Ausbildungsmarkt am Wendepunkt?
Dienstag, 20. Januar 2015, 11:00 Uhr
Erstmals seit sieben Jahren steigt die Zahl der neu abgeschlossenen betrieblichen Ausbildungsverträge in der Mittel- und Nordthüringer Wirtschaft wieder an. Nach dramatischen Rückgängen in der Vergangenheit kann die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt für 2014 ein leichtes Plus vermelden...
Die Talsohle scheint erreicht, denn 2014 konnte mit 3.288 betrieblichen Neuverträgen erstmals seit sieben Jahren wieder ein leichter Anstieg zum Vorjahr registriert werden, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Und auch für 2015 erwarte die Wirtschaft durch höhere Schulabgängerzahlen eine Fortsetzung des Trends auf dem Lehrstellenmarkt.
Zusätzlich wachse das Vertrauen der Eltern und Jugendlichen in die guten Karrierewege bei Industrie, Handel und Dienstleistungen. Bewerber würden heute intensiv vergleichen, welche Verdienst- und Karrieremöglichkeiten für den Berufseinstieg in Frage kommen. Mit einer soliden Ausbildung machen Jugendliche nichts falsch, im Gegenteil: Nur hier lernt man früh die Abläufe in der Wirtschaft kennen, erprobt in der Praxis seine eigenen Stärken und Schwächen und verdient schon ab dem ersten Lehrjahr gutes Geld, unterstreicht der IHK-Chef.
Erfreulich wäre, dass die Zahl der gelöschten Verträge vor Ausbildungsstart um 20 Prozent zurückgegangen ist. Die IHK sieht hierin ein Zeichen für die gestiegene Berufswahlkompetenz bei den Bewerbern und die zielgerichtete Berufsorientierung schon vor Vertragsschluss.
Übersicht (Foto: IHK Erfurt)
Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen, verdeutlicht der Hauptgeschäftsführer den dringenden Bedarf in allen Wirtschaftszweigen. Dennoch werde es voraussichtlich nicht gelingen, alle angebotenen Lehrstellen in diesem Jahr zu besetzen.
So gehe die Erfurter Kammer neue Wege bei der Anwerbung zukünftiger Fachkräfte und fördere verstärkt die Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In den vergangenen vier Jahren hätte sich deren Zahl bereits mehr als verdoppelt. 142 Jugendliche seien aktuell bei der IHK Erfurt eingeschrieben. Sie kämen hauptsächlich aus Ungarn, Spanien sowie Vietnam und lernten in gastgewerblichen Berufen, der Metall- oder auch Baubranche.
Dabei würden die Auszubildenden immer jünger. So genannte Altbewerber, also jene, die sich erst in den Folgejahren nach dem Schulabschluss um eine Lehrstelle bemühten, seien kaum noch vorhanden. Waren im Jahr 2010 noch 57 Prozent der Lehrlinge 20 Jahre und älter, ist dies 2014 nur noch rund jeder Zweite gewesen. Ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird, stellt Grusser fest.
Die regionale Verteilung im Jahr 2014 zeigt, dass fast 30 Prozent der Neuverträge in Unternehmen der Landeshauptstadt geschlossen wurden. Einen Zuwachs um zehn Prozent verzeichneten die Berufe in der Metallbranche, während im Hotel- und Gaststättenbereich die Vertragsabschlüsse auch im letzten Jahr um 7,5 Prozent zurückgegangen sind.
Autor: redDie Talsohle scheint erreicht, denn 2014 konnte mit 3.288 betrieblichen Neuverträgen erstmals seit sieben Jahren wieder ein leichter Anstieg zum Vorjahr registriert werden, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Und auch für 2015 erwarte die Wirtschaft durch höhere Schulabgängerzahlen eine Fortsetzung des Trends auf dem Lehrstellenmarkt.
Zusätzlich wachse das Vertrauen der Eltern und Jugendlichen in die guten Karrierewege bei Industrie, Handel und Dienstleistungen. Bewerber würden heute intensiv vergleichen, welche Verdienst- und Karrieremöglichkeiten für den Berufseinstieg in Frage kommen. Mit einer soliden Ausbildung machen Jugendliche nichts falsch, im Gegenteil: Nur hier lernt man früh die Abläufe in der Wirtschaft kennen, erprobt in der Praxis seine eigenen Stärken und Schwächen und verdient schon ab dem ersten Lehrjahr gutes Geld, unterstreicht der IHK-Chef.
Erfreulich wäre, dass die Zahl der gelöschten Verträge vor Ausbildungsstart um 20 Prozent zurückgegangen ist. Die IHK sieht hierin ein Zeichen für die gestiegene Berufswahlkompetenz bei den Bewerbern und die zielgerichtete Berufsorientierung schon vor Vertragsschluss.
Übersicht (Foto: IHK Erfurt)
Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen, verdeutlicht der Hauptgeschäftsführer den dringenden Bedarf in allen Wirtschaftszweigen. Dennoch werde es voraussichtlich nicht gelingen, alle angebotenen Lehrstellen in diesem Jahr zu besetzen.
So gehe die Erfurter Kammer neue Wege bei der Anwerbung zukünftiger Fachkräfte und fördere verstärkt die Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In den vergangenen vier Jahren hätte sich deren Zahl bereits mehr als verdoppelt. 142 Jugendliche seien aktuell bei der IHK Erfurt eingeschrieben. Sie kämen hauptsächlich aus Ungarn, Spanien sowie Vietnam und lernten in gastgewerblichen Berufen, der Metall- oder auch Baubranche.
Dabei würden die Auszubildenden immer jünger. So genannte Altbewerber, also jene, die sich erst in den Folgejahren nach dem Schulabschluss um eine Lehrstelle bemühten, seien kaum noch vorhanden. Waren im Jahr 2010 noch 57 Prozent der Lehrlinge 20 Jahre und älter, ist dies 2014 nur noch rund jeder Zweite gewesen. Ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird, stellt Grusser fest.
Die regionale Verteilung im Jahr 2014 zeigt, dass fast 30 Prozent der Neuverträge in Unternehmen der Landeshauptstadt geschlossen wurden. Einen Zuwachs um zehn Prozent verzeichneten die Berufe in der Metallbranche, während im Hotel- und Gaststättenbereich die Vertragsabschlüsse auch im letzten Jahr um 7,5 Prozent zurückgegangen sind.
