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Auch Rembrandt gibt's jetzt im Online-Shop

Donnerstag, 18. Dezember 2014, 17:25 Uhr
Zugegeben: Diese Überschrift ist sehr salopp und natürlich lassen sich wertvolle Gemälde oder andere Kunstwerke nicht so einfach im Internet kaufen wie Möbel oder Kleidung. Doch der Trend zum Online-Shopping macht auch vor den Meilensteinen der menschlichen Kulturgeschichte nicht Halt...


Renommierte Kunsthändler und international hoch angesehene Auktionshäuser gehen mit ihren Versteigerungen von millionenschweren Kunstwerken inzwischen zusätzlich ins Internet.

Die Kunst gehorcht den Gesetzen des Marktes. Haben die Werke eines Künstlers einen bestimmten Bekanntheitsgrad erreicht, werden sie zu einer Ware. Es entsteht die Kunstbranche, in der Händler dafür sorgen, dass die Schöpfer von Bildern und anderen Kunstwerken von ihrer Arbeit leben können. Die moderne Wirtschaftssprache bezeichnet das als eine Win-win-Situation.

Bei Kunstwerken sind es Auktionshäuser, die den Marktplatz dafür bilden. Hier verkauft der Besitzer ein Bild an denjenigen Interessenten, der ihm das meiste Geld dafür bietet. Das Dorotheum in Wien ist eines der ältesten Auktionshäuser Europas. Es entstand Anfang des 18. Jahrhunderts und bildete in der Hauptstadt Österreichs einen Trendsetter - so ein modernes Wort dafür. Das Dorotheum war eine der ersten öffentlichen Institutionen, in denen ein kontrollierter Kunsthandel nach dem Verfahren des höchsten Gebots stattfand.

Die Auktionshäuser gehen ins Internet

Seit den 1990er Jahren gibt es zum realen Leben das virtuelle, also das, was im Internet stattfindet. Dort präsentiert sich der ganz normale Handel mit Alltagsdingen von Lebensmitteln bis zu Freizeitaktivitäten - aber auch der Kunsthandel. Inzwischen wird online fast alles nach dem Höchstgebot-Prinzip versteigert, was den Besitzer wechselt. Die erste Kunstauktion der Welt, die per Video ins Netz ging, fand im Dezember 2012 in Berlin statt, veranstaltet von Auctionata. Gründer Alexander Zacke stützt sich dabei auf jahrelange Erfahrung mit Kunstvertrieb im Netz bei einer anderen Plattform.

Auctionata ist nach seiner Aussage das einzige Haus der Welt, das online regelmäßig Kunstauktionen zu bestimmten Themen und Objekten veranstaltet. Dabei geht Alexander Zacke nach dem Prinzip vor: lokal auswählen - global versteigern. Bei der ersten Auktion stammten 100 Prozent der Verkäufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - die Käufer schalteten sich aus vier Kontinenten per Internet zu.

Der Erfolg gibt dem Gründer Recht: Alexander Zacke unterhält inzwischen ein eigenes TV-Studio, das Bieter besuchen können und die Internetauktionen finden wöchentlich statt. Auctionata verdient daran über die Provisionen, so rechnet sich das Geschäft in kaufmännischer Hinsicht.

Der Markt verändert seine Struktur

Niemand muss alles gut finden und mitmachen, was sich in der eigenen Lebenszeit auf der Welt ändert. Doch wer Paradigmen-Wechsel nicht erkennt - seien es politische oder kulturgeschichtliche - ist ganz schnell weg vom Fenster. Der Internethandel ist ein Zeichen der Zeit, er umfasst alle Bereiche der Welt und schließt auch die Kunstbranche ein.
Autor: red

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