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Ortsumfahrung Greußen

Im Brennpunkt: Bundesverkehrswegeplan

Freitag, 21. August 2015, 09:19 Uhr
Gestern tagte die Bürgerinitiative Greußen, die sich für den Bau der Ortsumfahrung Greußen B4 stark macht. Für eine Baugrunduntersuchung werden Sponsoren gesucht. Auch kn war im "Goldenen Löwen" von Greußen dabei...

Der Dank von Gudrun Knoch, welche die Versammlung eröffnete, ging an den Betreiber der Gaststätte, der die Tagungsräume zur Verfügung stellte.

Im Brennpunkt: Bundesverkehrswegeplan (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Im Brennpunkt: Bundesverkehrswegeplan (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Die gestrige Versammlung war wieder gut besucht. Während sich ein kleiner Teil immer regelmäßig jeden 2. Dienstag im Monat privat trifft, werden in unregelmäßigen Abstand die Bürger in größeren Versammlungen informiert. Knoch gab an, wir wollen eine Bürgerinitiative bleiben und uns nicht als Verein bilden.

Zuerst ging es um den neusten Stand. Knoch sagte, es beginnt jetzt die heiße Phase des Bundesverkehrswegeplans. Nur wenn wir dort unter vordringlichen Bedarf rein kommen, haben wir eine Chance auf den Bau der Ortsumfahrung. Mehr zum Bundesverkehrswegeplan:
http://www.bmvi.de/DE/VerkehrUndMobilitaet/Verkehrspolitik/Verkehrsinfrastruktur/Bundesverkehrswegeplan/bundesverkehrswegeplan_node.html

Bei Veröffentlichung haben wir nur sechs Wochen Zeit, so Knoch auf unseren Bedarf hinzuweisen. Sie rief die Bürger auf, sich aktiv zu beteiligen. Wann die Veröffentlichung kommt, ist noch unklar. Kann sich bis Anfang Dezember hinziehen. Hier schon mal der Link:
http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/FAQs/BVWP-2015/bvwp-2015-faq.html

Anschließend informierte sie über den Besuch der Thüringer Verkehrsministerin Birgit Keller, als sie am 1. April in Greußen war. Sie hätte nichts versprochen, was sie nicht halten könnte und gab wertvolle Tipps.
Mit den Resultaten der Demos und deren Beteiligung zeigte sie sich zufrieden. Sie hat auch Verständnis, dass es nicht nur Befürworter der Ortsumfahrung gibt.

Kein Verständnis hat sie zur Stellungnahme des Bauernverbandes. Der hatte die Ortsumfahrung für mehrere Städte und Gemeinden, wegen des Flächenverbrauchs abgelehnt, und nur die Erweiterung der Sundhäuser Berge zugestimmt.

Sie verwies auf die Verkehrszählung im Oktober letzte Jahres:

Im Brennpunkt: Bundesverkehrswegeplan (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Im Brennpunkt: Bundesverkehrswegeplan (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der Verkehr gegenüber dem letzten Jahr sei nochmals um 30 Prozent gestiegen. Obwohl 2014 eine Tempo 30 Zone für nachts eingerichtet wurde, halten sich besonders die LKW - Fahrer nicht daran, nur 50 Prozent (Richtung NDH - EF und gar 80 Prozent in der Gegenrichtung).

Lutz Rink informierte, dass es eine Petition an den Bundesverkehrsminister gab. An 11 Entscheidungsträger (u.a. Bundes- und Landtagsmitglieder) wurde eine Dokumentation zum Verkehrswegeplan übergeben.

Rink verwies u.a. auch auf die vielen Baustellen auf der B4, die zeigen, der Bau war nicht auf eine so große Verkehrsdichte ausgelegt. Die B4 in Greußen hat die zweithöchste Verkehrsdichte aller Bundesstraßen in Thüringen, so Rink.

Zwar hat das Nordthüringer Straßenbauamt verneint, die Erschütterungen in den Häusern kämen nicht vom Straßenverkehr, aber der Baugrund spräche eine andere Sprache. In drei Meter Tiefe liegt lockerer Travertin, so Rink, der die Schwingungen auf die Häuser überträgt. Ein vor Gericht bestehende Baugrunduntersuchung würde allerdings mindestens 1.500 Euro kosten. Hierzu sucht man nach Sponsoren oder Politiker, welche die Mittel aufbringen könnten.

Thomas Führ erläuterte nochmals sehr eindringlich, wie der Verkehr wirkt. Selbst bei geschlossenen Fenstern sei der Lärm enorm. Es gäbe in jedem Haus, dass an der Straße liegt, mindestens einen Krebsfall, was wahrscheinlich auf die hohe Belastung von Abgasen, Ruß und Feinstaub zurück zu führen sei, weitere Probleme, die zur Lärmbelastung dazu kommen.
Führ verwies auch auf die vielen Überwege hin, weil Schul- und Kitawege die B4 kreuzen.

Wie soll es weiter gehen?

Greußens Bürgermeister René Hartnauer (SPD) informierte, dass er den Förderantrag in Höhe von 1.750 Euro an das Verkehrsministerium abgeschickt hat. Damit sollen zwei der Smileys finanziert werden, die auf die Tempo 30 - Zone hinweisen. Erfahrungen besagen, dass die Wirkung doch recht hoch sei.

Die Bürgerinitiative will die Aufnahme des durchgängigen Verkehrs auf der A71 (voraussichtlich ab September) abwarten, ob der Schwerverkehr sich verringere. Vermutlich nicht, so die Erwartung, weil über die B4 viel Schwerverkehr Richtung Hafen Hamburg zu verkraften habe und der Umweg über die A71 immerhin 40 Kilometer länger sei.

Ins Auge gefasst werde, wenn sich die Situation nicht verbessere, eine Demo in Erfurt. Viel wird abhängen, ob Greußen in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans kommt.
Autor: khh

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