Religionen in einer Sonderausstellung
Sonntag, 31. Mai 2015, 16:38 Uhr
Das Regionalmuseum Bad Frankenhausen nimmt das Jubiläum 1215 – 2015 / 800 Jahre Kirche an diesem Platz der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde zum Anlass, sich den Religionen und dem religiösen Leben in und um Bad Frankenhausen in der Sonderausstellung zuzuwenden.
erblicken wir in der Religion kein Hindernis – Religion und religiöses Leben in und um Bad Frankenhausen vom Mittelalter bis zur Neuzeit
Mit diesen Worten beantwortete das zuständige Ministerium der Landesregierung des Fürstentums Schwarzburg – Rudolstadt im Jahre 1902 die Anfrage des Stadtrates von (Bad) Frankenhausen, ob das israelitische Glaubensbekenntnis des neuen Direktors des örtlichen Kyffhäuser-Technikums ein Hindernis in seiner Anstellung darstellen würde. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 34 Jahre vergangen, seit dem im Fürstentum per Gesetz verfügt worden war, dass der Genuss und die Ausübung der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte von dem religiösen Bekenntnisse unabhängig sind. Unterzeichnet hatten das Gesetz 1868 der damalige Landesherr und Oberhaupt der evangelisch-lutherischen Landeskirche, Fürst Albert (regiert 1867-1869), und sein katholischer Minister Jakob Hermann von Bertrab (Minister 1851-1887). Ganz unbegründet war die Anfrage des Stadtrates nicht. So sah sich der tief religiöse Staatsminister und Wegbereiter der katholischen Kirche im Fürstentum wiederholt Angriffen des protestantisch geprägten Landtages und der Landespresse ausgesetzt. Und die Emanzipation der Juden war begleitet von der Schändung ihres Friedhofes im nahen Kyffhäusergebirge.
Das ehemalige Kyffhäuser-Technikum am Standort des Zisterziensernonnenklosters Frankenhausen mit altem Klostergarten um 1903.
Das Regionalmuseum nimmt das Jubiläum 1215 – 2015 / 800 Jahre Kirche an diesem Platz der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde zum Anlass, sich den Religionen und dem religiösen Leben in und um Bad Frankenhausen zuzuwenden. Schwerpunktmäßig greifen wir Themen und Ereignisse wie Christianisierung, Klostergründungen, Kirchenbau, Reformation & Bauernkrieg – der verspätete Einzug des Protestantismus, Katholizismus zwischen Verdrängung im 16. Jh. und Wiederausbreitung seit dem 19. Jh. und jüdisches Leben zwischen Duldung, Emanzipation und Holocaust auf und stellen sie dar. Ergänzt und erweitert werden die Themen durch die Lebensskizzen von Stiftern, Baumeistern, Dichterinnen von Kirchenliedern, dem Initiator des ‚Ersten deutschen Musikfestes‘, Orgelbaumeistern und einzelnen Persönlichkeiten der jeweiligen Religion.
Um die Sonderausstellung anschaulich gestalten zu können, wurden dem Regionalmuseum zahlreiche Sachzeugen und Objekte kirchlicher, öffentlicher und privater Leihgeber zur Verfügung gestellt, wofür wir an dieser Stelle herzlich danken.
Sowohl die Sonderausstellung im Regionalmuseum als auch das Jubiläum der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Bad Frankenhausen werden flankiert von Musikveranstaltungen, Vorträgen und Führungen.
Ausstellungseröffnung Freitag, den 05. Juni 2015, um 19.30 Uhr, im Festsaal
Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung durch den Posaunenchor des evangelischen Kirchenkreises unter der Leitung von Kantorin Frau Laura Schildmann.
Ihr Museumsteam
Autor: khherblicken wir in der Religion kein Hindernis – Religion und religiöses Leben in und um Bad Frankenhausen vom Mittelalter bis zur Neuzeit
Mit diesen Worten beantwortete das zuständige Ministerium der Landesregierung des Fürstentums Schwarzburg – Rudolstadt im Jahre 1902 die Anfrage des Stadtrates von (Bad) Frankenhausen, ob das israelitische Glaubensbekenntnis des neuen Direktors des örtlichen Kyffhäuser-Technikums ein Hindernis in seiner Anstellung darstellen würde. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 34 Jahre vergangen, seit dem im Fürstentum per Gesetz verfügt worden war, dass der Genuss und die Ausübung der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte von dem religiösen Bekenntnisse unabhängig sind. Unterzeichnet hatten das Gesetz 1868 der damalige Landesherr und Oberhaupt der evangelisch-lutherischen Landeskirche, Fürst Albert (regiert 1867-1869), und sein katholischer Minister Jakob Hermann von Bertrab (Minister 1851-1887). Ganz unbegründet war die Anfrage des Stadtrates nicht. So sah sich der tief religiöse Staatsminister und Wegbereiter der katholischen Kirche im Fürstentum wiederholt Angriffen des protestantisch geprägten Landtages und der Landespresse ausgesetzt. Und die Emanzipation der Juden war begleitet von der Schändung ihres Friedhofes im nahen Kyffhäusergebirge.
Das ehemalige Kyffhäuser-Technikum am Standort des Zisterziensernonnenklosters Frankenhausen mit altem Klostergarten um 1903.
Das Regionalmuseum nimmt das Jubiläum 1215 – 2015 / 800 Jahre Kirche an diesem Platz der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde zum Anlass, sich den Religionen und dem religiösen Leben in und um Bad Frankenhausen zuzuwenden. Schwerpunktmäßig greifen wir Themen und Ereignisse wie Christianisierung, Klostergründungen, Kirchenbau, Reformation & Bauernkrieg – der verspätete Einzug des Protestantismus, Katholizismus zwischen Verdrängung im 16. Jh. und Wiederausbreitung seit dem 19. Jh. und jüdisches Leben zwischen Duldung, Emanzipation und Holocaust auf und stellen sie dar. Ergänzt und erweitert werden die Themen durch die Lebensskizzen von Stiftern, Baumeistern, Dichterinnen von Kirchenliedern, dem Initiator des ‚Ersten deutschen Musikfestes‘, Orgelbaumeistern und einzelnen Persönlichkeiten der jeweiligen Religion.
Um die Sonderausstellung anschaulich gestalten zu können, wurden dem Regionalmuseum zahlreiche Sachzeugen und Objekte kirchlicher, öffentlicher und privater Leihgeber zur Verfügung gestellt, wofür wir an dieser Stelle herzlich danken.
Sowohl die Sonderausstellung im Regionalmuseum als auch das Jubiläum der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Bad Frankenhausen werden flankiert von Musikveranstaltungen, Vorträgen und Führungen.
Ausstellungseröffnung Freitag, den 05. Juni 2015, um 19.30 Uhr, im Festsaal
Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung durch den Posaunenchor des evangelischen Kirchenkreises unter der Leitung von Kantorin Frau Laura Schildmann.
Ihr Museumsteam

