Beeindruckende Festrede
Freitag, 03. Oktober 2014, 13:52 Uhr
Zur Festveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Sondershausen hatte man mit dem ehemaligen Pfarrer Jürgen Hauskeller einen der Initiatoren der Demokratiewende einen mehr als würdigen Festredner gefunden, der nicht nur in die Geschichte blickte, sondern auch für die Zukunft mahnte....
Seit 1990 ist es Tradition, dass die Stadt Sondershausen anlässlich des Tags der Einheit am 3. Oktober zur Festveranstaltung einlädt.
Unter den Gästen, neben Kreistagsmitgliedern und vielen Stadträten, auch Bundestagsmitglied Johannes Selle, die Landtagsmitglieder Gudrun Holbe und Manfred Scherer (alle CDU) und Landrätin Antje Hochwind (SPD). Auch die "Bürgermeisterfraktion" mit Matthias Strejc (SPD) aus Bad Frankenhausen und Joachim Kreyer (CDU) aus Sondershausen waren u.a. vertreten.
Jürgen Hauskeller, der vor 12 Jahren Sondershausen verließ, um im Kongo zu helfen (für vier Jahre), zeigte, dass er mit der regionalen Politik noch gut verwachsen ist, auch wenn er nach der Rückkehr nicht mehr in Sondershausen wohnt.
In seinem Rückblick zeigte er, dass sich vor 25 Jahren das Leben in der Stadt tiefgreifend verändert hat. Zum ersten Mal gab es wirklich demokratische Verhältnisse hier in Sondershausen.
Da war in der Kaiserzeit nicht so (der letzte Fürst Deutschlands dankte in Sondershausen ab), auch nicht in der Weimarer Republik und erst recht nicht in der Zeit des Faschismus, als die Nazis Deutschland in einen verheerenden Krieg führten.
Hart ging Hauskeller mit der Politik in der DDR ins Gericht. Dabei griffer in die aktuelle Politikdebatte ein, ob die DDR ein Unrechtsstaat war. Seine Einschätzung war deutlich:
"Wer die DDR nicht als Unrechtsstaat bezeichnet, hat keine Legitimation die Regierung zu übernehmen."
Er erinnerte an das politische Unrecht in der DDR, angefangen von der willkürlichen Verhaftung der 36 Greußener Jungs (nur 14 überlebten die Haft) regional, bis hin zu gefälschten Wahlen, Zwangsunsiedlungen und Zwangsadaptionen, um nur einige Beispiele aus seiner Rede zu nennen. "Wir sind doch nicht zum Spaß auf die Straße gegangen", kommentierte Hauskeller das Unrecht.
Vom 11. Oktober, dem ersten Friedensgebet in Sondershausen bis zur ersten freien Kommunalwahl in Sondershausen am 6. Mai 1990 hatte man in Sondershausen um die Demokratie gekämpft. Deshalb sei es wichtig und gut, am 26. Oktober das Fest der Demokratie in Sondershausen zu feiern.
Demokratie sei ein tolle Sache, so Hauskeller, aber man muss auch damit leben, dass mal eine Abstimmung nicht wie gewünscht ausfalle. Hauskeller mahnte an, die Demokratie zu schützen. Die skrupellosen Banker und der steigende Einfluss der Großkonzerne höhlen die Demokratie aus. Auch der Faschismus der sich im Innern sammelt und der Terrorismus von außen seien ernsthafte Gefahren. Und er mahnte, wir sind für freie Wahlen auf die Straße gegangen und jetzt wählen nicht mal 50 Prozent. Wer nicht zur Wahl geht, soll sich nicht wundern, dass er plötzlich in einer Diktatur aufwacht, schloss er abschließend.
Anhaltender Beifall, zeigt, dass man seine Mahnungen verstanden habe.
Bürgermeister Kreyer dankte für die engagierte Festrede und ergänzte Hauskeller, wir haben zwar als letzte in Sondershausen den Fürsten verjagt, aber dafür als erste in der ehemaligen DDR freie Kommunalwahlen durchgeführt.
Mit dem Hinweis auf die Sonderführung "25 Jahr Demokratie" die anschließend erfolgte, und dem Singen der Nationalhymne endete die Festveranstaltung.
Autor: khhSeit 1990 ist es Tradition, dass die Stadt Sondershausen anlässlich des Tags der Einheit am 3. Oktober zur Festveranstaltung einlädt.
Unter den Gästen, neben Kreistagsmitgliedern und vielen Stadträten, auch Bundestagsmitglied Johannes Selle, die Landtagsmitglieder Gudrun Holbe und Manfred Scherer (alle CDU) und Landrätin Antje Hochwind (SPD). Auch die "Bürgermeisterfraktion" mit Matthias Strejc (SPD) aus Bad Frankenhausen und Joachim Kreyer (CDU) aus Sondershausen waren u.a. vertreten.
Jürgen Hauskeller, der vor 12 Jahren Sondershausen verließ, um im Kongo zu helfen (für vier Jahre), zeigte, dass er mit der regionalen Politik noch gut verwachsen ist, auch wenn er nach der Rückkehr nicht mehr in Sondershausen wohnt.
In seinem Rückblick zeigte er, dass sich vor 25 Jahren das Leben in der Stadt tiefgreifend verändert hat. Zum ersten Mal gab es wirklich demokratische Verhältnisse hier in Sondershausen.
Da war in der Kaiserzeit nicht so (der letzte Fürst Deutschlands dankte in Sondershausen ab), auch nicht in der Weimarer Republik und erst recht nicht in der Zeit des Faschismus, als die Nazis Deutschland in einen verheerenden Krieg führten.
Hart ging Hauskeller mit der Politik in der DDR ins Gericht. Dabei griffer in die aktuelle Politikdebatte ein, ob die DDR ein Unrechtsstaat war. Seine Einschätzung war deutlich:
"Wer die DDR nicht als Unrechtsstaat bezeichnet, hat keine Legitimation die Regierung zu übernehmen."
Er erinnerte an das politische Unrecht in der DDR, angefangen von der willkürlichen Verhaftung der 36 Greußener Jungs (nur 14 überlebten die Haft) regional, bis hin zu gefälschten Wahlen, Zwangsunsiedlungen und Zwangsadaptionen, um nur einige Beispiele aus seiner Rede zu nennen. "Wir sind doch nicht zum Spaß auf die Straße gegangen", kommentierte Hauskeller das Unrecht.
Vom 11. Oktober, dem ersten Friedensgebet in Sondershausen bis zur ersten freien Kommunalwahl in Sondershausen am 6. Mai 1990 hatte man in Sondershausen um die Demokratie gekämpft. Deshalb sei es wichtig und gut, am 26. Oktober das Fest der Demokratie in Sondershausen zu feiern.
Demokratie sei ein tolle Sache, so Hauskeller, aber man muss auch damit leben, dass mal eine Abstimmung nicht wie gewünscht ausfalle. Hauskeller mahnte an, die Demokratie zu schützen. Die skrupellosen Banker und der steigende Einfluss der Großkonzerne höhlen die Demokratie aus. Auch der Faschismus der sich im Innern sammelt und der Terrorismus von außen seien ernsthafte Gefahren. Und er mahnte, wir sind für freie Wahlen auf die Straße gegangen und jetzt wählen nicht mal 50 Prozent. Wer nicht zur Wahl geht, soll sich nicht wundern, dass er plötzlich in einer Diktatur aufwacht, schloss er abschließend.
Anhaltender Beifall, zeigt, dass man seine Mahnungen verstanden habe.
Bürgermeister Kreyer dankte für die engagierte Festrede und ergänzte Hauskeller, wir haben zwar als letzte in Sondershausen den Fürsten verjagt, aber dafür als erste in der ehemaligen DDR freie Kommunalwahlen durchgeführt.
Mit dem Hinweis auf die Sonderführung "25 Jahr Demokratie" die anschließend erfolgte, und dem Singen der Nationalhymne endete die Festveranstaltung.











