Inklusion in Thüringen
Anteil der Förderschüler geht zurück
Donnerstag, 03. September 2015, 12:39 Uhr
Der Inklusionsanteil an allgemeinen Schulen in Thüringen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Gut 31 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besucht in Thüringen eine allgemeine Schule (2008/09: 16,9 Prozent)...
Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Mit diesen positiven Entwicklungen zeigt Thüringen beachtliche Fortschritte auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem. Allerdings bleibt Inklusion in der Sekundarstufe häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.
Wie im Bund so gilt in Thüringen: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in den Kitas bei 86,1 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 46,1 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernen in der Sekundarstufe nur noch 35,8 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer allgemeinen Schule (Bund: 29,9 Prozent).
Dabei besuchen 4,3 Prozent der gut 2.100 Förderschüler in der Sekundarstufe ein Gymnasium (Bund: 5,6 Prozent). Inklusion findet im Sekundarbereich also hauptsächlich an Thüringer Schulen mit mehreren Bildungsgängen – also Gesamtschulen, Regelschulen und Gemeinschaftsschulen statt.
In Thüringen lernen damit erstmals weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, als dies im bundesweiten Durchschnitt der Fall ist (4,7 Prozent). Gleichzeitig wird bei immer weniger Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 9,0 auf 6,8 Prozent gesunken.
Die Chancen von Schülern an Förderschulen auf einen Hauptschulabschluss sind in Thüringen vergleichsweise gut. Und dennoch verlassen nach wie vor mehr als die Hälfte der thüringischen Förderschüler (54,7 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).
Autor: redGleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Mit diesen positiven Entwicklungen zeigt Thüringen beachtliche Fortschritte auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem. Allerdings bleibt Inklusion in der Sekundarstufe häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.
Wie im Bund so gilt in Thüringen: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in den Kitas bei 86,1 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 46,1 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernen in der Sekundarstufe nur noch 35,8 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer allgemeinen Schule (Bund: 29,9 Prozent).
Dabei besuchen 4,3 Prozent der gut 2.100 Förderschüler in der Sekundarstufe ein Gymnasium (Bund: 5,6 Prozent). Inklusion findet im Sekundarbereich also hauptsächlich an Thüringer Schulen mit mehreren Bildungsgängen – also Gesamtschulen, Regelschulen und Gemeinschaftsschulen statt.
Exklusionsquote sinkt deutlich
Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Thüringen sinkt parallel auch der Schüleranteil an Förderschulen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 reduzierte sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 7,5 auf 4,6 Prozent. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention betrug die Exklusionsquote in Thüringen 7,0 Prozent.In Thüringen lernen damit erstmals weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, als dies im bundesweiten Durchschnitt der Fall ist (4,7 Prozent). Gleichzeitig wird bei immer weniger Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 9,0 auf 6,8 Prozent gesunken.
Die Chancen von Schülern an Förderschulen auf einen Hauptschulabschluss sind in Thüringen vergleichsweise gut. Und dennoch verlassen nach wie vor mehr als die Hälfte der thüringischen Förderschüler (54,7 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).
