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Landwirte berieten im Kyffhäuserkreis

Mittwoch, 29. April 2015, 00:36 Uhr
Am gestrigen Abend begann in Sondershausen die Landwirtschaftskonferenz des Kyffhäuserkreises. Was die Schwerpunkte der Diskussion waren, erfahren Sie hier...

Der Vorsitzende des Bauernverband Kyffhäuserkreis, Dr. Wolfgang Peter, zusammen mit Landrätin Antje Hochwind Einlader zur Landwirtschaftskonferenz, begrüßte die Teilnehmer der Konferenz.

In seinen Worten unterstrich er nochmals die Probleme kleinerer Landwirtschaftsbetrieb, mit Blick auf die Einstellung der Tierproduktion in Wolferschwenda. Das sei keine gute Entwicklung in Thüringen, wenn die Tierproduktion zurückgeht. Eine Arbeitskraft in der Tierproduktion braucht sieben Arbeitskräfte in der vorbereitenden Feldproduktion.

Landwirte berieten im Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Landwirte berieten im Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Problem sei auch, dass das Kulturlandschaftsprogramm stark überzeichnet sei, und auch landwirtschaftliche Betriebe aus dem Kyffhäuserkreis Ablehnungsbescheide erhielten.

Als kompetente Gesprächspartner hatte sich der Kreisbauernverband die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Die Linke), sowie der Referatsleiter für Wasserbau, Gewässerschutz und Flussgebietsmanagement des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz, Holver Diening eingeladen. Ebenfalls dabei der Hauptgeschäftsführer des Thüringer Bauernverbandes Thomas Grottke.

Landwirte berieten im Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Landwirte berieten im Kyffhäuserkreis (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Keller informiert über den Stand zu den Verhandlungen mit Brüssel zu GAP und KULAP, ohne bereits fest Zusagen machen zu können.

Zur Hochwasserschutzkonzeption und Wasserrahmenrichtlinie für Thüringen informierte Holver Diening. Er informierte, dass noch nicht alle Gewässer den Anforderungen entsprächen und Maßnahmen notwendig seien (siehe Folien Bildergalerie).

Hochwind ging auf Flächeninanspruchnahme durch Infrastrukturmaßnahmen ein. Außerdem Unstrut-Werra-Radweg seien keine weiteren größeren Maßnahmen geplant, die den Landwirten Ackerland kosten könnten. Durch Nutzung von Brachflächen soll der Landverbrauch minimiert werden.

Breites Thema bei Hochwind waren der demografische Wandel und der Breitbandausbau. Sie appellierte an die Bevölkerung, die Fragebögen zügig zurückzugeben. Der Rücklauf in kleineren Gemeinden sei gut.

Mit Bezug auf den in der Gemarkung Wolferschwenda vorgefundenen Leerstand sagte sie, dass durch den demografische Wandel das Problem verschärfte werde und eine große Herausforderung darstelle. Der Kreis hat in den letzten 20 Jahre rund 25.000 Einwohner eingebüßt und man werde bis 2030 wohl weitere 20.000 weniger Einwohner im Kreis haben, so Hochwind.

Hartmut Thiele hatte gleich ein ganzes Paket an Fragen, welches er durch die Landesregierung öffentlich beantwortet haben möchte. Neben Problemen bei den Ausgleichsmaßnahmen sprach er die mangelnde Finanzausstattung der Kommunen an und mehr in Richtung Finanzministerium die Bewertung der Grundstücke und forderte mehr Steuergerechtigkeit ein.
Mit Blick auf den Stadionneubau in Erfurt sagte Thiele, in Erfurt Geld für Neubau und in Sondershausen verfällt das Stadion wegen Geldmangel.

Geschäftsführer des Agrarunternehmens in Oldisleben, Uwe Erl sachlichere und vernünftige Diskussion zu den Bedingungen in der Tierproduktion an.

In den weiteren Diskussionen ging es um
- Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sinnvoll und nachhaltig gestalten
- Tierproduktion im Kyffhäuserkreis
- Landschaftspflege und Schafhaltung
- Entwicklung ländlicher Raum, Demographie
Autor: khh

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