Konzert der THE GOOD LOVELIES
Montag, 15. Juni 2015, 10:09 Uhr
Am Freitag fand in der Eingangshalle des Panorama Museums Bad Frankenhausen ein wunderschöner Konzertabend statt. Wie war Fred Böhme aufmerksamer Zuhörer...
Am vergangenen Freitagabend (12. Juni) war es endlich soweit, das Konzert der von einigen Musikfreunden ungeduldig erwarteten THE GOOD LOVELIES startete pünktlich kurz nach 20:00 Uhr.
Zirka 130 Besucher wollten sich diesen Konzerthöhe- und Schlusspunkt der ersten Jahreshälfte des Konzertprogramms im Panorama Museum nicht entgehen lassen und so begrüßte die Musikerinnen vielstimmiges erwartungsfrohes Gemurmel, das bei dem einsetzenden Begrüßungsapplaus verebbte.
Recht hatten sie, denn mit den THE GOOD LOVELIES aus Kanada wurde ein Auftritt von vier bestens aufgelegten jungen Damen angeboten, die kurz vor ihrer Deutschland-Tournee (ihr Debüt hier) in ihrer Heimat den Juno-Award eingeheimst hatten, eine Art kanadischer Grammy oder Oscar für Folkmusiker. Mit diesem Rückenwind landeten sie nach ihrem Tourneeauftakt in Norderney hier im Panorama Museum auf der Bühne. THE GOOD LOVELIES - ursprünglich ein Trio bestehend aus: Caroline Brooks – Gesang, E-Gitarre, Banjo, Akustik-Gitarre; Kerri Ough – Gesang, Akustik-Gitarre, Keyboard, Percussions und Sue Passmore – Gesang, Akustikgitarre, Mandoline, Percussions, Footstomp - werden neuerdings durch die umtriebige und viel beschäftigte Kontrabassistin MJ Dandeneau verstärkt. Gleich im ersten Stück Down, down, down von ihrer Debüt-CD präsentierten sie ihren perfekten Satzgesang.
Die Band zelebrierte an diesem Abend ausschließlich Stücke aus ihrer achtjährigen Karriere, die vor allem gut geerdete amerikanische Folkmusik mit prägnanten Melodien sind, kleinen alltäglichen Geschichten aus dem Leben der Musikerinnen, vielleicht auch mit einer Prise Country aufwarten, zumindest mit einem ambitionierterem Erbeverständnis angesichts von Swingelementen aus den 30ern, die unverkennbar wie eine Referenz an die Andrew Sisters klingen wie im Folgestück Kiss Me In The Kitchen von ihrer CD Let The Rain Fall deutlich wurde, und vor allem präsentierten sie mit großer Musizierfreude, Sangeslust und Humor ihre Musik. Das war gleich ein furioser Auftakt, der dem Publikum veranschaulichte, was es an diesem Abend erwarten durfte.
Dabei wirkten die Musikerinnen angenehm unprätentiös und nahmen mit ihrem natürlichen Charme das Publikum für sich ein, ja sie wickelten es mit ihren kleinen Geschichten und einem freundlichem Lächeln um ihre kleinen Finger. Selbst gelegentliche Getränkebehältniszerstörer in der Zuhörerschar, die an diesem Abend des Öfteren zu vernehmen waren, taten dies so taktvoll, dass das zerklirrende Glas im Einklang mit der Musik zersprang. Natürlich sind die vier keine Erneuerer der Folk-Musik, suchen auch nicht nach neuen musikalischen Horizonten, aber jede von ihnen mit einer markanten Stimme gesegnet, vereinigen sie sie in ihren Gesang zum perfektem Zusammenklang, der dann in dieser Konstellation doch sehr eigen und unverwechselbar ist.
In Kanada hatten sie neben der dortigen Folkmusik-Tradition, einigen gemeinsamen Hörerfahrungen aus dem Radio mit der alten Good-Time-Music auch noch The Good Tanyas - ein inzwischen leider aufgelöstes Damen-Vokal-Trio, als Anreger für ihre Stücke. Doch während letzteres eher melancholische Songs schrieb, präsentieren sich THE GOOD LOVELIES äußerst temperament- und humorvoll. Man fragt sich nur, wie sich die vier in den Weiten Kanadas gefunden haben, wo doch jede in einer anderen Ecke des Landes wohnt und sie sich angesichts der Fahrtzeiten von Auftrittsort zu Auftrittsort bei ihrer diesjährigen Deutschlandtournee eher an einen Erholungsausflug erinnert fühlten?
Folglich schlossen sie als nächstes ihr Stück Slow Road an, dass sie in bester Folksängermanier präsentierten. Sicher helfen Errungenschaften des Digitalzeitalters über manche Meile hinweg, ein Ausprobieren ihrer Satzgesangarrangements dürfte aber auf diese Art dennoch schwierig sein. Unverkennbar wird ihr Repertoire gespeist aus drei leicht differierenden Songschreiberhandschriften, die für Abwechslung bei diesem Konzert sorgten. Außerdem bezogen sie ihr Publikum beim Singen mit ein, wie beim Stück Into The Dark. Nicht zuletzt auch wegen ihrer geschickten Konzertdramaturgie gelang ihnen ein wunderbarer Konzertabend, der nicht nur sie selbst sondern auch die zahlreichen Gäste des Abends glücklich machte. Zwei Zugaben, anhaltender Beifall und wirklich sehr viele verkaufte CDs waren ein deutliches Indiz für ihren Erfolg bei diesem Panorama-Konzert.
Fred Böhme
Foto The Good Lovelies Rechteinhaber: Karl-Rudolf Lüttich
Autor: khhAm vergangenen Freitagabend (12. Juni) war es endlich soweit, das Konzert der von einigen Musikfreunden ungeduldig erwarteten THE GOOD LOVELIES startete pünktlich kurz nach 20:00 Uhr.
Zirka 130 Besucher wollten sich diesen Konzerthöhe- und Schlusspunkt der ersten Jahreshälfte des Konzertprogramms im Panorama Museum nicht entgehen lassen und so begrüßte die Musikerinnen vielstimmiges erwartungsfrohes Gemurmel, das bei dem einsetzenden Begrüßungsapplaus verebbte.
Recht hatten sie, denn mit den THE GOOD LOVELIES aus Kanada wurde ein Auftritt von vier bestens aufgelegten jungen Damen angeboten, die kurz vor ihrer Deutschland-Tournee (ihr Debüt hier) in ihrer Heimat den Juno-Award eingeheimst hatten, eine Art kanadischer Grammy oder Oscar für Folkmusiker. Mit diesem Rückenwind landeten sie nach ihrem Tourneeauftakt in Norderney hier im Panorama Museum auf der Bühne. THE GOOD LOVELIES - ursprünglich ein Trio bestehend aus: Caroline Brooks – Gesang, E-Gitarre, Banjo, Akustik-Gitarre; Kerri Ough – Gesang, Akustik-Gitarre, Keyboard, Percussions und Sue Passmore – Gesang, Akustikgitarre, Mandoline, Percussions, Footstomp - werden neuerdings durch die umtriebige und viel beschäftigte Kontrabassistin MJ Dandeneau verstärkt. Gleich im ersten Stück Down, down, down von ihrer Debüt-CD präsentierten sie ihren perfekten Satzgesang.
Die Band zelebrierte an diesem Abend ausschließlich Stücke aus ihrer achtjährigen Karriere, die vor allem gut geerdete amerikanische Folkmusik mit prägnanten Melodien sind, kleinen alltäglichen Geschichten aus dem Leben der Musikerinnen, vielleicht auch mit einer Prise Country aufwarten, zumindest mit einem ambitionierterem Erbeverständnis angesichts von Swingelementen aus den 30ern, die unverkennbar wie eine Referenz an die Andrew Sisters klingen wie im Folgestück Kiss Me In The Kitchen von ihrer CD Let The Rain Fall deutlich wurde, und vor allem präsentierten sie mit großer Musizierfreude, Sangeslust und Humor ihre Musik. Das war gleich ein furioser Auftakt, der dem Publikum veranschaulichte, was es an diesem Abend erwarten durfte.
Dabei wirkten die Musikerinnen angenehm unprätentiös und nahmen mit ihrem natürlichen Charme das Publikum für sich ein, ja sie wickelten es mit ihren kleinen Geschichten und einem freundlichem Lächeln um ihre kleinen Finger. Selbst gelegentliche Getränkebehältniszerstörer in der Zuhörerschar, die an diesem Abend des Öfteren zu vernehmen waren, taten dies so taktvoll, dass das zerklirrende Glas im Einklang mit der Musik zersprang. Natürlich sind die vier keine Erneuerer der Folk-Musik, suchen auch nicht nach neuen musikalischen Horizonten, aber jede von ihnen mit einer markanten Stimme gesegnet, vereinigen sie sie in ihren Gesang zum perfektem Zusammenklang, der dann in dieser Konstellation doch sehr eigen und unverwechselbar ist.
In Kanada hatten sie neben der dortigen Folkmusik-Tradition, einigen gemeinsamen Hörerfahrungen aus dem Radio mit der alten Good-Time-Music auch noch The Good Tanyas - ein inzwischen leider aufgelöstes Damen-Vokal-Trio, als Anreger für ihre Stücke. Doch während letzteres eher melancholische Songs schrieb, präsentieren sich THE GOOD LOVELIES äußerst temperament- und humorvoll. Man fragt sich nur, wie sich die vier in den Weiten Kanadas gefunden haben, wo doch jede in einer anderen Ecke des Landes wohnt und sie sich angesichts der Fahrtzeiten von Auftrittsort zu Auftrittsort bei ihrer diesjährigen Deutschlandtournee eher an einen Erholungsausflug erinnert fühlten?
Folglich schlossen sie als nächstes ihr Stück Slow Road an, dass sie in bester Folksängermanier präsentierten. Sicher helfen Errungenschaften des Digitalzeitalters über manche Meile hinweg, ein Ausprobieren ihrer Satzgesangarrangements dürfte aber auf diese Art dennoch schwierig sein. Unverkennbar wird ihr Repertoire gespeist aus drei leicht differierenden Songschreiberhandschriften, die für Abwechslung bei diesem Konzert sorgten. Außerdem bezogen sie ihr Publikum beim Singen mit ein, wie beim Stück Into The Dark. Nicht zuletzt auch wegen ihrer geschickten Konzertdramaturgie gelang ihnen ein wunderbarer Konzertabend, der nicht nur sie selbst sondern auch die zahlreichen Gäste des Abends glücklich machte. Zwei Zugaben, anhaltender Beifall und wirklich sehr viele verkaufte CDs waren ein deutliches Indiz für ihren Erfolg bei diesem Panorama-Konzert.
Fred Böhme
Foto The Good Lovelies Rechteinhaber: Karl-Rudolf Lüttich


