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Wird der Kreistag moderner?

Donnerstag, 18. Dezember 2014, 07:51 Uhr
Diese Frage untersucht derzeitig das Landratsamt Kyffhäuserkreis. Aber auch in den Verwaltungen muss bald etwas passieren. Hier die Einzelheiten...

Bei einer Mediengespräch am letzten Montag im Landratsamt Kyffhäuserkreis ging es auch darum, wird bald bei der Arbeit auch für alle Kreistagsmitglieder das vorhandene Ratsinformationssystem angewendet werden können? Dazu müssten aber alle Kreistagsmitglieder mit moderner Technik ausgerüstet werden.

Nicht jedes Kreistagsmitglied verfügt über einen PC oder Tablet, was für ein Ratsinformationssystem aber notwendig wäre. Landrätin Antje Hochwind (SPD) und Verwaltungsleiter Dr. Heinz-Ulrich Thiele räumten sogar ein, dass fünf Kreistagsmitglieder über keine E-Mail-Adresse verfügen, was auch Konsequenzen hat. Viele Informationen müssen eben per Brief versendet werden, und das teilweise an alle Abgeordnete.

Die Hürde ist die Thüringer Kommunalordnung: Die schreibt nämlich vor, dass Einladungen schriftlich und mit originaler Unterschrift verschickt werden müssen. Die Kommunalordnung lässt eine elektronische Einladung nur zu, wenn alle Mitglieder des entsprechenden Gremiums damit einverstanden sind.

Unklar ist auch, ob die fünf Kreistagsmitglieder keine E-Mail-Adresse haben, weil es an ihrem Wohnort überhaupt keine DSL-Verbindung gibt. Im Landratsamt scheitert man ja auch an der Problematik, dass die meisten E-Mails nicht größer als 5 Mb sein dürfen, für einen ausgewählten Personenkreis liegt das Maximum aber bei 10 Mb.

10 Mb? Da würden viele Leserbriefe mit Bildern bei kn überhaupt nicht mal mehr eintreffen. Manche Einzelfotos kommen jetzt schon mit mehr als 5 Mb an. Es wäre wohl auch an der Zeit, dass man sich bei den Behörden der modernen E-Mail-Technik nähert und auch größere E-Mails zulässt, die nach außen verschickt werden dürfen.

Ein Hürde, dass wird unterschätzt, ist auch die Arbeitsweise. Große Vorlagen, wie etwa ein Haushaltsentwurf, lässt sich nun mal in gedruckter Form besser auswerten. Fehler gefunden mit Marker Seite markiert und das ganze schnell an den Rand notiert und bei der nächsten Sitzung moniert. Mit einer pdf klappt das nicht so gut, auch wenn es realisierbar ist. Und wenn der Abgeordnete die Vorlage als pdf erhält und sich dann doch ausdrucken muss, hilft das der Umwelt nicht, verlagert nur die Kosten von der Verwaltung auf den Abgeordneten.

Die Hürden für ein papierloses Büro sind eben noch hoch.
Autor: khh

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