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Es ist so schön im Bad Frankenhausen!

Samstag, 07. Februar 2015, 09:51 Uhr
Oder unser Thomas lacht wider! Das ist die Geschichte über unserem autistisch behindertem Sohn Thomas der sein neues Zuhause im „Haus am Kyffhäuser“, ein Wohn- und Therapiezentrum für Menschen mit Autismus – Spektrum- Störungen“ gefunden hat.

Thomas hat seine ersten 18 Lebensjahre in Baden - Württemberg in der Nähe von Karlsruhe gelebt, und ist 12 Jahre in eine Sonderschule gegangen. Danach haben wir versucht, für ihn eine Tagesstruktur zu organisieren mit dem Wunsch dass er weiter zu Hause wohnt. Er war dann ein paar Monate in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, aber ihm ging es gar nicht gut.

Thomas war überfordert mit vielen Menschen, Lärm und Arbeitsabläufe, obwohl er einen Arbeitsassistenten für sich gehabt hat. Thomas ist in einem starken Selbstverletzungszustand gekommen. Er hat seinen Kopf an die Wand oder auf den Boden geschlagen, sogar auf der Straße, einfach überall.

Sein Kopf war so geschwollen dass er nichts mehr sehen konnte.
Wir mussten unbedingt etwas tun.
Nach der Beratung im Versorgungsamt haben wir ein paar Adressen bekommen von Wohnheimen für Autisten im Internationales Bildungs- und Sozialwerk e.V.

So sind wir nach Bad Frankenhausen gekommen in das „Haus am Kyffhäuser“. Schon beim ersten Vorstellungsgespräch mit Frau Bähring und Herrn Hagen haben wir ein gutes Gefühl gehabt und nach nur ein paar Tagen die Entscheidung getroffen das Thomas in diese Wohngruppe kommt.

Es ist so schön im Bad Frankenhausen! (Foto: Privat) Es ist so schön im Bad Frankenhausen! (Foto: Privat)

Was dann passierte, grenzt an ein Wunder. Die Betreuer von der WG II haben mit ihrer fachlichen und vor allem menschlichen Kompetenz es in nur ein paar Monaten geschafft, dass Thomas wieder lacht. Thomas ist ein selbstbewusster, gepflegter, zufriedener junger Mann (Mit starken Autistischen Zügen) geworden.
So braucht er keinen Kopfschutz mehr.
Autismus kann man nicht heilen, aber Autisten können auch zufrieden sein und aus ihrer Welt raus kommen, wen man sie mit dem Herzen sieht und eine Brücke aus Liebe und Respekt baut.

„Die Andersartigkeit von Menschen mit Autismus ist teil Ihre Persönlichkeit und darf nicht zum Ziel von Veränderungsbemühungen werden“
(Zitat Frau Bähring aus der „Thüringer Allgemeine“ von 09.11.2012.)

Ein besonderer DANK geht auf diesem Wege an: Chris Hagen, Jacqueline Künzel, Klaus Bohne, Alexander Söhle, Brigitte Schönau, Sylvia Wönicker, Kathrin Fuchs, Jenny Balsam, Frank-Andre Müller und Wanja Beil.

Ich muss dazu sagen, dass ich im Baden – Württemberg viele Jahre ehrenamtlich bei der Lebenshilfe im Vorstand gearbeitet habe und durch diese Funktion auch als Mutter viele Einrichtungen und WGs besucht habe, aber so ein hervorragendes Betreuerteam nicht gesehen und erlebt habe.

Vielen Dank WG II !

Um in der Nähe von unseres Sohnes Thomas sein zu können, zogen wir auch sofort nach Bad Frankenhausen, zumal wir uns ganz schnell in diese wunderschöne Kleinstadt und die dort vorherrschenden netten Menschen verliebt haben.
Es ist so schön in Bad Frankenhausen.
Die Menschen hier sind wie Menschen in meiner Heimat Kroatien und ich sage danke an alle netten Leute, die wir schon kennengelernt haben. Freundliche Nachbarn oder die netten Damen am Empfang in der „Kyffhäuser-Therme“, wo wir sehr oft mit Thomas diese schöne Einrichtung nutzen.
Vielen Dank an den Inhaber der Restaurant „Orchidee“ und auch an Alle die noch fremd sind. Denn wie der Nietzsche gesagt hat: “ Fremde sind vielleicht Freunde die wir heut noch nicht kennen“.

Noch einmal sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank an Herr Hagen und sein hervorragendes Team, sowie an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom „Haus Am Kyffhäuser“, für unser neues glückliches Leben in Bad Frankenhausen:


Johannes und Ivanka Horvat
Bad Frankenhausen
Foto: Privat
Autor: khh

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