kyffhaeuser-nachrichten.de

Forum: Doping im Fußball

Donnerstag, 05. März 2015, 11:20 Uhr
Die besonders aus dem Radsport in der Zeit der Jahrtausendwende negativ bekannte „Freiburger Sportmedizin“ um Prof. Klümper und Co. sorgt gegenwärtig erneut wieder für großes Aufsehen. Dazu Anmerkungen eines Lesers der Nordthüringer Online-Zeitungen...


Damals geriet das Vertrauen für die ertappten Radler der „westlichen Seite“ Deutschlands durch die bewiesene Verabreichung der „systematischen Ananabolikamittel“ aus den Fugen.

Das Kuriose dabei ist, dass eine aus Medizinern, Staatsanwälten und Kriminalisten bestehende „fachliche Aufklärungsgruppe“ der Freiburger Universität, die seit bereits sechs Jahren in kostenaufweniger und mühevollen Kleinarbeit in Höhe von fast 2 Millionen Euro (!) im Zusammenhang mit den bekannten Dopingfällen der Telekommannschaft im Nachhinein nur rein zufällig auf neue brisante Akten stieß.

Die Hauptaufgabe dieser Untersuchungskommission galt eigentlich der restlosen Aufklärung zweier staatsanwaltlicher Verfahren gegen den heute in Südafrika lebenden ehemaligen Humanmediziner, Verbands- und Olympiaarzt sowie Hochschullehrer, Prof. A Klümper, wegen dringendem Verdacht des Arzeneimittelbetruges! Er hatte als „Guru“ mit seinen „Schnellschuss-Methoden“ verletzte Sportler frühzeitig wieder „fit“ gemacht…

Hierbei wurden aber auch überraschend neue Belege gefunden, die nachweisen, dass u.a. bereits Ende der 70-er Jahre auch die beiden Fußballclubs (!) aus Freiburg und Stuttgart Adressaten von größeren Mengen dieser damals noch nicht offiziell verbotenen Mittel waren, die aber leider nicht namentlich einzeln erfasst wurden. Mir persönlich leuchtet allerdings nicht so richtig ein, dass allein das Finden einer (!) Nachbestellung der Stuttgarter gleichzeitig ein Indiz sein soll, gleich eine Ausbreitung der Dopingssucht auf mehrere Mannschaftssportarten zu vermuten!

Als der Kölner Ex-Nationaltorhüter Toni Schumacher 1987 in seinem Buch „Anpfiff“ erstmals unter anderem neben den verschiedenen Skandalen des deutschen Fußballs auch vom praktischen Umgang mit diesem Teufelszeug berichtete, wurde er verhöhnt. Die verschiedenen Schilderungen waren auch gleichzeitig das Ende seiner großen Laufbahn gewesen! Jetzt, nach vielen Jahren weiß man allerdings, wie richtig er dabei lag…….

Das Kommissionsmitglied dieser Freiberger Untersuchungsgruppe, Dr. Singer, der mit dieser voreiligen Meldung in den verschiedenen Medien die Öffentlichkeit aufschrecken ließ, hat sich außer der Erhöhung seines Bekanntheitsgrades aber bestimmt keinen großen Gefallen getan, weil seine Kollegen davon überhaupt nicht informiert waren und die Untersuchungen erst im Laufe dieses Jahres komplett ausgewertet werden dürften. Es liegt deshalb die Vermutung nahe, dass sein mutiger bzw. undisziplinierter Schritt auch das Ende der Mitarbeit bedeuten könnte! Was er aber zumindest schon erreichte, ist die nun vollständige Aufklärung dieser Feststellungen sowie die unendlich folgenden Reaktionen der vermuteten Beteiligten, die natürlich nichts mit den Dopinganwendungen zu tun hatten…..

Wer aber glaubt, dass in einer Mannschaftssportart dieses verpönte „Dopen“ nichts bringt und deshalb unpassend ist, kann sich sehr schnell getäuscht haben. Für alle unterschiedlichen Komponenten, egal ob es der Schnellkraft, Ausdauer, Kompaktheit oder Konzentration gilt, sind doch einzig und allein die Dosierungen entscheidend!

Bleibt zu hoffen, dass diese neu erkannte Möglichkeit einer Ausbreitung sofort, zumindest im Bereich des Fußballs, vom unterschriftsreifen „Anti-Dopinggesetz“ des DFB aufgehalten wird, der bereits im letzten Jahr mit über 2000 Trainings- und Wettkampfkontrollen mit Unterstützung der NADA unterwegs war!
Hans-Ullrich Klemm
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de