur eine Gegenstimme einbrachte. Jetzt kann erst mal die Planungsphase fortgesetzt werden. Und wie sich die voraussichtliche Erhöhung der Eintrittspreise (1,50 Euro ab 2015) auf die Besucherzahlen auswirken wird, bleibt abzuwarten.
