Russland-Sanktionen belasten Thüringer Unternehmen
Freitag, 26. Juni 2015, 18:56 Uhr
Mit Beschluss vom 22. Juni 2015 sind die Wirtschaftssanktionen gegen Russland um ein weiteres Jahr bis Januar 2016 verlängert worden. Nach den Vorgaben der EU-Staats- und Regierungschefs sollen diese erst dann beendet werden, wenn der Minsker Friedensplan für die Ukraine umgesetzt ist...
Die Embargomaßnahmen, aber auch die schwache Konjunktur in Russland und das gestörte Geschäftsklima erschweren Unternehmen im Freistaat den Warenaustausch mit dem wichtigen Handelspartner. Das bestätigt eine aktuelle Befragung der Industrie- und Handelskammern (IHK) Erfurt und Südthüringen bei 291 Thüringer Firmen.
Im ersten Quartal 2015 sanken die Thüringer Exporte nach Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,6 Prozent auf 60 Millionen Euro, die Lieferungen in die Ukraine schrumpften sogar um 46,4 Prozent auf 7 Millionen Euro. Die Krise der russischen Wirtschaft hat inzwischen zu deutlichen Umsatzeinbußen bei Unternehmen im Freistaat geführt, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Die aktuelle IHK-Analyse zeige, dass 80 Prozent der befragten Firmen gravierende Exportrückgänge nach Russland verzeichnen mussten, die Hälfte davon sogar um 50 Prozent und mehr. Drei Viertel der Manager beobachteten zudem einen Rückgang der Auftragseingänge und seien skeptisch für die Abwicklung künftiger Geschäfte.
So würde sich eine wachsende Zahl russischer Geschäftspartner (55 Prozent) inzwischen umorientieren und neue Handelskanäle in Asien erschließen. Darüber hinaus führe die Rubelabwertung zu immer größeren Finanzierungsproblemen auf russischer Seite, wären 12 Prozent der Unternehmen von Dual-Use-Einschränkungen (Güter mit doppeltem Verwendungszweck) betroffen oder könnten aufgrund personenbezogener Sanktionen ihre Geschäfte nicht realisieren. Nicht zuletzt schmerze Thüringer Firmen das im August 2014 durch Russland verhängte Einfuhrverbot für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU, das am 24. Juni 2015 nun auch noch um ein Jahr verlängert wurde.
Die anhaltende Sanktionslage ist ernüchternd, sagt Grusser. Die Thüringer Wirtschaft ringe verzweifelt darum, die oft langjährigen Geschäftsbeziehungen mit Russland aufrechtzuhalten. So würden geplante Geschäfte verschoben, Vereinbarungen über längere Zahlungsziele getroffen oder auch Finanzierungsabsicherungen durch diesbezügliche Bundesprogramme genutzt.
Derzeit sind etwa 370 Betriebe aus dem Freistaat in Russland engagiert, 187 pflegen Handelsbeziehungen in die Ukraine. Thüringen liefert vor allem pharmazeutische Produkte, Waren aus Kunststoff, Werkzeugmaschinen und Fahrzeuge.
Autor: redDie Embargomaßnahmen, aber auch die schwache Konjunktur in Russland und das gestörte Geschäftsklima erschweren Unternehmen im Freistaat den Warenaustausch mit dem wichtigen Handelspartner. Das bestätigt eine aktuelle Befragung der Industrie- und Handelskammern (IHK) Erfurt und Südthüringen bei 291 Thüringer Firmen.
Im ersten Quartal 2015 sanken die Thüringer Exporte nach Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,6 Prozent auf 60 Millionen Euro, die Lieferungen in die Ukraine schrumpften sogar um 46,4 Prozent auf 7 Millionen Euro. Die Krise der russischen Wirtschaft hat inzwischen zu deutlichen Umsatzeinbußen bei Unternehmen im Freistaat geführt, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Die aktuelle IHK-Analyse zeige, dass 80 Prozent der befragten Firmen gravierende Exportrückgänge nach Russland verzeichnen mussten, die Hälfte davon sogar um 50 Prozent und mehr. Drei Viertel der Manager beobachteten zudem einen Rückgang der Auftragseingänge und seien skeptisch für die Abwicklung künftiger Geschäfte.
So würde sich eine wachsende Zahl russischer Geschäftspartner (55 Prozent) inzwischen umorientieren und neue Handelskanäle in Asien erschließen. Darüber hinaus führe die Rubelabwertung zu immer größeren Finanzierungsproblemen auf russischer Seite, wären 12 Prozent der Unternehmen von Dual-Use-Einschränkungen (Güter mit doppeltem Verwendungszweck) betroffen oder könnten aufgrund personenbezogener Sanktionen ihre Geschäfte nicht realisieren. Nicht zuletzt schmerze Thüringer Firmen das im August 2014 durch Russland verhängte Einfuhrverbot für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der EU, das am 24. Juni 2015 nun auch noch um ein Jahr verlängert wurde.
Die anhaltende Sanktionslage ist ernüchternd, sagt Grusser. Die Thüringer Wirtschaft ringe verzweifelt darum, die oft langjährigen Geschäftsbeziehungen mit Russland aufrechtzuhalten. So würden geplante Geschäfte verschoben, Vereinbarungen über längere Zahlungsziele getroffen oder auch Finanzierungsabsicherungen durch diesbezügliche Bundesprogramme genutzt.
Derzeit sind etwa 370 Betriebe aus dem Freistaat in Russland engagiert, 187 pflegen Handelsbeziehungen in die Ukraine. Thüringen liefert vor allem pharmazeutische Produkte, Waren aus Kunststoff, Werkzeugmaschinen und Fahrzeuge.
