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Wie werden Banken reagieren?

Donnerstag, 27. November 2014, 18:15 Uhr
Kürzlich hat ein Urteil des Bundesgerichtshofs für reichlich Aufregung in den Medien gesorgt: Kreditkunden die zwischen 2004 und Ende 2011 einen Ratenkredit abgeschlossen haben, bekommen dafür eventuell angefallene Bearbeitungsgebühren zurückerstattet. Noch im aktuellen Jahr kann der Kunde den Zuschlag inklusive Zinsen zurück fordern...


Bearbeitungsgebühren waren lange Zeit ein gängiger Bestandteil von Kreditkosten und wurden sowohl von Großbanken, Direktbanken als auch kleinen lokalen Bankinstituten erhoben.

Auf einzelne Geldhäuser kommen nun beträchtliche Forderungen im mehrstelligen Millionenbereich zu. Da stellt sich so man ein Beobachter die Frage, wie sich die Banken genau dieses Geld wieder zurückholen werden.

Eine Möglichkeit bestünde wohl darin, die Kosten für neu abgeschlossene Kredite zu erhöhen. Diese sind aktuell ohnehin so günstig wie nie zuvor, was insbesondere am aktuellen Zinstief festzumachen ist. Doch gerade im Bereich der Ratenkredite ist der Konkurrenzdruck enorm und selbst bei Eilkrediten mit Sofortauszahlung bewegen sich die gängigen effektiven Jahreszinsen im niedrigen Einstelligen Bereich. Kaum jemand bezahlt heutzutage noch mehr als ca. vier Prozent für sein Darlehen, selbst wenn es um die eigene Bonität nicht zum Besten bestellt ist.

Dies führt allerdings auch dazu, dass unter den Banken ein enormer Konkurrenzdruck herrscht, der sehr viele Geldhäuser um die Gunst des Privatkunden werben. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass nicht alle Banken in der Vergangenheit Bearbeitungsgebühren erhoben haben. Da ist es schwer vorzustellen, dass einzelne Kreditinstitute nun die Zinsen für Kredite anheben, andere jedoch auf dem aktuell sehr günstigem Niveau bleiben; schließlich entstünde dadurch ein Wettbewerbsnachteil. Die Variante, dass sich Banken das Geld über erhöhte Kreditkosten von anderen Kunden zurückholen, scheidet daher nach Meinung vieler Experten aus.

Wo holen sich die Banken das Geld stattdessen her?

€uro am Sonntag schreibt dazu Folgendes:"Diese Kosten nähren den Verdacht, dass die Banken sich das Geld anderswo zurückholen. "Es könnte sein, dass etwa die Gebühren im Zahlungsverkehr steigen", sagt Markus Feck, Bankjurist der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen." (Zitatende)

Defakto kommt auf den Kreditnehmer (zumindest aus dieser Richtung) wahrscheinlich keinerlei Änderung im Bezug auf die aktuellen Rahmenbedingungen zu. Hier ist eher die zukünftige Zinsentwicklung entscheidend. Vermutlich wird es letzten Endes so sein, dass sich die von den Rückzahlungen betroffenen Bankhäuser das Geld ein verschiedenen Stellen vom Endkunden holen werden. Erhöhungen von Kontoführungsgebühren oder Kosten für Geldtransaktionen sind da sicherlich eine Möglichkeit im Rahmen vieler weiterer.
Autor: khh

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