kn-Forum: Brief an Steffen Kobrow
Dienstag, 10. Februar 2015, 00:05 Uhr
In einem offenen Brief wendet sich ein Leser direkt an den Stellv. Vorsitzende des CDU Stadtverband Bad Frankenhausen Steffen Kobrow. Auch hier geht es um das Thema "Rettung des schiefen Turms..
Sehr geehrter Herr Kobrow,
als Bürger von Bad Frankenhausen freue ich mich sehr über Ihre plötzlich entdeckte Liebe zur Basisdemokratie. Leider sind Ihre wahren Beweggründe aber viel zu offensichtlich. Sicher werden Sie das in Ihrem nächsten Leserbrief brüsk abstreiten, oder vielleicht ist Ihre Zeit dafür ja zu schade.
Zu Ihrer Hauptfrage: Nein, es ist nichts Verwerfliches, wenn die Frankenhäuser über Großprojekte direkt entscheiden. Warum kommt die CDU-Fraktion aber erst jetzt auf diese Idee? Der Stadtrat hat schon über größere Projekte entschieden. Der Bau des Sole-Vital-Parks, Bau und Erweiterungen der Therme, Betreibung des Kyffhäuser-Denkmals. Auch am Hausmannsturm wurde kräftig investiert. All dies war mit Investitionsanteilen der Stadt verbunden und/oder birgt hohe Risiken für Folgekosten. Warum hat die CDU-Fraktion die Bürger hierzu nie befragt?
Sie haben mit zahlreichen Kommentaren auf der Facebook-Seite des Turms überdeutlich gemacht, dass Sie strikt gegen die Rettung des Turms sind. Sicher werden Sie auch das abstreiten und auf Ihre Verantwortung für die Haushaltslage der Stadt verweisen. Werden Sie und Herr Schobeß wegen dieser Verantwortung künftig jedesmal einen Bürgerentscheid initiieren, wenn Ihre Fraktion im Stadtrat eine Abstimmungsniederlage erleidet?
Das kann doch nicht Ihr Verständnis von Demokratie sein. Oder gilt Ihre Begeisterung für Basisdemokratie nur für den Schiefen Turm? Der Stadtrat ist gewählt, damit er Entscheidungen trifft. Und als guter Demokrat müssen Sie auch eine Abstimmungsniederlage akzeptieren können!
Ich weiß nicht, ob der Bürgermeister das zweite Gutachten verheimlicht hat. Wenn Ihnen das Problem der notwendigen Mauerwerksanierung aber tatsächlich neu ist, frage ich mich, wie ernst Sie Ihre Stadtratstätigkeit wirklich nehmen. Um dieses Problem zu kennen, muss man nicht im Stadtrat sitzen. Das weiß jeder interessierte Bürger. Mauerwerkprobleme wurden bereits im ersten Gutachten angesprochen. Im Dokument Vorplanung zur dauerhaften Sicherung des Schiefen Turmes ist das Thema ebenfalls erwähnt. Ich kann Ihnen dieses Dokument gern zur Verfügung stellen. Es wurde 2013 in einer öffentlichen Versammlung an interessierte Bürger verteilt.
Herr Kobrow, ich bitte Sie nicht Ihre Meinung zu ändern. Ich bitte Sie nur, nochmal nachzudenken. Man ist einer dauerhaften Stabilisierung des Turmes so nahe wie noch nie. Ihr Kampf gegen die Rettung war zumindest bei der abgewählten Landesregierung sehr erfolgreich. Trotzdem kam man in Berlin zu der Einschätzung, dass der Turm ein Baudenkmal mit besonderer nationaler Wahrnehmbarkeit, städtebaulichen Qualitäten und überdurchschnittlicher Qualität ist.
Mit dieser Einschätzung im Rücken sind die Chancen, Unterstützung bei der Mauerwerksanierung zu erhalten, groß. Können Sie sich als verantwortungsvoller Stadtrat nicht auch dafür einsetzen? Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn man nach jahrelangem Kampf die bereits eingegangenen Fördermittel zurückgibt und sein Wahrzeichen aufgibt. Es geht nicht darum, das Frankenhausen noch andere Attraktionen hätte. Es geht darum, alles zu tun, um die Attraktivität zu erhalten und zu steigern. Dazu gehört auch der Schiefe Turm.
Wenn Sie, Herr Kobrow, im Stadtrat eine Mehrheit hinter sich hätten, wäre der Turm bereits abgetragen. Sie haben den Bürgern immer eingeredet, es werde keine Fördermittel geben und damit auch keine Rettung. Sie wurden aber eines Besseren belehrt. Auch darüber sollten Sie nachdenken.
Abschließend möchte ich aber auch eine politische Alternative im Sinne von Herrn Kobrows politischer Logik aufzeigen (Vorsicht Ironie!).
Wegen Folgekosten bzw. dem Risiko von Folgekosten beenden wir sofort die Arbeiten am Sole-Vital-Park, schließen die Kyffhäuser-Therme und das Kyffhäuser-Denkmal. Wir tragen den Hausmannsturm und den Schiefen Turm ab und schließen das Museum. Konsequent ziehen wir uns auch aus der teuren touristischen Vermarktung unserer Region zurück.
Warum sollten dann noch Gäste zu uns kommen? Das weiß ich nicht. Aber wir hätten mit diesen Maßnahmen die Kosten und Risiken deutlich minimiert.
Ach ja: Die Menschen, die von Gastronomie, Kurwesen und Tourismus leben, finden sicher einen anderen Job bei der Bundeswehr oder einem der vielen Industrieunternehmen unserer Region ;-)
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Schmidt
Bad Frankenhausen
Sehr geehrter Herr Kobrow,
als Bürger von Bad Frankenhausen freue ich mich sehr über Ihre plötzlich entdeckte Liebe zur Basisdemokratie. Leider sind Ihre wahren Beweggründe aber viel zu offensichtlich. Sicher werden Sie das in Ihrem nächsten Leserbrief brüsk abstreiten, oder vielleicht ist Ihre Zeit dafür ja zu schade.
Zu Ihrer Hauptfrage: Nein, es ist nichts Verwerfliches, wenn die Frankenhäuser über Großprojekte direkt entscheiden. Warum kommt die CDU-Fraktion aber erst jetzt auf diese Idee? Der Stadtrat hat schon über größere Projekte entschieden. Der Bau des Sole-Vital-Parks, Bau und Erweiterungen der Therme, Betreibung des Kyffhäuser-Denkmals. Auch am Hausmannsturm wurde kräftig investiert. All dies war mit Investitionsanteilen der Stadt verbunden und/oder birgt hohe Risiken für Folgekosten. Warum hat die CDU-Fraktion die Bürger hierzu nie befragt?
Sie haben mit zahlreichen Kommentaren auf der Facebook-Seite des Turms überdeutlich gemacht, dass Sie strikt gegen die Rettung des Turms sind. Sicher werden Sie auch das abstreiten und auf Ihre Verantwortung für die Haushaltslage der Stadt verweisen. Werden Sie und Herr Schobeß wegen dieser Verantwortung künftig jedesmal einen Bürgerentscheid initiieren, wenn Ihre Fraktion im Stadtrat eine Abstimmungsniederlage erleidet?
Das kann doch nicht Ihr Verständnis von Demokratie sein. Oder gilt Ihre Begeisterung für Basisdemokratie nur für den Schiefen Turm? Der Stadtrat ist gewählt, damit er Entscheidungen trifft. Und als guter Demokrat müssen Sie auch eine Abstimmungsniederlage akzeptieren können!
Ich weiß nicht, ob der Bürgermeister das zweite Gutachten verheimlicht hat. Wenn Ihnen das Problem der notwendigen Mauerwerksanierung aber tatsächlich neu ist, frage ich mich, wie ernst Sie Ihre Stadtratstätigkeit wirklich nehmen. Um dieses Problem zu kennen, muss man nicht im Stadtrat sitzen. Das weiß jeder interessierte Bürger. Mauerwerkprobleme wurden bereits im ersten Gutachten angesprochen. Im Dokument Vorplanung zur dauerhaften Sicherung des Schiefen Turmes ist das Thema ebenfalls erwähnt. Ich kann Ihnen dieses Dokument gern zur Verfügung stellen. Es wurde 2013 in einer öffentlichen Versammlung an interessierte Bürger verteilt.
Herr Kobrow, ich bitte Sie nicht Ihre Meinung zu ändern. Ich bitte Sie nur, nochmal nachzudenken. Man ist einer dauerhaften Stabilisierung des Turmes so nahe wie noch nie. Ihr Kampf gegen die Rettung war zumindest bei der abgewählten Landesregierung sehr erfolgreich. Trotzdem kam man in Berlin zu der Einschätzung, dass der Turm ein Baudenkmal mit besonderer nationaler Wahrnehmbarkeit, städtebaulichen Qualitäten und überdurchschnittlicher Qualität ist.
Mit dieser Einschätzung im Rücken sind die Chancen, Unterstützung bei der Mauerwerksanierung zu erhalten, groß. Können Sie sich als verantwortungsvoller Stadtrat nicht auch dafür einsetzen? Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn man nach jahrelangem Kampf die bereits eingegangenen Fördermittel zurückgibt und sein Wahrzeichen aufgibt. Es geht nicht darum, das Frankenhausen noch andere Attraktionen hätte. Es geht darum, alles zu tun, um die Attraktivität zu erhalten und zu steigern. Dazu gehört auch der Schiefe Turm.
Wenn Sie, Herr Kobrow, im Stadtrat eine Mehrheit hinter sich hätten, wäre der Turm bereits abgetragen. Sie haben den Bürgern immer eingeredet, es werde keine Fördermittel geben und damit auch keine Rettung. Sie wurden aber eines Besseren belehrt. Auch darüber sollten Sie nachdenken.
Abschließend möchte ich aber auch eine politische Alternative im Sinne von Herrn Kobrows politischer Logik aufzeigen (Vorsicht Ironie!).
Wegen Folgekosten bzw. dem Risiko von Folgekosten beenden wir sofort die Arbeiten am Sole-Vital-Park, schließen die Kyffhäuser-Therme und das Kyffhäuser-Denkmal. Wir tragen den Hausmannsturm und den Schiefen Turm ab und schließen das Museum. Konsequent ziehen wir uns auch aus der teuren touristischen Vermarktung unserer Region zurück.
Warum sollten dann noch Gäste zu uns kommen? Das weiß ich nicht. Aber wir hätten mit diesen Maßnahmen die Kosten und Risiken deutlich minimiert.
Ach ja: Die Menschen, die von Gastronomie, Kurwesen und Tourismus leben, finden sicher einen anderen Job bei der Bundeswehr oder einem der vielen Industrieunternehmen unserer Region ;-)
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Schmidt
Bad Frankenhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
