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Problem Trauerhalle in Kleínberndten

Dienstag, 21. Juli 2015, 08:38 Uhr
In einer Stellungnahme befasst sich der Förderverein Trauerhalle Kleinberndten mit dem Zustand der Halle und fordert Abhilfe. Hier der vollständige Wortlaut...

Kleinberndten ist ein kleiner Ort im Kyffhäuserkreis mit rd. 270 Einwohnern. Seit Ende 2007 sind wir ein Ortsteil der Stadt Sondershausen.
Auf unserem Friedhof in Kleinberndten steht eine Trauerhalle, welche 1952 mit einfachen Mitteln gebaut wurde. Sie bietet nur maximal 8 Personen und dem Sarg Platz.

Im Laufe der 63 Jahre hat der Zahn der Zeit natürlich stark an ihr genagt.
Sie bietet ein trauriges Bild. Sie hat Risse an den Wänden, die Farbe blättert ab, die Fenster sind marode, der Putz fallt ab und einen Stromanschluss gibt es auch nicht.
Der jetzige Zustand bildet ein trauriges Bild. Die Trauerhalle ist absolut nicht mehr zeitgemäß, um würdig von den Verstorbenen Abschied zu nehmen.
In den Jahren von l996 bis 2007, als wir noch zur Einheitsgemeinde Schernberg gehörten, haben wir in den Ortschafts- bzw. Gemeinderatssitzungen ständig versucht, wenigstens neue Fenster und einen Stromanschluss fur die Trauerhalle zu bekommen.
Es ist uns nicht gelungen.

Als wir Ende 2007 zur Stadt Sondershausen eingemeindet wurden, hatten wir neue Hoffnungen. Aber die haben sich leider schnell zerschlagen.
Nachdem Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Friedhöfe der neu eingemeindeten Ortsteile begutachtet hatten, war man der Meinung, unsere Trauerhalle sei nicht sanierungswürdig und der Bau einer Neuen wurde ins Gespräch gebracht. Wir als Einwohner hätten uns zwar mit einer Sanierung begnügt, aber über eine Neue hätten wir uns natürlich gefreut.
Es wurde aber die Auslastung überprüft. Bei allem Verständnis von Sparsamkeit, ist dies doch recht makaber.

Zu diesem Zeitpunkt wurde von der Stadtverwaltung schon einmal vorgeschlagen, die Trauerfeiern doch auf den Nachbarorten abzuhalten.
Dies ist für unsere Bürger jedoch kein Gesprächsthema.
Man hatte auch einmal den Vorschlag unterbreitet, eine neue Trauerhalle über die Vereine zu errichten und uns einen Zeitungsartikel von einem Ort in Bayern vorgelegt, wo eine Trauerhalle über diese Schiene gebaut wurde.
Zu diesem Zeitpunkt schien uns das Risiko zu groß, da wir nur zwei kleine Vereine haben.

ln den Jahren 201l und 2012 war allerdings von Seiten der Stadtverwaltung der Bau einer neuen Trauerhalle in die Haushaltspläne aufgenommen worden.
Es sollten über RAG Fördermittel beantragt werden. 2012 hieß es, der Bau der Trauerhalle wäre bei der Vergabe nicht berücksichtigt worden und man hoffe auf das nächste Jahr.
In der Ortsteilratssitzung am l4.03.20l3 gab uns der Bürgermeister Kreyer die Auskunft, dass es keine Fördermittel gibt.
Wir unterbreiteten den Vorschlag, dass die nötigen Sanierungsarbeiten in Eigeninitiative der Kleinberndtner Handwerker erfolgen könnten, wenn die Stadtverwaltung die Materialkosten zur Verfügung stellt.
Der Bürgermeister wollte diese Variante überprüfen.

Nun hatten wir uns vorgestellt, dass man uns die Möglichkeit anbietet, gemeinsam über unseren Vorschlag zu beraten.
Es kam aber so, dass man uns in der nächsten Ortsteilratssitzung mitteilte, dass die Trauerhalle gesperrt werden soll und wir die Trauerfeiern in den Nachbarorten Großberndten oder Immenrode abhalten sollten.
Die Stadt könne keinen neuen Antrag auf Fördermittel stellen, weil die Eigenmittel fehlten.
Das wollten wir nicht so hinnehmen.

Schließlich haben sich einige Kleinberndtner Bürger zusammengetan und einen Förderverein Trauerhalle gegründet um Spendengelder sammeln zu können und um Fördermittel zu beantragen.
Viele Kleinberndtner Handwerker haben ihre kostenlose Mitarbeit bei der Errichtung einer neuen Trauerhalle zugesagt. Unser Zimmerermeister Frank Pinske hat ein Projekt erarbeitet und er wurde auch die Bauleitung übernehmen.
Die Bauausführung würde nichts kosten. Für das Material hat Herr Pinske einen Kostenvoranschlag von rd. 32.000 6 unterbreitet.
lm vergangenem Jahr hatten wir vom Bürgermeister Kreyer einen Betrag von l2.500 Euro in Aussicht gestellt bekommen. Dieser Betrag ist zwar in unseren Augen auch
lächerlich, wenn man bedenkt, dass die Trauerhalle Eigentum der Stadt ist und es im Thüringer Bestattungsgesetz vom 19. Mai 2004, Abschnitt 4 Friedhofswesen, § 25 Gemeindefriedhöfe heißt:

1) Die Gemeinden haben Friedhöfe anzulegen, zu erweitern und zu unterhalten Sie sollen Leíchenhallen errichten und unterhalten, Satz I gilt nur, soweit ein öffentliches Bedürfnis besteht.

Wir gehen davon aus, dass 270 Einwohner auch ein öffentliches Bedürfnis haben dürfen.
Wir wollen keinen Leichentourismus.
Bei einer Unterschriftensammlung haben sich alle Bürger gegen eine Schließung der Trauerhalle ausgesprochen.

Im Moment haben wir jedoch ein großes finanzielles Problem, weil auch diese in Aussicht gestellten 12.500,00 Euro von der Stadt nicht kommen sollen, da diese sich in der Haushaltskonsolidierung befindet.

Im Frühjahr haben wir von der Bevölkerung unseres Ortes 5.642 Euro für die Trauerhalle eingesammelt, 5.000 Euro erhalten wir von der 74er Waldgenossenschaft Kleinberndten und 1000 Euro von den Stadtwerken der Stadt Sondershausen.
Uns stehen also im Moment nur ll.642 Euro zur Verfügung.
Im nächsten Jahr wollen wir einen Antrag auf Lottomittel stellen.
Wir sind weiterhin auf Spendengelder angewiesen.
Jedoch ohne finanzielle Unterstützung durch die Stadt, sehen wir unser Vorhaben als gefährdet und es wäre schade, wenn wir den Förderverein letztendlich umsonst gegründet hätten. Das darf einfach nicht sein!
Für Ihre Unterstützung bei der Lösung unseres Problems waren wir sehr dankbar.

Rosemarie Grulke
im Auftrag der Mitglieder des Fördervereins Trauerhalle Kleinberndten e.V.
Autor: khh

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