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Freiheit und Demokratie - Errungenschaft oder (und) Gefahr?

Mittwoch, 25. Februar 2015, 19:49 Uhr
Unter dieser Überschrift erreichte kn ein Leserbrief von Dieter Strödter, den wir in voller Länge veröffentlichen...

Unser Bundespräsident J. Gauck ist ein streitbarer Verfechter und Verteidiger der großen Worte von Freiheit und Demokratie. Ich nutze die im Grundgesetz garantierten Werte um zu seinen Darstellungen "Wenn und Aber" sagen zu dürfen.

Im Namen von Freiheit und Demokratie heuerten die US-Geheimdienste über 1.000 Ex-Nazis, darunter auch Kriegsverbrecher, an und beschützten diese.

Für Freiheit und Demokratie wurde einst der größte Teil der Nazi-Juristen in die bundesdeutsche Justiz übernommen. Um diese Werte zu verteidigen, setzten die USA in Vietnam Napalm entlaubten mittels Gift Wälder und wollten "Nordvietnam in die Steinzeit zurück bomben".
Als vorgeschobener Anlass diente die "Tonkingbuchtaffäre".

Die Taliban wurden gegen den Kommunismus durch die Freie Welt mit modernen Waffen hochgerüstet.
Die erlogene Existenz von Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins erlaubte den Krieg gegen den Irak mit seinen schlimmen aktuellen Folgen. (Gehören Präsidenten als Verursacher völkerrechtswidriger Kriege nicht auch vor das Tribunal in Den Haag?)

Um Freiheit und Demokratie zu schützen, wurden Gefangene im widerrechtlich besetzten Guantanamo zum Schein ertränkt.

Zur Profitmaximierung jagen Hedgefonds um den Erdball, werden nicht nur in Pakistan Textilarbeiterinnen schamlos ausgebeutet und wetten Spekulanten auf den Zusammenbruch von Firmen oder Staaten, verschleiern multinationale Konzerne Milliardengewinne an der Steuer vorbei - die weitere Aufzählung solcher Kainsmerkmale freiheitlich-demokratischer Grundordnungen würde Seiten füllen!

Sind Verbrechen, die von den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft im Namen von Freiheit und Demokratie begehen, keine Verbrechen?

So können Begriff, die unverzichtbare Werte beinhalten, zur Gefahr für diese Werte selbst werden, wenn mann sie ständig einseitig und unkritisch verwendet.
Als Monstranz vor sich hergetragen, können sie zum "Totschlagargument" werden, das Kritiker zum Verstummen bringt.

Mein Fazit:
Das Hinterfragen und die Kontrolle der Mächtigen ist in jedem politischen System lästig aber unverzichtbar.

Dieter Strödter
Sondershausen

Hinweis Redaktion:
Dieter Strödter bezieht sich auf Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck, die dieser Freiheit und Demokratie vor einiger Zeit geäußert hatte.
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khh

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