kyffhaeuser-nachrichten.de

Diesjähriger SPD Jahresempfang am Kyffhäuserdenkmal

Dienstag, 12. Mai 2015, 19:00 Uhr
Die jüngste Mitgliederversammlung des SPD- Ortsvereins Ebeleben fand in Verbindung mit einer Kreisvorstandssitzung der Partei im „Ratskeller- griechisches Restaurant Athen“ statt. Dazu erreichte kn folgende Meldung der SPD Kyffhäuserkreis...

Zu dieser gut besuchten Veranstaltung waren u.a. auch der Bundestagsabgeordnete Steffen- Claudia Lemme und die Landrätin des Kyffhäuserkreises Antje Hochwind erschienen. Den Fachvortrag zur Rentenentwicklung hielt Dr. Alfred Spieler, der Referent für Sozialpolitik der Volkssolidarität beim Bundesverband ist.

Zunächst begrüßte Cornelia Kraffzick als Kreisvorsitzende die Anwesenden, bevor der Vorsitzende des Ortsvereins, Thomas Gehlhaar, das Wort ergriff. Er stellte kurz den aus 25 Mitgliedern bestehenden Ortsverein vor. Anschließend wurden die Gründungsmitglieder Uwe Vogt (Ebeleben) sowie Gisela Wegewitz, Monika und Manfred Hahn (Allmenhausen) für ihre 25jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Die Jubilare erhielten eine Urkunde der Bundes- SPD und einen Blumenstrauß.

Danach gab MdB Lemme den Einstieg in das Hauptthema des Abends. Im Juli bekommen die Ostrentner 2,5 Prozent mehr Rente. Damit beträgt der aktuelle Rentenwert in den neuen Ländern nun 92,6 Prozent seines Westwerts (bisher 92,2 Prozent). Der Bundestagsabgeordnete verwies darauf, dass das Thema Rente eine komplexe Generationenfrage bleibe, die eine große Herausforderung für die Zukunft sei.

Dr. Alfred Spieler beschäftigt sich seit 2002 sehr intensiv mit der Rententhematik. Als Ostdeutscher bekräftigte er, dass es nach wie vor viele offene Fragen gibt, zumal man im Osten die Rentenansprüche nach einem Sonderrecht Ost erwerbe. Einen interessanten Blick in die Statistiken der Rentenversicherung gewährte der Referent: Wer im Osten schon im Ruhestand ist, bekommt im Schnitt derzeit deutlich mehr gesetzliche Rente als die Altersgenossen im Westen.

Das liegt an den durchweg längeren und durchgängigeren Beschäftigungszeiten in der DDR – die zudem ebenfalls hoch gewertet wurden. Besonders deutlich zeigt sich das bei den Rentnerinnen: Während sie im Westen derzeit im Schnitt 512 Euro monatlich erhalten, kommen ihre Altersgenossinnen im Osten auf immerhin 755 Euro. Bei den Männern ist der Unterschied nicht ganz so groß: 1096 Euro zu 1003 Euro.

Das dürfte sich mittelfristig aber umkehren, und zwar dann, wenn in Ostdeutschland immer mehr Geringverdiener und Langzeitarbeitslose mit geringen Rentenansprüchen ins Rentenalter kommen. Dazu kommt, dass nur 47 % der Beschäftigten im Osten in tariflich gebundenen Unternehmen arbeiten und dass man im Osten für gleiche Arbeit oft weniger verdient als im Westen. Außerdem ist der Niedriglohnsektor im Osten stärker ausgeprägt und die Arbeitslosenquote war in den neuen Bundesländern 20 Jahre lang fast doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern. Auch das Problem von prekär Selbständigen (Ich- AG) wird teilweise zum Problem der Rentenkassen werden.

In den nächsten Jahren ist deshalb ein starker Anstieg der Grundleistungsempfänger zu erwarten. Als weiteres Problem führte Dr. Spieler an, dass es für Menschen mit Behinderung sehr schwierig sei, eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu finden.

Interessant zu hören war die derzeit kursierende Prognose der Rentensteigerung für das kommende Jahr, hier geht man zur Zeit von einer Steigerung von 4,6 % im Osten aus.
Nach seinen Ausführungen beantwortete der Referent zahlreiche Fragen aus dem Publikum.

Zum Abschluss des Abends kündigte die Kreis- SPD den diesjährigen Jahresempfang am Kyffhäuserdenkmal am 10. Juli (18 Uhr) an.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de