kyffhaeuser-nachrichten.de

Traditionelles Frühstückchen

Montag, 02. März 2015, 11:55 Uhr
Das ist wahrlich eine Tradition: Zum nun schon 13. Mal hat die Nordthüringer Volksbank zu ihrem Landwirtschaftsfrühstück eingeladen. Auch diesmal trafen sich die Landwirte aus den Landkreisen Nordhausen und Sömmerda sowie aus dem Kyffhäuserkreis auf dem Burghof am Fuße des Kyffhäuserdenkmals...

Blick in das Auditorium (Foto: nnz) Blick in das Auditorium (Foto: nnz)
Begrüßt wurden die mehr als 100 Gäste von Peter Herbst, dem Vorstand der Nordthüringer Volksbank, der dieses Frühstück als seine Lieblingsveranstaltung bezeichnete, weil er da nicht soviel reden müsse.

Das übernahm – für sie eine Premiere – die neue Thüringer Landwirtschaftsministerin Birgit Keller. Sie umriss die Grundzüge der Agrarpolitik der rot-rot-grünen Landesregierung. Sie machte aber auch auf neue Akzente wie die Stärkung der regionalen Vermarktung aufmerksam. Für sie stelle der Bauernverband eine herausragende Rolle bei der Umsetzung der der Landwirtschaftspolitik dar.

Birgit Keller (Foto: nnz) Birgit Keller (Foto: nnz)
Thüringen befinde sich nicht unter einer Käseglocke, sondern sei Teil der Europäischen Agrar-Politik. In den nächsten Landeshaushalten werden die wichtigsten Eckpunkte abgesteckt, denn: das was bis zur Mitte einer Legislatur nicht geschafft sei, das werde danach nur schwerlich noch umgesetzt. Zusätzlich müssen die Verhandlungen mit der EU geführt werden, um die deutschen Landwirte nicht zu benachteiligen. Die Auswirkungen, die aus Brüssel bis in jeden landwirtschaftlichen Betrieb hinreichen, sollen so ausgestaltet werden, dass die Landwirtschaft in Thüringen auch weiterhin profitabel sein kann.

In vielen anderen Politikfeldern werden sich in den kommenden Jahren Konflikte mit der Landwirtschaft zwangsweise ergeben. Die Ausgestaltung von Auen oder der Hochwasserschutz zum Beispiel oder das Zurückfahren der überdimensionierten Massentierhaltung. Für Keller steht fest, dass hier offen mit einander gesprochen werden muss, die Vorhaben sollen transparent ausgestaltet werden. Ziel bleibt, eine profitable Landwirtschaft in Thüringen zu realisieren, denn auch in diesem „Wirtschafts“segment werden Arbeitsplätze gesichert und auch neue geschaffen.

Nach Birgit Keller sprach der Diplomlebensmitteltechniker Udo Pollmer zum „Vegetarismus als neue Jugendreligion“. Der sprach zuerst über die Bedeutung der sozialen Netzwerke als Meinungsverbreiter. Pollmer: „Wer heute einer ehrlichen Arbeit nachgeht, der hat in der politischen Meinungsbildung nichts zu suchen, der kommt nicht zu Gehör.“ Und die Keule gegen den Journalismus holte er auch noch aus seiner fiktiven Tasche. „Für Journalisten ist es heute schon eine Kunst, einen Hund von einem Schwein zu unterscheiden.“

Und: „die heutigen Lehrer seien jene, die diesen Quatsch schon als Jugendliche verbreitet haben.“ Also haben auch die Kinder keine Chance, die Verantwortung der Landwirtschaft objektiv einschätzen zu können. Was muss also getan werden?

Landwirte müssen erklären und aufklären, vor allem zur sogenannten Massentierhaltung. Dazu einige Daten. 1989 gab es 20 Millionen Großvieheinheiten in Deutschland, im Jahr 2013 waren es nur noch 13 Millionen Einheiten. Die Bevölkerung blieb mit rund 80 Millionen Menschen relativ konstant. Für Pollmer seien alle Youtube-Filmchen von selbst ernannten Tierschützern gestellte Aufnahmen, für die ein Metzger 50 Euro als Honorar kassiert habe. Oder die irgendwo in Rumänien gedreht wurden.

Wenn die Landwirte nichts gegen die Medienüberflutung der unter 39jährigen unternehmen würden, dann sei die deutsche Menschheit in wenigen Jahren von Vegetariern überflutet. Noch schlimmer seien die Veganer – sie stellen die größte Gefahr für die Landwirte dar, vor allem wenn sie militant daherkommen.

Die anwesenden Landwirte waren ob der Ausführungen dieses Herren recht amüsiert. Was ernsthaft bleibt: Die Landwirtschaft, auch die in Thüringen, muss Geld in die eigene Hand nehmen, um an ihrem Image zu arbeiten. Youtube reicht da nicht, ist aber eine Möglichkeit, vor allem, wenn man die Möglichkeiten der digitalen Welt nutzen will.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de