Kulturszene aktuell
Bachs Kunst der Fuge – neu interpretiert!
Donnerstag, 10. September 2015, 12:58 Uhr
Im Rahmen des Veranstaltungsreigens 800 Jahre Kirche an diesem Platz wurde Ende August zu einen Abend im Prof. Wolfgang Wiemer (Ludwigsburg) in die Unterkirche Bad Frankenhausen eingeladen....
Rund 50 Besucher kamen zu diesem speziellen Thema: Bachs Kunst der Fuge neu hören
Professor Wiemer ist Musikwissenschaftler und Musikerzieher und war bis zu seiner Emeritierung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg tätig.
Nebenbei ist er ein anerkannter Bachforscher (er machte vor fast 40 Jahren die Kirchgemeinde darauf aufmerksam, daß kurz vor seinem Tod Bach nachweislich letzter Brief nach Frankenhausen ging). So ist es nicht verwunderlich, daß sich Prof. Wiemer seit Jahrzehnten mit der Kunst der Fuge besonders auseinandersetzt.
Er machte den Zuhörern deutlich, daß dieses Werk eigentlich mehr für einen kleinen Rahmen komponiert wurde – zu spielen auf einem Klavier, wenige für Orgel oder großes Orchester. Bach wäre nicht Bach, wenn er als tiefreligiöser Mensch nicht dem ganzen einen Sinn geben würde – meint Wiemer.
Die barocken Komponisten haben ja in ihrer Musik gerne mit Zahlen gespielt. Nimmt man den Namen Bach und ordnet die Buchstaben der Stellung im Alphabet zu, so
ergibt sich für Bach die Zahlenfolge: 2+1+3+8 = 14! So lässt sich auch die Anzahl der 14 Fugen seines Werkes erklären. Aber Prof. Wiemer gibt sich damit nicht zufrieden. Vertieft man sich in die Musik und ihre Stimmungen, so ordnet er die Fugen 1 – 7 dem Alten Testament (speziell dem Thema König David) und die Fugen 8 – 14 dem Neuen Testament zu mit den Themen Jesu Geburt, Jesu Taufe und Buße, Jesu Weg nach Golgatha und Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung und Offenbarung. Anhand von Tonbeispielen konnte Prof. Wiemer dies überzeugend darlegen. Er ist auch der Überzeugung, daß J. S. Bach zu diesen 14 Fugen (mit einem unvollendeten Schluß) noch einen alles zusammenfassenden Schlußteil vorgesehen hat, der aber bis jetzt noch nicht gefunden wurde.
Deshalb spielte Prof. Wiemer an der Großen-Strobel-Orgel um Abschluß Bachs Choralvorspiel Wie schön leuchtet der Morgenstern - eine mögliche Schlußvariante zur Kunst der Fuge.
Die Forschungsarbeit von Prof. Wiemer soll durch einen Verlag publiziert werden.
P:S: Wolfgang Wiemer (Jahrgang 1934) kommt immer gerne nach Bad Frankenhausen, ist er doch hier zu Schule gegangen.
Text + Fotos
Peter Zimmer
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde)
Autor: khhRund 50 Besucher kamen zu diesem speziellen Thema: Bachs Kunst der Fuge neu hören
Professor Wiemer ist Musikwissenschaftler und Musikerzieher und war bis zu seiner Emeritierung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg tätig.
Nebenbei ist er ein anerkannter Bachforscher (er machte vor fast 40 Jahren die Kirchgemeinde darauf aufmerksam, daß kurz vor seinem Tod Bach nachweislich letzter Brief nach Frankenhausen ging). So ist es nicht verwunderlich, daß sich Prof. Wiemer seit Jahrzehnten mit der Kunst der Fuge besonders auseinandersetzt.
Er machte den Zuhörern deutlich, daß dieses Werk eigentlich mehr für einen kleinen Rahmen komponiert wurde – zu spielen auf einem Klavier, wenige für Orgel oder großes Orchester. Bach wäre nicht Bach, wenn er als tiefreligiöser Mensch nicht dem ganzen einen Sinn geben würde – meint Wiemer.
Die barocken Komponisten haben ja in ihrer Musik gerne mit Zahlen gespielt. Nimmt man den Namen Bach und ordnet die Buchstaben der Stellung im Alphabet zu, so
ergibt sich für Bach die Zahlenfolge: 2+1+3+8 = 14! So lässt sich auch die Anzahl der 14 Fugen seines Werkes erklären. Aber Prof. Wiemer gibt sich damit nicht zufrieden. Vertieft man sich in die Musik und ihre Stimmungen, so ordnet er die Fugen 1 – 7 dem Alten Testament (speziell dem Thema König David) und die Fugen 8 – 14 dem Neuen Testament zu mit den Themen Jesu Geburt, Jesu Taufe und Buße, Jesu Weg nach Golgatha und Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung und Offenbarung. Anhand von Tonbeispielen konnte Prof. Wiemer dies überzeugend darlegen. Er ist auch der Überzeugung, daß J. S. Bach zu diesen 14 Fugen (mit einem unvollendeten Schluß) noch einen alles zusammenfassenden Schlußteil vorgesehen hat, der aber bis jetzt noch nicht gefunden wurde.
Deshalb spielte Prof. Wiemer an der Großen-Strobel-Orgel um Abschluß Bachs Choralvorspiel Wie schön leuchtet der Morgenstern - eine mögliche Schlußvariante zur Kunst der Fuge.
Die Forschungsarbeit von Prof. Wiemer soll durch einen Verlag publiziert werden.
P:S: Wolfgang Wiemer (Jahrgang 1934) kommt immer gerne nach Bad Frankenhausen, ist er doch hier zu Schule gegangen.
Text + Fotos
Peter Zimmer
(Ev.-Luth. Kirchgemeinde)



