Kräftiger Lohnzuwachs seit 2005
Mittwoch, 04. Februar 2015, 13:43 Uhr
Der Mindestlohn beschäftigt aktuell viele Arbeitgeber und Angestellte. Die Auswirkungen der bundeseinheitlichen Lohnuntergrenze fallen dabei sehr unterschiedlich aus. Jenseits dieser Diskussion richtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt den Blick auf die Lohn- und Gehaltsentwicklung des Freistaats im letzten Jahrzehnt...
Grafik (Foto: IHK)
Lohnentwicklung 2005 bis 2013
Die Statistiken sprechen für sich: Thüringen weist von allen Bundesländern die stärkste Lohnentwicklung auf, informiert IHK-Hauptgeschäfts-führer Gerald Grusser. Seit 2005 wären die Bruttojahreslöhne im Freistaat um 18,4 Prozent gestiegen; in den westlichen Bundesländern hätte der Lohnzuwachs hingegen nur 14,4 Prozent betragen.
Die Entwicklung in Thüringen ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Arbeitgeber zusätzlich zu den inflationsbedingten und realen Preissteigerungen auch die Reallohnerhöhung zu kompensieren hatten, betont Grusser.
Angesichts dieser Ergebnisse bedauere er, dass Thüringen immer noch als Niedriglohnland wahrgenommen wird. Dieses Bild werde den Anstrengungen der einheimischen Unternehmer nicht gerecht: Im Jahr 2013 betrug das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt im Freistaat 30.302 Euro. Damit nimmt Thüringen unter den ostdeutschen Flächenländern den dritten Platz ein und konnte den Vorsprung zum Nachbarland Sachsen-Anhalt weiter ausbauen.
Wir sollten stolz auf die positive Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Thüringen sein, sagt der IHK-Chef und verweist auf Vergleichswerte anderer Bundesländer. Die Betriebe im Freistaat seien besser als ihr Ruf und würden Arbeitnehmern oftmals günstigere Perspektiven als in anderen Regionen Deutschlands bieten.
Dabei sind es nicht nur die großen Arbeitgeber, sondern auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die für die Beschäftigten neben den finanziellen Anreizen auch interessante Rahmenbedingungen schaffen, beschreibt Grusser die Bemühungen der Manager um neue Fachkräfte. Die Personalpolitik sei vielerorts geprägt von Weiterbildungs- und Entwicklungschancen, Familienfreundlichkeit, Gesundheitsförderung und Willkommenskultur. Nach dem Motto: ‚Tue Gutes und rede darüber‘ sollten die Unternehmer offensiver ihre Arbeitgeberattraktivität im Wettkampf um kluge Köpfe ins Feld führen, ermutigt der Hauptgeschäftsführer.
Zudem sei es Aufgabe von Politik- und Wirtschaftsvertretern, die Stärken des Standorts Thüringen auch extern besser zu vermarkten. Diese beziehe sich laut Grusser nicht nur auf das Image des Wirtschaftsstandorts sondern auch auf den Lebensraum. Hier kann Thüringen vielerorts mit einer herausragenden Verkehrsinfrastruktur, einer sehr guten Kinderbetreuung, einer umfassenden medizinischen Versorgung und nicht zuletzt mit kulturellen Highlights punkten.
Autor: red
Grafik (Foto: IHK)
Lohnentwicklung 2005 bis 2013Die Statistiken sprechen für sich: Thüringen weist von allen Bundesländern die stärkste Lohnentwicklung auf, informiert IHK-Hauptgeschäfts-führer Gerald Grusser. Seit 2005 wären die Bruttojahreslöhne im Freistaat um 18,4 Prozent gestiegen; in den westlichen Bundesländern hätte der Lohnzuwachs hingegen nur 14,4 Prozent betragen.
Die Entwicklung in Thüringen ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Arbeitgeber zusätzlich zu den inflationsbedingten und realen Preissteigerungen auch die Reallohnerhöhung zu kompensieren hatten, betont Grusser.
Angesichts dieser Ergebnisse bedauere er, dass Thüringen immer noch als Niedriglohnland wahrgenommen wird. Dieses Bild werde den Anstrengungen der einheimischen Unternehmer nicht gerecht: Im Jahr 2013 betrug das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt im Freistaat 30.302 Euro. Damit nimmt Thüringen unter den ostdeutschen Flächenländern den dritten Platz ein und konnte den Vorsprung zum Nachbarland Sachsen-Anhalt weiter ausbauen.
Wir sollten stolz auf die positive Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Thüringen sein, sagt der IHK-Chef und verweist auf Vergleichswerte anderer Bundesländer. Die Betriebe im Freistaat seien besser als ihr Ruf und würden Arbeitnehmern oftmals günstigere Perspektiven als in anderen Regionen Deutschlands bieten.
Dabei sind es nicht nur die großen Arbeitgeber, sondern auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die für die Beschäftigten neben den finanziellen Anreizen auch interessante Rahmenbedingungen schaffen, beschreibt Grusser die Bemühungen der Manager um neue Fachkräfte. Die Personalpolitik sei vielerorts geprägt von Weiterbildungs- und Entwicklungschancen, Familienfreundlichkeit, Gesundheitsförderung und Willkommenskultur. Nach dem Motto: ‚Tue Gutes und rede darüber‘ sollten die Unternehmer offensiver ihre Arbeitgeberattraktivität im Wettkampf um kluge Köpfe ins Feld führen, ermutigt der Hauptgeschäftsführer.
Zudem sei es Aufgabe von Politik- und Wirtschaftsvertretern, die Stärken des Standorts Thüringen auch extern besser zu vermarkten. Diese beziehe sich laut Grusser nicht nur auf das Image des Wirtschaftsstandorts sondern auch auf den Lebensraum. Hier kann Thüringen vielerorts mit einer herausragenden Verkehrsinfrastruktur, einer sehr guten Kinderbetreuung, einer umfassenden medizinischen Versorgung und nicht zuletzt mit kulturellen Highlights punkten.
