Eine Stätte des Gedenkens
Sonntag, 26. April 2015, 23:29 Uhr
Bevor am Samstag die Jugendweihefeier stattfand gab es für die Jugendlichen aus Bad Frankenhausen und Oldisleben eine Jugendweihefahrt zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora...
Das Jugendweihejahr 2015 ist beendet. Am vergangenen Samstag haben rund 150 Schüler aus den Schulen in Bad Frankenhausen und Oldisleben ihre Jugendweihe erhalten. Bevor allerdings dieses wunderbare und für die Jugendlichen so bedeutende Ereignis am 25. April gefeiert wurde, führte uns unsere letzte Fahrt in diesem Jahr an einen denkwürdigen Ort.
Auf Wunsch der Jugendweiheteilnehmer ging es nach Nordhausen zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora.
Da sich insgesamt 63 Schüler angemeldet hatten; 13 von der Gemeinschaftsschule Oldisleben, 20 von der Regelschule Bad Frankenhausen und 30 vom Kyffhäusergymnasium, fuhren wir in zwei Bussen und wurden auch in Nordhausen auf zwei Gruppen aufgeteilt.
Während der Führungen wurden wir von zwei recht jungen ehrenamtlichen Begleitern betreut, welche sich daher sehr gut auf die Schüler der 8. Klassen einstellen konnten, die das Thema Zweiter Weltkrieg in der Schule noch nicht behandelt hatten.
Interessiert folgten die Schüler deren Darlegungen über die schrecklichen Ereignisse der Jahre 1943 bis 1945. Tief beeindruckt waren sie, als sie in der feuchten und dunklen Stollenanlage sahen, wie die Häftlinge arbeiten und schlafen mussten - ohne Lüftung und sanitären Anlagen und kaum Essen. Bevor die Baracken durch Häftlinge gebaut wurden, verbrachten die Häftlinge 24 h unter Tage. Es starben Tausende an Entkräftung und Lungenkrankheiten bereits in den ersten Monaten.
Viele Fragen taten sich auf: z. B. warum die SS-Mitarbeiter so handelten, warum die Bevölkerung weg sah; Fragen zu den Verhältnissen, der Kameradschaft der Häftlinge untereinander, dem Diebstahl von Essen, der Arbeitsbedingungen im Stollen, dem Sterben lassen…
Es wurde auch über Annehmlichkeiten des Lebens der SS-Mitarbeiter und Aufseher gesprochen und diskutiert. Über deren Möglichkeiten, sich gegen die Umstände im Lager zu wehren und auszusteigen. Über deren Macht, die sie ausübten, selbst wenn die Häftlinge stundenlang auf dem Appellplatz stehen mussten.
Sehr bewegend und still wurde es am ehemaligen Krematorium und der Grabstätte mit den weißen Bäumen und den Gesteinsbrocken, welche die Asche der verbrannten Häftlinge bedecken. Die Jugendlichen deuteten die weiße Farbe an den Bäumen als Zeichen des Friedens und der Unschuld der Häftlinge und gedachten der Toten mit einem Blumenstrauß.
Abschließende Worte hatte unser Betreuer dann am Gedenkstein vor dem Krematorium, der an die 60 000 Inhaftierten aus 40 Nationen und den 20 000 Toten in den 1 ½ Jahren der Existenz dieses Lagers erinnerte und an welchem, aufgrund der Gedenkfeier vom 13.04.2015 anlässlich des 70. Jahrestages der Lagerbefreiung, besonders viele Blumengestecke und Kränze niedergelegt waren.
Gegen 14:00 Uhr traten wir dann mit vielen denkwürdigen Eindrücken die Heimreise an.
Kirsten Puppe
Ortsvereinigung für Jugendweihe e. V. Bad Frankenhausen
Autor: khhDas Jugendweihejahr 2015 ist beendet. Am vergangenen Samstag haben rund 150 Schüler aus den Schulen in Bad Frankenhausen und Oldisleben ihre Jugendweihe erhalten. Bevor allerdings dieses wunderbare und für die Jugendlichen so bedeutende Ereignis am 25. April gefeiert wurde, führte uns unsere letzte Fahrt in diesem Jahr an einen denkwürdigen Ort.
Auf Wunsch der Jugendweiheteilnehmer ging es nach Nordhausen zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora.
Da sich insgesamt 63 Schüler angemeldet hatten; 13 von der Gemeinschaftsschule Oldisleben, 20 von der Regelschule Bad Frankenhausen und 30 vom Kyffhäusergymnasium, fuhren wir in zwei Bussen und wurden auch in Nordhausen auf zwei Gruppen aufgeteilt.
Während der Führungen wurden wir von zwei recht jungen ehrenamtlichen Begleitern betreut, welche sich daher sehr gut auf die Schüler der 8. Klassen einstellen konnten, die das Thema Zweiter Weltkrieg in der Schule noch nicht behandelt hatten.
Interessiert folgten die Schüler deren Darlegungen über die schrecklichen Ereignisse der Jahre 1943 bis 1945. Tief beeindruckt waren sie, als sie in der feuchten und dunklen Stollenanlage sahen, wie die Häftlinge arbeiten und schlafen mussten - ohne Lüftung und sanitären Anlagen und kaum Essen. Bevor die Baracken durch Häftlinge gebaut wurden, verbrachten die Häftlinge 24 h unter Tage. Es starben Tausende an Entkräftung und Lungenkrankheiten bereits in den ersten Monaten.
Viele Fragen taten sich auf: z. B. warum die SS-Mitarbeiter so handelten, warum die Bevölkerung weg sah; Fragen zu den Verhältnissen, der Kameradschaft der Häftlinge untereinander, dem Diebstahl von Essen, der Arbeitsbedingungen im Stollen, dem Sterben lassen…
Es wurde auch über Annehmlichkeiten des Lebens der SS-Mitarbeiter und Aufseher gesprochen und diskutiert. Über deren Möglichkeiten, sich gegen die Umstände im Lager zu wehren und auszusteigen. Über deren Macht, die sie ausübten, selbst wenn die Häftlinge stundenlang auf dem Appellplatz stehen mussten.
Sehr bewegend und still wurde es am ehemaligen Krematorium und der Grabstätte mit den weißen Bäumen und den Gesteinsbrocken, welche die Asche der verbrannten Häftlinge bedecken. Die Jugendlichen deuteten die weiße Farbe an den Bäumen als Zeichen des Friedens und der Unschuld der Häftlinge und gedachten der Toten mit einem Blumenstrauß.
Abschließende Worte hatte unser Betreuer dann am Gedenkstein vor dem Krematorium, der an die 60 000 Inhaftierten aus 40 Nationen und den 20 000 Toten in den 1 ½ Jahren der Existenz dieses Lagers erinnerte und an welchem, aufgrund der Gedenkfeier vom 13.04.2015 anlässlich des 70. Jahrestages der Lagerbefreiung, besonders viele Blumengestecke und Kränze niedergelegt waren.
Gegen 14:00 Uhr traten wir dann mit vielen denkwürdigen Eindrücken die Heimreise an.
Kirsten Puppe
Ortsvereinigung für Jugendweihe e. V. Bad Frankenhausen







