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Ein Blick in die Statistik

Weniger Insolvenzen im Freistaat

Mittwoch, 09. September 2015, 11:45 Uhr
Die Thüringer Amtsgerichte entschieden in den ersten sechs Monaten 2015 über 1.441 Insolvenzverfahren. Davon entfielen 13,8 Prozent auf Unternehmen und 86,2 Prozent auf übrige Schuldner. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik verringerte sich die Gesamtzahl der Verfahren im Vergleich zum Vorjahr um 119 Anträge bzw. 7,6 Prozent...

1.327 Verfahren oder 92,1 Prozent aller Insolvenzanträge wurden eröffnet. 109 Verfahren bzw. 7,6 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen und fünf Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 257 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 178.000 Euro aus.

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen verringerte sich in den ersten sechs Monaten 2015 gegenüber 2014 um 28 Verfahren, also 12,3 Prozent auf 199 Unternehmen. Diese insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 1.068 Arbeitnehmer. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit 38 Verfahren im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 25 und dem Verarbeitenden Gewerbe mit 24 Verfahren.

Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum reduzierte sich die Anzahl der Insolvenzen im Baugewerbe um fünf Verfahren, im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um 17 Verfahren sowie im Verarbeitenden Gewerbe um 13 Verfahren.

Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (115 Anträge) sowie Einzelunternehmen (57 Anträge) Insolvenz anmelden.
Bei den übrigen Schuldnern wurden in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 1.242 Verfahren gezählt, 91 Verfahren oder 6,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Von 886 privaten Verbrauchern wurde im ersten Halbjahr 2015 das Insolvenzrecht in Anspruch genommen. Das waren 79 Verfahren oder 8,2 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2014. Weitere 324 Verfahren (Januar bis Juni 2014: 338 Verfahren) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.
Regional betrachtet wurde in den kreisfreien Städten des Freistaates öfter der Gang zum Insolvenzgericht angetreten (71 Insolvenzfälle je 100.000 Einwohner) als in den Landkreisen (64 Insolvenzfälle je 100.000 Einwohner). Die meisten Insolvenzfälle je 100.000 Einwohner wurden in der Stadt Weimar und im Altenburger Land mit je 85 Insolvenzen registriert, gefolgt von der Stadt Eisenach und dem Landkreis Gotha mit je 84 Insolvenzen. Die wenigsten Fälle wurden im Landkreis Sömmerda (35), im Saale-Holzland- Kreis (45) sowie in der Stadt Jena (47) festgestellt.
Autor: red

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