kyffhaeuser-nachrichten.de

Zwei Jahrzehnte gefeiert

Dienstag, 17. März 2015, 12:43 Uhr
Es war im Jahr 1995, da hatten Hans Jürgen Nüßle und Dr. Dieter Bartholomäus gemeinsam mit Helmut Peter eine Idee. Aus diesem "Einfall" entwickelte sich eine vergnüglich-unterhaltsame "Instanz" im kulturellen Leben einer ganzen Region. Die nnz mit der Geschichte des Nordhäuser Frühlingsballs...

630 Eintrittskarten sind verkauft (Foto: nnz) 630 Eintrittskarten sind verkauft (Foto: nnz)
In diesem Jahr fallen zwei historische Ereignisse zusammen: 20 Jahre Nordhäuser Frühlingsball und 25 Jahre Deutsche Einheit. Beide Themen werden sich am Samstag inhaltlich und gestalterisch durch die gesamte Ballnacht im gesamten Ballhaus Peter ziehen.

Zu diesem Punkt wollen die Hausherren Helmut und Andreas Peter noch nicht zu viel verraten. Dafür blickt Helmut Peter gern zurück auf die zwei Jahrzehnte. Wenn er alle Episoden, "Vorkommnisse", Highlights oder Pannen aufzählen würde, ein halber Tag würde vermutlich nicht reichen.

Es begann im Mercedes-Autohaus an der Halleschen Straße in Nordhausen mit Bierzeltgarnituren sowie den Buffets der Fleischereien Zech und Trautvetter. Da kam es auch schon mal vor, dass ein prächtiger Schinken mitten im Raum hing. Danach übernahm das Catering der damalige "Neustädter Hof", und statt der Bierzeltgarnituren standen bequeme Stühle (In Leipzig gemietet) an den noch langen Tischen. Ab dem Jahr 2007 wurde das Catering in die Verantwortung der Firma Harzwald übertragen. Und so langsam gestaltete sich auch das Ambiente zu einem Augenschmaus.

Die ersten fünf Jahre wechselten sich die Bands ab, dann gaben die Amorados als Showband den Platz auf der Bühne nicht mehr her. Eine Diskothek in der großen Werkstatt kam hinzu. Fragt man Helmut Peter nach Höhepunkten, dann fällt es durchaus schwer, einige unter vielen herauszupicken: Der Auftritt von Boney M. zum Beispiel oder die dreimalige Moderation von Dieter Thomas Heck. Und Pannen: "Wir hatten auch schon mit Randalierern zu tun, die Blumenkübel durch das Haus warfen."

Komiker, Bauchredner, eine Band aus Mexico - immer wieder versuchten sich Helmut Peter und sein Team in Neuerungen. Mit den Jahren sammelten sie Erfahrungen. Eine zum Beispiel, dass mehr Musik und weniger Reden den Auftakt ausmachen sollen. Und so wird es in diesem Jahr zwei Grußworte geben - eines von Helmut, das andere von Andreas Peter. Alle anderen Statements sind in einer Festbroschüre nachzulesen.

Helmut Peter erinnert sich darüber hinaus an viele Anekdoten. So zum Beispiel, dass er am Morgen nach der Ball-Nacht schon mal die Tore zur Werkstatt öffnen ließ, um frische Luft hinein zu lassen und um die Gäste gegen 7 Uhr daran zu erinnern, dass es schon die ersten Sonnenstrahlen zu erheischen gibt. "In den 20 Jahren Frühlingsball wurden aber auch viele geschäftliche Kontakte und Freundschaften angebahnt, die zum Teil bis heute halten. Auch zwischenmenschliche Episoden nahmen im Autohaus ihren Anfang und endeten in einer Hochzeit."

Und immer wieder fanden sich nach einer Ballnacht in irgendwelchen Ecken oder unter den Tischen Schuhe, Ketten oder Uhren, die auch nach Wochen noch niemand vermisste.

20 Jahre lang nun trug Helmut Peter die Hauptveranwortung für die Bälle, denn neben dem Frühlingsball werden in den Autohäusern der Peter-Gruppe auch die Ärztebälle in Nordhausen und Heiligenstadt gefeiert. "Das hat, da wir keine Agentur beauftragt hatten, ganz schön an den Kräften gezehrt. Nun, da wir auf 20 Bälle zurückblicken können, wird es Zeit, die Regie in die Hände meines Sohnes zu legen. Ich will es dennoch nicht versäumen und mich bei unserer gesamten Mannschaft zu bedanken. Vor allem bei Marion Pomsel und Ingo Langner, die oft nächtelang mit den Vorbereitungen zu tun hatten, das normale Geschäft einer Autohaus-Gruppe aber trotzdem am Laufen halten mussten", sagt Helmut Peter.

Andreas Peter wird den Frühlingsball nicht neu erfinden. Wohl aber wird es Veränderungen geben, so wie es Veränderung im Partyverhalten der Menschen in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten gegeben hat. "Wir werden die Bühne mehr in den Mittelpunkt rücken, wir werden mehr Rückzugsmöglichkeiten schaffen und die Kommunikation unter den Ballgästen erleichtern. Und es wird ein anderes Foyer geben, wenn ich das mal so ausdrücken soll", beschreibt Andreas Peter das Kommende, von dem ein Teil bereits am Samstag erlebbar sein wird.

Was allerdings bleibt, dass ist die Tatsache, dass ein Autohaus nun mal kein Ballhaus sein und werden kann. Das Verrückte ist andererseits, dass ein Wechseln der Lokalität kaum vorstellbar ist. Es hat hier alles so seinen Charme, denn wo wird in einer Werkstatt für Fahrzeuge schon mal eine Disko untergebracht und wo wird in einer Waschhalle gekocht? Die Antwort fällt leicht - im Ballhaus Peter.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de