Aus der Kommunalpolitik
Bau eines GeoLiftes auf dem Kyffhäuser
Mittwoch, 07. Oktober 2015, 16:51 Uhr
Jetzt wird es ernst. Im Kreisausschuss ging es heute um die Finanzierung des Geolifts am Kyffhäuser. Interessant, eine Eintrittspreiserhöhung für das Kyffhäuserdenkmal soll höhere Betriebskosten durch den Geolift abdecken!..
Der Kreisausschuss empfahl dem Kreistag einstimmig, die Kreisverwaltung mit der Durchführung des Bauvorhabens GeoLift auf dem Kyffhäuser zu beauftragen. Der Beschluss steht unter dem Vorbehalt, dass die Fördermittel in Höhe von 90% der förderfähigen Kosten bewilligt und der verbleibende Eigenanteil in Höhe von 10 % durch die Kur & Tourismus GmbH Bad Frankenhausen getragen werden. Die geplante Investitionssumme beträgt 4.221.981,63 €.
Aus der Begründung von Landrätin Antje Hochwind (SPD)
Um die Erreichbarkeit des Denkmals zu verbessern, soll eine attraktive, erlebnisorientierte Liftanlage errichtet werden, die den Burghof mit dem etwa 55 m höheren Denkmalsbereich verbindet. Die touristische Nachfrage, die touristische Leistungsfähigkeit des Kyffhäuserdenkmals und die wirtschaftliche Entwicklung des Burghofes kann auf diesem Weg spürbar verbessert und gesteigert werden. Um das Erscheinungsbild des Denkmals nicht zu beeinträchtigen, Naturschutzbelange angemessen berücksichtigen zu können und mögliche Gefährdungen durch Gesteinsabgänge und Windlasten auszuschließen, ist der Einbau des Liftes in den Berg vorgesehen.
Zudem wird durch einen Lift die barrierefreie Erreichbarkeit des Denkmals erheblich erleichtert und die Möglichkeit einer ganzjährigen Nutzung des Denkmals verbessert. Die Möglichkeit, einen Lift in den Berg einzubauen, bietet sich auch deshalb an, weil sich das Gesamtareal im GeoPark Kyffhäuser befindet und somit die Geologie des Kyffhäusergebirges durch eine Fahrt durch den Berg erlebnisorientiert veranschaulicht werden kann. Durch multimediale Effekte soll die Fahrt durch den Berg zu einem nachhaltig wirkenden Erlebnis mit Bezug zur Geologie und Archäologie werden. Hierzu soll im westlichen Bereich des Kyffhäusers ein ca. 65 m langer Stollen in den Berg getrieben und von da aus eine vertikale Auffahrt vorgesehen werden, die einen Höhenunterschied von ca. 55 m überbrückt
Zur Vorbereitung der Maßnahme und als Grundlage für die Fördermittelbeantragung wurden im Jahr 2011 Planungsunterlagen bis zur Planungsphase 3 (Entwurfsplanung) erarbeitet.
Der Kreistag hat mit Beschluss vom 01.10.2014 beschlossen, dass die Kreisverwaltung mit der Durchführung der Planungsphase 4 beauftragt wird.
Die Genehmigungsplanung wurde erfolgreich abgeschlossen. Eine Baugenehmigung liegt vor. Die bei der Fortschreibung der Planung ermittelten Baukosten betragen 4.221.981,63 €. Davon wurden bereits 189.452,21 € für die bisher durchgeführten Planungen bezahlt oder beauftragt.
Das Bauvorhaben kann mit Mitteln der Thüringer Aufbaubank zu 90% gefördert werden. Der 10-prozentige Eigenanteil wird durch die Betreibergemeinschaft des Kyffhäuserdenkmals getragen, so dass dem Kreis keine weiteren Kosten entstehen.
Dem Wirtschaftsausschuss wurde die Planung in der Sitzung am 14.09.2015 vorgestellt.
Die 90 Prozent Förderung ist mündlich vom Wirtschaftsministerium zugesagt. Wenn alles gut geht, könnte der Geolift im Frühjahr 2017 (Pfingsten) fertig sein. Startschuss für die Bauarbeiten soll im Frühjahr 2016 sein. Für den Landkreis entstehen dem Kreis dazu keine wesentlichen Kosten.
Ob der Schacht einen Namen erhalten soll, (ist im Bergbau Tradition), konnte Bauamtsleiter Sören Hauskeller noch nicht sagen. Gegenüber der ursprünglichen Planung sind die Kosten vor allem durch höhere Anforderungen beim Brandschutz und Rettungsmöglichkeiten.
Frage von Jens Krautwurst (CDU): Sind alle Kosten förderfähig.?Laut Hauskeller werden einige Kosten nicht förderfähig sein. So werden wohl 30.000 bis 40.000 Euro Kosten auf den Eigentümer (Landkreis) zu kommen. Weitere höhere nicht förderfähige Kosten sollen durch die Kur GmbH übernommen werden, so Hauskeller. Dazu wird es ja einen höheren Eintrittspreis in Höhe von 1,50 Euro geben. Auf Grund der zu erwartenden Besucherzahlen könnten rund 495.000 Euro reinkommen. Die Betriebskostenerhöhung durch den Betreiber soll durch die 1,50 Euro Eintrittpreiserhöhung abgedeckt werden.
Ob das den Besuchern des Kyffhäuserdenkmals so schmecken wird, dass man 1,50 Euro pauschal mehr Eintritt berappen soll, obwohl man nicht mal den Lift benutzen wird, muss abgewartet werden.
Ursprünglich hieß es, für die Benutzung des Geolifts werde nur von dessen Benutzern ein zusätzliches Entgelt verlangt.
Jörg Steinmetz (CDU): Es sollte nochmals eindeutig geprüft werden, ob die Kur GmbH mögliche Mehrkosten überhaupt stemmen könnte, sonst könnten die Kosten doch am Landkreis hängen bleiben.
Ob Mehrkosten auch mit 90 Prozent gefördert werden, ist laut Hauskeller noch nicht gesichert und müsste beantragt werden.
Thomas Gelhaar (SPD) äußerte sich erschrocken über die vergrößerten Kosten, will aber das Projekt unterstützen.
Die Landrätin sagte abschließend, Risiken sind nie auszuschließen.
Autor: khhDer Kreisausschuss empfahl dem Kreistag einstimmig, die Kreisverwaltung mit der Durchführung des Bauvorhabens GeoLift auf dem Kyffhäuser zu beauftragen. Der Beschluss steht unter dem Vorbehalt, dass die Fördermittel in Höhe von 90% der förderfähigen Kosten bewilligt und der verbleibende Eigenanteil in Höhe von 10 % durch die Kur & Tourismus GmbH Bad Frankenhausen getragen werden. Die geplante Investitionssumme beträgt 4.221.981,63 €.
Aus der Begründung von Landrätin Antje Hochwind (SPD)
Um die Erreichbarkeit des Denkmals zu verbessern, soll eine attraktive, erlebnisorientierte Liftanlage errichtet werden, die den Burghof mit dem etwa 55 m höheren Denkmalsbereich verbindet. Die touristische Nachfrage, die touristische Leistungsfähigkeit des Kyffhäuserdenkmals und die wirtschaftliche Entwicklung des Burghofes kann auf diesem Weg spürbar verbessert und gesteigert werden. Um das Erscheinungsbild des Denkmals nicht zu beeinträchtigen, Naturschutzbelange angemessen berücksichtigen zu können und mögliche Gefährdungen durch Gesteinsabgänge und Windlasten auszuschließen, ist der Einbau des Liftes in den Berg vorgesehen.
Zudem wird durch einen Lift die barrierefreie Erreichbarkeit des Denkmals erheblich erleichtert und die Möglichkeit einer ganzjährigen Nutzung des Denkmals verbessert. Die Möglichkeit, einen Lift in den Berg einzubauen, bietet sich auch deshalb an, weil sich das Gesamtareal im GeoPark Kyffhäuser befindet und somit die Geologie des Kyffhäusergebirges durch eine Fahrt durch den Berg erlebnisorientiert veranschaulicht werden kann. Durch multimediale Effekte soll die Fahrt durch den Berg zu einem nachhaltig wirkenden Erlebnis mit Bezug zur Geologie und Archäologie werden. Hierzu soll im westlichen Bereich des Kyffhäusers ein ca. 65 m langer Stollen in den Berg getrieben und von da aus eine vertikale Auffahrt vorgesehen werden, die einen Höhenunterschied von ca. 55 m überbrückt
Zur Vorbereitung der Maßnahme und als Grundlage für die Fördermittelbeantragung wurden im Jahr 2011 Planungsunterlagen bis zur Planungsphase 3 (Entwurfsplanung) erarbeitet.
Der Kreistag hat mit Beschluss vom 01.10.2014 beschlossen, dass die Kreisverwaltung mit der Durchführung der Planungsphase 4 beauftragt wird.
Die Genehmigungsplanung wurde erfolgreich abgeschlossen. Eine Baugenehmigung liegt vor. Die bei der Fortschreibung der Planung ermittelten Baukosten betragen 4.221.981,63 €. Davon wurden bereits 189.452,21 € für die bisher durchgeführten Planungen bezahlt oder beauftragt.
Das Bauvorhaben kann mit Mitteln der Thüringer Aufbaubank zu 90% gefördert werden. Der 10-prozentige Eigenanteil wird durch die Betreibergemeinschaft des Kyffhäuserdenkmals getragen, so dass dem Kreis keine weiteren Kosten entstehen.
Dem Wirtschaftsausschuss wurde die Planung in der Sitzung am 14.09.2015 vorgestellt.
Die 90 Prozent Förderung ist mündlich vom Wirtschaftsministerium zugesagt. Wenn alles gut geht, könnte der Geolift im Frühjahr 2017 (Pfingsten) fertig sein. Startschuss für die Bauarbeiten soll im Frühjahr 2016 sein. Für den Landkreis entstehen dem Kreis dazu keine wesentlichen Kosten.
Ob der Schacht einen Namen erhalten soll, (ist im Bergbau Tradition), konnte Bauamtsleiter Sören Hauskeller noch nicht sagen. Gegenüber der ursprünglichen Planung sind die Kosten vor allem durch höhere Anforderungen beim Brandschutz und Rettungsmöglichkeiten.
Frage von Jens Krautwurst (CDU): Sind alle Kosten förderfähig.?Laut Hauskeller werden einige Kosten nicht förderfähig sein. So werden wohl 30.000 bis 40.000 Euro Kosten auf den Eigentümer (Landkreis) zu kommen. Weitere höhere nicht förderfähige Kosten sollen durch die Kur GmbH übernommen werden, so Hauskeller. Dazu wird es ja einen höheren Eintrittspreis in Höhe von 1,50 Euro geben. Auf Grund der zu erwartenden Besucherzahlen könnten rund 495.000 Euro reinkommen. Die Betriebskostenerhöhung durch den Betreiber soll durch die 1,50 Euro Eintrittpreiserhöhung abgedeckt werden.
Ob das den Besuchern des Kyffhäuserdenkmals so schmecken wird, dass man 1,50 Euro pauschal mehr Eintritt berappen soll, obwohl man nicht mal den Lift benutzen wird, muss abgewartet werden.
Ursprünglich hieß es, für die Benutzung des Geolifts werde nur von dessen Benutzern ein zusätzliches Entgelt verlangt.
Jörg Steinmetz (CDU): Es sollte nochmals eindeutig geprüft werden, ob die Kur GmbH mögliche Mehrkosten überhaupt stemmen könnte, sonst könnten die Kosten doch am Landkreis hängen bleiben.
Ob Mehrkosten auch mit 90 Prozent gefördert werden, ist laut Hauskeller noch nicht gesichert und müsste beantragt werden.
Thomas Gelhaar (SPD) äußerte sich erschrocken über die vergrößerten Kosten, will aber das Projekt unterstützen.
Die Landrätin sagte abschließend, Risiken sind nie auszuschließen.
