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Wieder Fahrräder aus Nordhausen

Montag, 09. März 2015, 17:35 Uhr
Man glaubt es kaum - es ist mehr als sieben Jahre her, da wurde die Produktion bei Bike Systems auf dem Gelände der ehemaligen IFA eingestellt. Nun - im Jahr 2015 - wird es wieder Fahrräder aus Nordhausen geben. Und was für welche...

Fahrräder - made in Nordhausen (Foto: nnz) Fahrräder - made in Nordhausen (Foto: nnz)
Es war ein schwarzer Freitag, dieser 26. Oktober des Jahres 2007. Das letzte rote Strike Bike wurde montiert und ausgeliefert. Die Ära des Nordhäuser Fahrradbaus ging zu Ende. Alle Versuche, die Produktion auf wirtschaftliche Füße zu stellen, waren gescheitert, auch Folgeprojekte waren nicht von Erfolg gekrönt.

Nun aber wird ein neues Kapitel der Nordhäuser Fahrradgeschichte geschrieben. Ein kleines, dafür aber feines. "fraillauf" nennt sich die Fahrradschmiede, die in der Elisabethstraße in Nordhausen zu finden ist. Sie ist in den Horizont-Verein integriert, grenzt sich aber vollkommen vom gemeinnützigen Bereich der dortigen Fahrradwerkstatt ab. Auch räumlich. Ein dezentes Grau ziert Außenfassade und auch die Innenräume.

Dort stehen sie, die erste Modelle von "fraillauf": Fixi deluxe, Classic Nice Girl oder Cruiser. Auf den ersten Blick fällt auf: mit diesen rollenden Untersätzen fällt Mann oder Frau auf jeden Fall auf. "Wir haben unsere Räder auf das Notwendigste begrenzt, was ein Fahrrad ausmacht und die Konzentration auf das Wesentlichste versucht", sagt Jörg Wolf, der gemeinsam mit Steffen Fahrland das Projekt auf der Taufe hob.

Jörg Wolf (links) und Steffen Fahrland (Foto: nnz) Jörg Wolf (links) und Steffen Fahrland (Foto: nnz)

Trotz der Sparsamkeit an Ausstattung kosten die Modelle um die 1.600 Euro. Minimum. Ganz klar, damit wollen die Macher von "fraillauf" eine Nische besetzen, die immer größer wird. Vor allem in den Ballungsgebieten, in den Großstädten, dort wo das Fahrrad nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern immer mehr zum modischen Accessoir wird. Dort, in München, in einem Biergarten, kam Jörg Wolf die Idee für "fraillauf".

In der Elisabethstraße werden sieben Modelle gebaut. Mit edelsten Materialien und "Zutaten" wie etwa einem Sattel von Brooks, der allein schon den Preis eines Baumarktrades hat. Auf die Lackierung sind die Macher richtig stolz. Verwendet werden Autolacke. Das Orange kommt von Lamborghini, das weiß von Audi. Alle Rahmen werden von Hand in der Lackiererei der Autohaus Peter Gruppe gespritzt.

Angestrebt werden Kleinserien, 100 Räder im Jahr sollen unter die Kundschaft gebracht werden. Die wiederum soll über Händler gefunden werden, die sich dem Verkauf der etwas anderen Fahrräder verschrieben haben.

Es ist ein gewisses Wagnis, dass "fraillauf" da eingeht, aber wie sagt man salopp: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt und die Fahrradsaison 2015 steht bevor.
Peter-Stefan Greiner

Mehr Infos gibt es auch auf www.fraillauf.de
Autor: red

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