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Lohnanpassung auf Westniveau

Pflegeumlage gefordert

Freitag, 18. September 2015, 11:12 Uhr
Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen fordert eine Pflegeumlage für Hessen und Thüringen. „Wir benötigen jetzt und in Zukunft viel mehr Pflegekräfte“, sagte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Karl-Winfried Seif...

Laut Hessischem Pflegemonitor ist der zukünftige Bedarf an Pflegekräften sehr hoch. Im Jahr 2013 waren 11.781 Personen in diesem Bereich in Vollzeit beschäftigt. Im Jahr 2030 wird mit einem Erweiterungs- und Ersatzbedarf von bis zu 80 Prozent gerechnet. „Um den aktuellen Notstand zu beheben und für die Zukunft vorzubauen, brauchen wir eine Pflegeumlage“, fordert Seif. „Die Politik muss jetzt handeln.“

Der VdK begrüßt die Vorlage des Hessischen Pflegemonitors. „Damit ist es möglich, vorausschauend zu handeln“, betonte der Landesvorsitzende. Auch die von der Hessischen Landesregierung erreichten und angestrebten Verbesserungen im Bereich der Ausbildung und der beruflichen Fort- und Weiterbildung seien zu begrüßen, reichten aber bei Weitem nicht aus.

„Um die gewaltigen Defizite zu beheben und für die Zukunft gewappnet zu sein, brauchen wir verstärkte Anstrengungen“, sagte Seif. „Der VdK fordert deshalb für Hessen und für Thüringen eine Pflegeumlage.“ Diese ermöglicht es, zur Aufbringung der Mittel für die Kosten der Ausbildungsvergütung von allen Leistungsanbietern Ausgleichsbeträge zu erheben, die in einen Umlagefonds eingezahlt werden. „Wer ausbildet, bekommt die Ausbildungsvergütung vollständig aus diesem Fonds erstattet“, erklärte Seif. „Dadurch wird ein Anreiz für mehr Ausbildung gesetzt.“ Außerdem werde der Wettbewerbsnachteil ausbildender Pflegeeinrichtungen beseitigt.

Um den Pflegeberuf in Thüringen attraktiver zu machen, fordert der VdK im ersten Schritt eine Lohnanpassung an Westniveau. Für Hessen und Thüringen fordert der Sozialverband tarifvertragliche Regelungen zur Verbesserung der Einkommenssituation in der Pflege. „Fachkräfte und Helfer in der Altenpflege verdienen nicht nur weniger als ihre Kollegen in der Krankenpflege, sondern auch weniger als Fachkräfte vergleichbarer anderer Berufe“, erklärte der VdK-Landesvorsitzende. Eine Fachkraft in der Altenpflege in Westdeutschland verdiene etwa ein Fünftel weniger als eine Fachkraft in der Krankenpflege. In Ostdeutschland liege dieser Anteil sogar bei einem Drittel. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – dieser Grundsatz muss auch für die Pflegeberufe gelten“, so Seif.
Autor: red

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