IHK-Blitzumfrage: Jede vierte Lehrstelle ist noch frei!
Montag, 29. Juni 2015, 12:21 Uhr
Derzeit sind zahlreiche Unternehmen auf der Suche nach geeigneten Bewerbern für eine Ausbildung. Nicht jede Firma hat dabei Erfolg. Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. So das Ergebnis einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter 650 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen zur aktuellen Lage auf dem Ausbildungsmarkt...
Jeder vierte angebotene Ausbildungsplatz konnte noch nicht vertraglich gebunden werden, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die brisante Situation in vielen Unternehmen.
Freie Stellen gebe es laut Umfrage hauptsächlich in den Hotel- und Gastgewerbeberufen aber auch in der Metalltechnik und im Bürobereich. Gute Chancen hätten Bewerber ebenso im Handel und im Verkehrsgewerbe. Damit sei knapp zwei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahres absehbar, dass wieder hunderte von Lehrstellen unbesetzt bleiben.
Die Betriebe wollen angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung und des zukünftigen Fachkräftebedarfs eigenen Nachwuchs ausbilden, aber es fehlen immer häufiger die Bewerber, berichtet Grusser. Allerdings bestünden hier regionale Unterschiede. In der Landeshauptstadt geben nur zehn Prozent der Unternehmen an, noch freie Ausbildungsplätze zu haben.
Dagegen ist in Nordthüringen und im Unstrut-Hainich-Kreis die Hälfte der Ausbildungsbetriebe noch auf der Suche nach geeigneten Kandidaten, informiert der IHK-Chef. Insgesamt würden zu wenig Bewerber zur Verfügung stehen. Die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt schätzten die Unternehmen daher aus ihrer Sicht nur mit ausreichend bis schlecht ein.
Neben der demografischen Entwicklung sieht der IHK-Chef im ungebrochenen Trend zum Studium einen weiteren Grund für den Nachwuchsmangel auf Facharbeiterebene. Der akademische Abschluss ist für die Eltern und Jugendlichen das Wunschziel, auch dann, wenn die Voraussetzungen der Kinder mehr als fraglich sind, so Grusser. Damit wären Studienabbrüche und ein späterer Beginn der Lehre bereits vorprogrammiert.
Inzwischen gehen die Firmen zunehmend neue Wege bei der Besetzung ihrer freien Lehrstellen. So geben 37 Prozent der Befragten an, gern auch Asylbewerber und Flüchtlinge in die Ausbildung aufnehmen zu wollen, sagt Grusser und fordert erneut die Politik zur vollständigen Umsetzung des Ausbildungsmodells 3+2 für junge Flüchtlinge ein, das ein Bleiberecht für die dreijährige Ausbildung und zwei weitere Jahre nach erfolgreichem Abschluss.
Autor: redJeder vierte angebotene Ausbildungsplatz konnte noch nicht vertraglich gebunden werden, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die brisante Situation in vielen Unternehmen.
Freie Stellen gebe es laut Umfrage hauptsächlich in den Hotel- und Gastgewerbeberufen aber auch in der Metalltechnik und im Bürobereich. Gute Chancen hätten Bewerber ebenso im Handel und im Verkehrsgewerbe. Damit sei knapp zwei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahres absehbar, dass wieder hunderte von Lehrstellen unbesetzt bleiben.
Die Betriebe wollen angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung und des zukünftigen Fachkräftebedarfs eigenen Nachwuchs ausbilden, aber es fehlen immer häufiger die Bewerber, berichtet Grusser. Allerdings bestünden hier regionale Unterschiede. In der Landeshauptstadt geben nur zehn Prozent der Unternehmen an, noch freie Ausbildungsplätze zu haben.
Dagegen ist in Nordthüringen und im Unstrut-Hainich-Kreis die Hälfte der Ausbildungsbetriebe noch auf der Suche nach geeigneten Kandidaten, informiert der IHK-Chef. Insgesamt würden zu wenig Bewerber zur Verfügung stehen. Die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt schätzten die Unternehmen daher aus ihrer Sicht nur mit ausreichend bis schlecht ein.
Neben der demografischen Entwicklung sieht der IHK-Chef im ungebrochenen Trend zum Studium einen weiteren Grund für den Nachwuchsmangel auf Facharbeiterebene. Der akademische Abschluss ist für die Eltern und Jugendlichen das Wunschziel, auch dann, wenn die Voraussetzungen der Kinder mehr als fraglich sind, so Grusser. Damit wären Studienabbrüche und ein späterer Beginn der Lehre bereits vorprogrammiert.
Inzwischen gehen die Firmen zunehmend neue Wege bei der Besetzung ihrer freien Lehrstellen. So geben 37 Prozent der Befragten an, gern auch Asylbewerber und Flüchtlinge in die Ausbildung aufnehmen zu wollen, sagt Grusser und fordert erneut die Politik zur vollständigen Umsetzung des Ausbildungsmodells 3+2 für junge Flüchtlinge ein, das ein Bleiberecht für die dreijährige Ausbildung und zwei weitere Jahre nach erfolgreichem Abschluss.
