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Thüringer HC testet

Marieke im Glück

Donnerstag, 20. August 2015, 15:57 Uhr
Auch im zweiten Testspiel gegen Audi ETO Györ gab es für den Thüringer HC nichts zu holen. Nach einer kampf- und spielstarken ersten Halbzeit (13:17) musste man dann wieder die individuelle Überlegenheit des ungarischen Vizemeisters anerkennen und unterlag mit 20:32...


Einen starken Eindruck auf THC-Seite hinterließ Marieke Blase, die schon am Vortag eine starke Leistung zeigte. Dynamisch und mit viel Selbstvertrauen bedankte sie sich für längere Einsatzzeiten und war mit fünf Treffern erfolgreichste THC-Torschützin. Die meisten Treffer für die Gäste erzielte Aniko Kovacsics (7/3).

Der THC spielte auch heute wieder "ohne Sechs" gegen die Gäste aus Györ, und hatte somit ein fast komplettes Bundesligateam auf der Bank. Entwarnung gab es dagegen bei Nycke Groot. Nach dem MRT stellte sich die Verletzung aus der gestrigen Partie als nicht so schwer heraus. Mit einer Woche Pause sollte sie zum ungarischen Supercupfinale wieder fit sein.

Der Thüringer HC startet mit Eckerle im Tor, Huber, Engel, Wohlbold, Prak, Reshetnikova und Snelder und konnte in den ersten 15 Minuten auf Augenhöhe bleiben. Meist legten die Gäste vor, der THC konnte postwendend ausgleichen. Beim 6:7 knallte Lotte Prak einen Fernwurf an das Toreck, den Abpraller angelte sich Danick Snelder zum Ausgleich. Kurz darauf war es wieder die THC-Kreisspielerin, die nach einem tollen Pass von Katrin Engel zum 8:8 ausgleichen konnte. Dann aber gab es im THC Angriff Ballverluste und die starke Zsuszanna Tomori sorgte mit starker Fernwurfleistung für die erste Zwei-Tore-Führung der Gäste.

Aber der THC blieb noch dran. Jetzt durch Marieke Blase, die auf der Königsposition mit Fernwurfdruck und Tempospiel gefallen konnte. Die Anschlusstreffer zum 10:11 und 11:12 kamen auf ihr Konto. Doch die Ungarinnen steigerten sich jetzt. Heidi Løke, zuerst nur in der Abwehr eingesetzt, zeigte jetzt am Kreis ihre Extra-Klasse. Das 14:11 aus Gästesicht, erzielte sie nach einem energischen Zweikampf mit der linken, schwächeren Wurfhand und erntete verdient den Beifall des Publikums.

Vorher hatte Dinah Eckerle stark gegen die Norwegerin Sulland reagiert, doch im THC-Angriff wurde der fehlende Druck deutlich. Wurfpech von Außen und eine stark haltende Eva Kiss ließen die Thüringerinnen nahezu verzeifeln. Als dann Anouk van de Wiel mit einem schönen Rückraumtreffer das 13:16 erzielen konnte, war erst einmal Schluss mit erfolgreichen Aktionen der Gastgeberinnen.

Mit einem Hammer-Hüftwurf erzielte Aniko Kovacsics, die auf der Regieposition mit Tempo, Körpereinsatz und Wurfgefahr überzeugte, das 17:13 und eröffete damit einen 7:0 Lauf der beim 23:13 in der 43.Minute den ersten Zehn-Tore-Vorsprung und auch die Spielentscheidung brachte. In dieser torlosen Viertelstunde halfen auch zwei Superparaden von Dinah Eckerle im THC-Tor nicht, die Ungarinnen zogen unbeirrt ihre Kreise. Ganz zur Freude des spanischen Gästetrainers Ambros Martin, der ähnlich wie gegenüber Herbert Müller, keine Minute des Spiels auf seiner Bank Platz nahm.

In der Schlussphase waren die Thüringerinnen, angetrieben von Trainer Herbert Müller, um Schadensbegrenzung bemüht, aber eine spürbare Verkürzung wurde trotz einer sich super steigernden Dinah Eckerle nicht erreicht. Drei mal entschärfte sie die Würfe der frei vor dem Tor agierenden Dorina Korsos, Gabriella Toth und Jana Knedlikova.

Das 32:20 am Ende zeigt, dass heute mit dem schon genannten Handicap und einer Mannschaft, die auf vielen Positionen neu besetzt ist, Wunsch und Realität noch weit auseinander klaffen.

Eine Anmerkung sei gestattet. Der Thüringer Handballverband hatte für die Partie ein gutes Händchen bewiesen. Man übertrug den 17jährigen Nachwuchsschiedsrichtern Nils Böhme und Johannes Rudolph vom SV Aufbau Altenburg, die Spielleitung und die beiden konnten im Erkennen von Situationen und selbstbewusster Körpersprache überzeugen. Auch wenn nicht alle Entscheidungen von den Spielerinnen und vom Publikum anerkannt wurden - sie lieferten eine qualifizierte und letztlich für ihr Alter erstaunlich abgeklärte Spielleitung ab.

Trainer Herbert Müller nach den beiden Spielen gegen die erfolgreichste Mannschaft der letzten Jahre:

"Wenn man gegen die beste Mannschaft der Welt spielt, gegen den zweifachen Champions League Sieger der letzten drei Jahre, dann weiß man was man zu tun hat. Man muss Kampfgeist haben, Emotionen bringen, muss aggressiv sein - vor allem auch mutig sein. Ich denke, wir haben das drei von vier Halbzeiten super gut gemacht. Ich bin sehr zufrieden, es war ein sehr, sehr wertvoller Test. Ich bin mir sicher, wir werden diese Mannschaft in der Champions League wiedersehen. Wir müssen viel an uns arbeiten und hoffen natürlich, dass die Verletzten so schnell wie möglich zurückkommen. Das ist momentan unser größtes Problem."
Autor: red

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