Sterben die Buchhandlungen aus?
Mittwoch, 15. Oktober 2014, 11:39 Uhr
Sondershausen hat keine Buchhandlung mehr, schade! Geht es uns nur allein so? Leider nein! So eine Leserin in unserem Forum...
Im Internet habe ich gerade recherchiert und musste feststellen, dass Buchhandel und Verlage heute generell Probleme mit ihrer Wirtschaftlichkeit haben. Was können wir tun, damit wir wieder eine Buchhandlung nach Sondershausen bekommen? Ganz einfach – mehr lesen und vor allem die Lektüre beim Händler vor Ort kaufen.
Stimmt die Nachfrage, stimmt der Umsatz, blüht der Handel und die Region.
Tja, wenn das Alles so einfach wäre. Denken wir (damit meine ich z. B. meine Generation 50+) doch einmal zurück, was haben wir früher alles gelesen, nachts, heimlich unter der Bettdecke mit der Taschenlampe. Schön schaurige Erzählungen, Märchen aus aller Welt – später romantische Liebesgeschichten. Von klein auf gehörten Bücher zum alltäglichen Leben, regten die Phantasie an, trugen zum guten Ausdruck und fehlerfreier Rechtschreibung und Grammatik bei. Und viele nützliche Sachen hat man oft so ganz nebenbei auch noch erfahren.
Das Fernsehen war erst im Entstehen und das Programm nicht so im Überfluss und bunt wie heute. Da boten Bücher eine interessante Abwechslung und oft einen Ausflug in andere Welten.
Heute ist das anders. Eine Vielzahl von Fernsehprogrammen und Sendungen werden rund um die Uhr angeboten – über die Qualität und das Niveau lässt sich streiten. Es gibt das Internet und soziale Netzwerke. Wir Menschen werden bequemer, lassen uns berieseln, wollen abschalten – selbst die Kinder wollen am liebsten nur noch chillen.
Die Folgen sind oft erschreckend, wenn man hört, dass auch noch heute und gerade wieder heute Schulabgänger nicht richtig lesen und schreiben können!
Statt zum Buch greifen wir der Einfachheit halber zur Fernbedienung, zum iPad oder Smartphone, zum Nintendo oder Computerspielen. Zeit ist knapp, also schauen wir doch schnell online bei Amazon vorbei und laden uns ein E-Book runter, wir müssen nicht aus dem Haus und wenn die Augen immer schlechter werden können wir die Schriftgröße bequem anpassen.
Seien wir mal ehrlich, geht es Ihnen nicht ganz ähnlich? Wovon soll der arme Buchhändler um die Ecke dann aber leben? Er braucht Kunden, er braucht Nachfrage, er braucht Umsatz!
Und wir brauchen die Buchhandlungen, wenn wir Beratung wollen - für uns selbst oder für ein Buchgeschenk! Und die persönliche Beratung von jemandem, der mich und mein Umfeld schon seit langem kennt, kann keine noch so interessante Internetplattform ersetzen. Denn wenn die Beratung so leicht ersetzbar wäre, würden wir uns nicht ärgern, dass es in Sondershausen keine Buchhandlung mehr gibt.
Vielleicht sollten wir mal innehalten und überlegen, ob wir an bestimmten Entwicklungen nicht auch persönlich teilhaben.
Überwinden wir also unseren inneren Schweinehund, greifen wir öfter zu einem guten Buch – gekauft im Buchhandel der Region und nicht immer im Internet. Denn ist es nicht das, was wir eigentlich wollen – einen persönlichen, kompetenten Ansprechpartner vor Ort und keine Anonymität und leere Geschäfte und Straßen?! Und das trifft leider nicht nur auf den Buchhandel zu.
Eigentlich ist alles ganz einfach und wir wissen auch ganz genau, woran es liegt. Sind Sie nicht auch meiner Meinung? Wenn wir alle ein wenig in diese Richtung denken und handeln, dann können wir bestimmte Entwicklungen zwar nicht aufhalten, aber - und da bin ich mir ziemlich sicher – zumindest etwas verlangsamen und die Richtung auch etwas zu unseren Gunsten beeinflussen.
Und wer weiß, vielleicht siedelt sich dann auch wieder eine Buchhandlung bei uns an.
Susanne Blumenthal
Im Internet habe ich gerade recherchiert und musste feststellen, dass Buchhandel und Verlage heute generell Probleme mit ihrer Wirtschaftlichkeit haben. Was können wir tun, damit wir wieder eine Buchhandlung nach Sondershausen bekommen? Ganz einfach – mehr lesen und vor allem die Lektüre beim Händler vor Ort kaufen.
Stimmt die Nachfrage, stimmt der Umsatz, blüht der Handel und die Region.
Tja, wenn das Alles so einfach wäre. Denken wir (damit meine ich z. B. meine Generation 50+) doch einmal zurück, was haben wir früher alles gelesen, nachts, heimlich unter der Bettdecke mit der Taschenlampe. Schön schaurige Erzählungen, Märchen aus aller Welt – später romantische Liebesgeschichten. Von klein auf gehörten Bücher zum alltäglichen Leben, regten die Phantasie an, trugen zum guten Ausdruck und fehlerfreier Rechtschreibung und Grammatik bei. Und viele nützliche Sachen hat man oft so ganz nebenbei auch noch erfahren.
Das Fernsehen war erst im Entstehen und das Programm nicht so im Überfluss und bunt wie heute. Da boten Bücher eine interessante Abwechslung und oft einen Ausflug in andere Welten.
Heute ist das anders. Eine Vielzahl von Fernsehprogrammen und Sendungen werden rund um die Uhr angeboten – über die Qualität und das Niveau lässt sich streiten. Es gibt das Internet und soziale Netzwerke. Wir Menschen werden bequemer, lassen uns berieseln, wollen abschalten – selbst die Kinder wollen am liebsten nur noch chillen.
Die Folgen sind oft erschreckend, wenn man hört, dass auch noch heute und gerade wieder heute Schulabgänger nicht richtig lesen und schreiben können!
Statt zum Buch greifen wir der Einfachheit halber zur Fernbedienung, zum iPad oder Smartphone, zum Nintendo oder Computerspielen. Zeit ist knapp, also schauen wir doch schnell online bei Amazon vorbei und laden uns ein E-Book runter, wir müssen nicht aus dem Haus und wenn die Augen immer schlechter werden können wir die Schriftgröße bequem anpassen.
Seien wir mal ehrlich, geht es Ihnen nicht ganz ähnlich? Wovon soll der arme Buchhändler um die Ecke dann aber leben? Er braucht Kunden, er braucht Nachfrage, er braucht Umsatz!
Und wir brauchen die Buchhandlungen, wenn wir Beratung wollen - für uns selbst oder für ein Buchgeschenk! Und die persönliche Beratung von jemandem, der mich und mein Umfeld schon seit langem kennt, kann keine noch so interessante Internetplattform ersetzen. Denn wenn die Beratung so leicht ersetzbar wäre, würden wir uns nicht ärgern, dass es in Sondershausen keine Buchhandlung mehr gibt.
Vielleicht sollten wir mal innehalten und überlegen, ob wir an bestimmten Entwicklungen nicht auch persönlich teilhaben.
Überwinden wir also unseren inneren Schweinehund, greifen wir öfter zu einem guten Buch – gekauft im Buchhandel der Region und nicht immer im Internet. Denn ist es nicht das, was wir eigentlich wollen – einen persönlichen, kompetenten Ansprechpartner vor Ort und keine Anonymität und leere Geschäfte und Straßen?! Und das trifft leider nicht nur auf den Buchhandel zu.
Eigentlich ist alles ganz einfach und wir wissen auch ganz genau, woran es liegt. Sind Sie nicht auch meiner Meinung? Wenn wir alle ein wenig in diese Richtung denken und handeln, dann können wir bestimmte Entwicklungen zwar nicht aufhalten, aber - und da bin ich mir ziemlich sicher – zumindest etwas verlangsamen und die Richtung auch etwas zu unseren Gunsten beeinflussen.
Und wer weiß, vielleicht siedelt sich dann auch wieder eine Buchhandlung bei uns an.
Susanne Blumenthal
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
