Volkssolidarität
Neue Strukturen der Volkssolidarität im Kyffhäuserkreis
Mittwoch, 07. Oktober 2015, 13:52 Uhr
Seit der Insolvenz der Volkssolidarität Sondershausen hat und wird sich im Bereich der Organisation der Volkssolidarität und des Pflegedienstes im Kyffhäuserkreis einiges ändern. Heute wurden die Ergebnisse in einem Pressegespräch erläutert…
Am Montag, den 28.04.2014 wurde durch den geschäftsführenden Vorstand des Volkssolidarität Kreisverband Sondershausen e.V. Lothar Liebing und Karl Ronald Neumann beim zuständigen Amtsgericht Mühlhausen für den Kreisverband der Insolvenzantrag gestellt. Seit dem hat sich einiges im Kyffhäuserkreis getan, nicht nur in Sondershausen, sondern auch in Artern.
In einer Presskonferenz erläuterten Dr. Peter Staufenbiel (Rechtsanwalt und der zuständige Insolvenzverwalter) Dirk Jürgens (Geschäftsführer der Volkssolidarität Querfurt-Merseburg e.V.), Alice Mattauch (AWO Leiterin Pflegeheim am Wippertor) und Michael Hack (AWO Thüringen - Geschäftsführer der AWO AJS gGmbH) wie es mit der Volkssolidarität (VS) im Kyffhäuserkreis weiter gehen soll, denn nicht nur in Sondershausen sondern auch in Artern wird es Änderungen geben.
Zuerst erläuterte Dr. Staufenbiel, was sich besonders seit dem 1.7. getan hat. Bevor es eine Bieter – Ausschreibung gab, hatten sich schon Interessenten für die Insolvenzmasse gemeldet. Es galt abzuwägen, ob es eine Ausschreibung in Gänze geben solle oder in teilen, was immer die Gefahr in sich birgt, dass nicht lukrative Teile auf der Strecke bleiben. Das war aber zum Glück nicht der Fall, wie Dr. Staufenbiel betonte.
Mit Gläubigerausschuss und Wippertal Immobiliengesellschaft (Eigentümer der Häuser im Borntal, Östertal und Wippertal) wurde entschieden, dass Pflegeheim im Wippertor wird zukünftig von r AWO Thüringen betrieben und der Pflegedienst der VS Sondershausen wird von der VS Querfurt-Merseburg übernommen.
Hack von der AWO erläuterte wie die Übernahme verlief. Bereits ab Juli wurde das Pflegeheim am Wippertor mit Pflegefachkräften unterstützt. In Mitarbeiterversammlungen wurde erläutert wie die Übernahme ab 1.9. laufen solle. Alle am 1.9. tätigen Mitarbeiter wurden von der AWO übernommen und Alice Mattauch als Leiterin der Seniorenresidenz Haus am Wippertor eingesetzt (Sie kam aus Bendeleben vom dortigen AWO-Haus). Einige der Pflegekräfte hatten vorher sich zu anderen Pflegeheimbetreibern abgesetzt. Pflegekräfte sind begehrt, so Hack.
Das Haus am Wippertor ist voll belegt und auch bei den Pflegekräften hat man jetzt die Sollstärke erreicht, so Hack im Gespräch. Die Übernahme sei ohne Probleme erfolgt. Von dem Hausbewohnern gab es keine Beschwerden, das etwas nicht funktionieren würde. Selbst Dr. Staufenbiel war überrascht, das es keinerlei Beschwerden gab. So reibungslos läuft selbst ein Insolvenzverfahren nicht mal bei einem kleinen Autohaus ab. Es lief einfach optimal ab.
Damit unterhält die AWO jetzt im Norden Thüringens eine ganze Reihe von Seniorenresidenzen, so in Bad Frankenhausen, Bendeleben, Schlotheim und Sondershausen. Hier kann auch ein reger Tausch zwischen den Häusern von statten gehen, wenn Bewohner in bestimmte Seniorenresidenzen möchten.
Der Pflegedienst der VS Sondershausen (u.a. in den Wohnbereichen Borntal und Östertal) wurde zum 1.10. von der VS Querfurt – Merseburg übernommen. Hier wurden ebenfalls zum 1.10. alle vorhandenen Pflegekräfte übernommen.
Die VS Querfurt – Merseburg selbst betreibt keine eigenen Pflegeheimen. Jürgens informierte, dass im Laufe des Monats Oktober auch die VS Artern in Form einer Fusion übernommen wird. Die VS Artern war einfach zu klein, um ohne Problem allein weiter bestehen zu können. Im Oktober wird die Änderung im Vereinsregister durchgeführt. Wenn das geschehen ist, wird es einen großen Verbund von Sondershausen über Artern länderübergreifend bis nach Querfurt und Merseburg geben. Der neue Verbund wird sich VS Saale-Kyffhäuser nennen. Damit wird auch das Ziel erreicht, die Volkssolidarität in der Region zu erhalten.
Die bisherige VS Querfurt – Merseburg hat vier Säulen der Tätigkeit:
- Kita-Träger für rund 1.800 Kinder
- Kinder- und Jugendförderbereich
- Pflegebereich
- Menüservice
Gerade letzteres wird sich auch bis Sondershausen bemerkbar machen. Die VS Querfurt – Merseburg wird sich damit von ca. 350 Personen nach Einbeziehung von Artern und Sondershausen auf rund 500 Kräfte vergrößern.
Für den Insolvenzverwalter ist die Arbeit noch nicht beendet. Zum Beispiel muss auch noch die Immobilie in der Alexander-Puschkin-Promenade verwertet werden. Hier hängen bei Erbbaurecht auch die Kyffhäusersparkasse und die Stadt Sondershausen drin. Ehe alles über die Bühne ist, kann es noch bis Ende nächsten Jahres dauern.
Aber nicht nur um die Pflegekräfte ging es heute. In Sondershausen und Umgebung gibt es 13 Ortsgruppen der VS. Auch diese müssen sich als Verein neu orientieren, denn von den einst 700 Vereinsmitgliedern sind noch rund 600 Mitglied vorhanden. Eine Treffen der Ortsgruppen mit der VS Querfurt-Merseburg hatte es schon gegeben und man war sich einig, dass man weiter machen will.
Wenn die Eintragung in das Vereinsregister erfolgt ist, sollen alle Vereinsmitglieder mit Schreiben des neuen Vereins Saale -Kyffhäuser e.V. angeschrieben werden. Dort wird der Vorschlag unterbreitet, in diesen Verein zu wechseln.
Der neue Verein will dann am 21.10 in Bottendorf bei Roßleben eine große Mitgliederversammlung veranstalten, verbunden mit einer Festveranstaltung 70 Jahre Volkssolidarität.
Wie Petra Schmidt von der Volkssolidarität auf Nachfrage bestätigte, ist die Begegnungsstätte noch nutzbar.
Auch wenn die VS in Sondershausen erhalten bleibt, so Jürgens, kann es zu Veränderungen hinsichtlich der Orte kommen, an denen die Vertreter der VS angetroffen werden können (Geschäftsstelle). Hier sind noch keine Entscheidungen gefallen. In der Alexander-Puschkin-Promenade wird es später mit Sicherheit nicht sein, Jürgens.
Autor: khhAm Montag, den 28.04.2014 wurde durch den geschäftsführenden Vorstand des Volkssolidarität Kreisverband Sondershausen e.V. Lothar Liebing und Karl Ronald Neumann beim zuständigen Amtsgericht Mühlhausen für den Kreisverband der Insolvenzantrag gestellt. Seit dem hat sich einiges im Kyffhäuserkreis getan, nicht nur in Sondershausen, sondern auch in Artern.
In einer Presskonferenz erläuterten Dr. Peter Staufenbiel (Rechtsanwalt und der zuständige Insolvenzverwalter) Dirk Jürgens (Geschäftsführer der Volkssolidarität Querfurt-Merseburg e.V.), Alice Mattauch (AWO Leiterin Pflegeheim am Wippertor) und Michael Hack (AWO Thüringen - Geschäftsführer der AWO AJS gGmbH) wie es mit der Volkssolidarität (VS) im Kyffhäuserkreis weiter gehen soll, denn nicht nur in Sondershausen sondern auch in Artern wird es Änderungen geben.
Zuerst erläuterte Dr. Staufenbiel, was sich besonders seit dem 1.7. getan hat. Bevor es eine Bieter – Ausschreibung gab, hatten sich schon Interessenten für die Insolvenzmasse gemeldet. Es galt abzuwägen, ob es eine Ausschreibung in Gänze geben solle oder in teilen, was immer die Gefahr in sich birgt, dass nicht lukrative Teile auf der Strecke bleiben. Das war aber zum Glück nicht der Fall, wie Dr. Staufenbiel betonte.
Mit Gläubigerausschuss und Wippertal Immobiliengesellschaft (Eigentümer der Häuser im Borntal, Östertal und Wippertal) wurde entschieden, dass Pflegeheim im Wippertor wird zukünftig von r AWO Thüringen betrieben und der Pflegedienst der VS Sondershausen wird von der VS Querfurt-Merseburg übernommen.
Hack von der AWO erläuterte wie die Übernahme verlief. Bereits ab Juli wurde das Pflegeheim am Wippertor mit Pflegefachkräften unterstützt. In Mitarbeiterversammlungen wurde erläutert wie die Übernahme ab 1.9. laufen solle. Alle am 1.9. tätigen Mitarbeiter wurden von der AWO übernommen und Alice Mattauch als Leiterin der Seniorenresidenz Haus am Wippertor eingesetzt (Sie kam aus Bendeleben vom dortigen AWO-Haus). Einige der Pflegekräfte hatten vorher sich zu anderen Pflegeheimbetreibern abgesetzt. Pflegekräfte sind begehrt, so Hack.
Das Haus am Wippertor ist voll belegt und auch bei den Pflegekräften hat man jetzt die Sollstärke erreicht, so Hack im Gespräch. Die Übernahme sei ohne Probleme erfolgt. Von dem Hausbewohnern gab es keine Beschwerden, das etwas nicht funktionieren würde. Selbst Dr. Staufenbiel war überrascht, das es keinerlei Beschwerden gab. So reibungslos läuft selbst ein Insolvenzverfahren nicht mal bei einem kleinen Autohaus ab. Es lief einfach optimal ab.
Damit unterhält die AWO jetzt im Norden Thüringens eine ganze Reihe von Seniorenresidenzen, so in Bad Frankenhausen, Bendeleben, Schlotheim und Sondershausen. Hier kann auch ein reger Tausch zwischen den Häusern von statten gehen, wenn Bewohner in bestimmte Seniorenresidenzen möchten.
Der Pflegedienst der VS Sondershausen (u.a. in den Wohnbereichen Borntal und Östertal) wurde zum 1.10. von der VS Querfurt – Merseburg übernommen. Hier wurden ebenfalls zum 1.10. alle vorhandenen Pflegekräfte übernommen.
Die VS Querfurt – Merseburg selbst betreibt keine eigenen Pflegeheimen. Jürgens informierte, dass im Laufe des Monats Oktober auch die VS Artern in Form einer Fusion übernommen wird. Die VS Artern war einfach zu klein, um ohne Problem allein weiter bestehen zu können. Im Oktober wird die Änderung im Vereinsregister durchgeführt. Wenn das geschehen ist, wird es einen großen Verbund von Sondershausen über Artern länderübergreifend bis nach Querfurt und Merseburg geben. Der neue Verbund wird sich VS Saale-Kyffhäuser nennen. Damit wird auch das Ziel erreicht, die Volkssolidarität in der Region zu erhalten.
Die bisherige VS Querfurt – Merseburg hat vier Säulen der Tätigkeit:
- Kita-Träger für rund 1.800 Kinder
- Kinder- und Jugendförderbereich
- Pflegebereich
- Menüservice
Gerade letzteres wird sich auch bis Sondershausen bemerkbar machen. Die VS Querfurt – Merseburg wird sich damit von ca. 350 Personen nach Einbeziehung von Artern und Sondershausen auf rund 500 Kräfte vergrößern.
Für den Insolvenzverwalter ist die Arbeit noch nicht beendet. Zum Beispiel muss auch noch die Immobilie in der Alexander-Puschkin-Promenade verwertet werden. Hier hängen bei Erbbaurecht auch die Kyffhäusersparkasse und die Stadt Sondershausen drin. Ehe alles über die Bühne ist, kann es noch bis Ende nächsten Jahres dauern.
Aber nicht nur um die Pflegekräfte ging es heute. In Sondershausen und Umgebung gibt es 13 Ortsgruppen der VS. Auch diese müssen sich als Verein neu orientieren, denn von den einst 700 Vereinsmitgliedern sind noch rund 600 Mitglied vorhanden. Eine Treffen der Ortsgruppen mit der VS Querfurt-Merseburg hatte es schon gegeben und man war sich einig, dass man weiter machen will.
Wenn die Eintragung in das Vereinsregister erfolgt ist, sollen alle Vereinsmitglieder mit Schreiben des neuen Vereins Saale -Kyffhäuser e.V. angeschrieben werden. Dort wird der Vorschlag unterbreitet, in diesen Verein zu wechseln.
Der neue Verein will dann am 21.10 in Bottendorf bei Roßleben eine große Mitgliederversammlung veranstalten, verbunden mit einer Festveranstaltung 70 Jahre Volkssolidarität.
Wie Petra Schmidt von der Volkssolidarität auf Nachfrage bestätigte, ist die Begegnungsstätte noch nutzbar.
Auch wenn die VS in Sondershausen erhalten bleibt, so Jürgens, kann es zu Veränderungen hinsichtlich der Orte kommen, an denen die Vertreter der VS angetroffen werden können (Geschäftsstelle). Hier sind noch keine Entscheidungen gefallen. In der Alexander-Puschkin-Promenade wird es später mit Sicherheit nicht sein, Jürgens.


