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Neid und Missgunst?
Samstag, 10. Oktober 2015, 08:02 Uhr
Wir leben in einer Welt voller Neid und Missgunst. Heuchelei und Lügen kennen keine Grenzen. Ständig sind wir dabei, uns mit anderen zu vergleichen. So beginnt die Zuschrift einer Leserin der Nordthüringer Online-Zeitungen...
Das ist unter Geschwistern, unter Mitschülern, im Arbeitsleben und in der Familie so. Wir wollen immer so sein wie andere, wir wollen immer das haben, was andere besitzen, wobei wir gar nicht wissen, ob wir dann glücklicher und zufriedener sind. Aber wir wollen es!
Konkurrenz unter Geschwistern, wer ist der oder die Beste in der Schule, wobei wir auch darauf schauen, welches Kind vielleicht Eigenschaften so wie man selbst hat. Es dadurch vielleicht intuitiv vorzieht. Erfolgt das bewusst oder unbewusst? Damit richten Eltern und Schwiegereltern einen Schaden an, weil der Egoismus, der Wettstreit, wer ist der oder die Beste in der Erziehung auch auf dieser Ebene des Familienlebens stattfindet. Kinder werden beeinflusst. Das ist wahrscheinlich auch das Ziel. Auch hier ringt man nach Anerkennung.
Vergleichen tun sich Kinder im Kindergarten, wer hat welches Spielzeug, mit welchem Auto wird man von den Eltern abgeholt, welche Kleidung von welcher Marke wird getragen. Unter Jugendlichen geht es dann noch etwas härter zu. Hier spielt dann nicht nur die Kleidung eine Rolle, welche Marke man trägt, hier geht es um den Standard technische Geräte und dann um den Besitz eines Autos.
Was Eltern und Kinder für einen ständigen Druck ausgesetzt sind, ist schon enorm, wobei die Arbeitswelt noch nicht einmal berücksichtigt ist. Macht uns dieser ständige Druck krank? Ich glaube ja, weil es geht alles viel zu schnell. Die Werbung im Fernsehen tut das Übrige.
Der Mensch kann rund um die Uhr aktiv sein, weil im Fernsehen und im Internet gibt es keine Ruhezeiten. E-Mails schreiben, E-Mails schreiben... Wenn man nicht dieses Tempo mitgeht, wird man ausgegrenzt, das geht heute schnell. Also ein Entrinnen scheint fast unmöglich. Wer will schon nicht dazu gehören.
Hinzu kommt noch der Arbeitsalltag. Da trifft man auf narzisstische Vorgesetzte, neidende Kollegen, weil man vielleicht einmal mehr im Urlaub war als der andere, weil man selbstbewusster ist als der andere oder weil man weniger Stunden arbeitet als der andere. Das alles kann zu Mobbing führen. Mobbing kann überall stattfinden. Ich kenne Fälle aus einer Beratungsstelle. Oft sind es Vorgesetzte, die selbst mobben oder Mobbing unter Kollegen zulassen. Menschen die dies tun, sind in meinen Augen böswillig, die haben kein gesundes Selbstbewusstsein, es geht ihnen nur um sich selbst, denn da können sie Kraftschöpfen. Kraft daraus, wenn man andere seelisch quälen kann und damit Macht ausübt. Heuchler und Lügner kommen meiner Meinung nach oftmals besser durchs Leben. Ich kann das aus meiner eigenen Erfahrung sagen. Weil: diesen Menschentyp, eben auch einen Narzissten, erkennt man nicht sofort. Manchmal will man es auch nicht wahrhaben. Nicht ohne Grund nehmen heute Depressionen und damit einhergehende Krankheiten zu. Ich höre manchmal den Spruch, für so wenig Geld, 8,50 € die Stunde, muss ich mich erniedrigen und rumkommandieren lassen, und das über Jahre.
Menschen haben Demütigungen im Arbeitsleben erlitten, aber sie sind arbeiten gegangen, haben sich was aufgebaut und hoffen, noch Rente in 20 Jahren zu bekommen. Sie haben gelitten und doch nicht aufgegeben.
Flüchtlinge strömen in großen Mengen zu uns. Für sie werden Wohnungen gebaut, für sie wird Arbeit geschaffen, neue Schulen und Kindergärten müssen gebaut werden. Die Familienministerin spricht davon, dass die Kinder von Flüchtlingen besonders schutzbedürftig sind. Warum besonders? Hier beginnen die Menschen wieder zu vergleichen. Hätte die Aussage, dass diese Kinder generell schutzbedürftig sind, nicht ausgereicht? Mit dem Wort besonders, wird eine Gruppe bevorzugt. Wenn jemand bevorzugt wird und ein anderer nicht, führt das zu Problemen. Mit Worten sollten Politiker gerade jetzt sensibel umgehen.
Die Menschen fragen sich schon, warum ist das Essen im Kindergarten und in der Schule nicht kostenfrei? Warum werden Schwimmhallen, Bibliotheken oder Theater geschlossen, weil bis dato kein Geld da war? Von dem Zustand von Straßen und Brücken ganz zu schweigen. Menschen, die als Leiharbeiter oder sich mit Befristungen abfinden müssen oder im niedrig Lohnbereich oder Hart IV arbeiten, für diese hätte man auch Konjunkturprogramme starten können. Wenn das so gewesen wäre, würden heute die AfD oder andere Gruppen nicht diesen Zulauf haben, weil, Menschen vergleichen sich immer.
Ruth Altzschner, Heiligenstadt
Das ist unter Geschwistern, unter Mitschülern, im Arbeitsleben und in der Familie so. Wir wollen immer so sein wie andere, wir wollen immer das haben, was andere besitzen, wobei wir gar nicht wissen, ob wir dann glücklicher und zufriedener sind. Aber wir wollen es!
Konkurrenz unter Geschwistern, wer ist der oder die Beste in der Schule, wobei wir auch darauf schauen, welches Kind vielleicht Eigenschaften so wie man selbst hat. Es dadurch vielleicht intuitiv vorzieht. Erfolgt das bewusst oder unbewusst? Damit richten Eltern und Schwiegereltern einen Schaden an, weil der Egoismus, der Wettstreit, wer ist der oder die Beste in der Erziehung auch auf dieser Ebene des Familienlebens stattfindet. Kinder werden beeinflusst. Das ist wahrscheinlich auch das Ziel. Auch hier ringt man nach Anerkennung.
Vergleichen tun sich Kinder im Kindergarten, wer hat welches Spielzeug, mit welchem Auto wird man von den Eltern abgeholt, welche Kleidung von welcher Marke wird getragen. Unter Jugendlichen geht es dann noch etwas härter zu. Hier spielt dann nicht nur die Kleidung eine Rolle, welche Marke man trägt, hier geht es um den Standard technische Geräte und dann um den Besitz eines Autos.
Was Eltern und Kinder für einen ständigen Druck ausgesetzt sind, ist schon enorm, wobei die Arbeitswelt noch nicht einmal berücksichtigt ist. Macht uns dieser ständige Druck krank? Ich glaube ja, weil es geht alles viel zu schnell. Die Werbung im Fernsehen tut das Übrige.
Der Mensch kann rund um die Uhr aktiv sein, weil im Fernsehen und im Internet gibt es keine Ruhezeiten. E-Mails schreiben, E-Mails schreiben... Wenn man nicht dieses Tempo mitgeht, wird man ausgegrenzt, das geht heute schnell. Also ein Entrinnen scheint fast unmöglich. Wer will schon nicht dazu gehören.
Hinzu kommt noch der Arbeitsalltag. Da trifft man auf narzisstische Vorgesetzte, neidende Kollegen, weil man vielleicht einmal mehr im Urlaub war als der andere, weil man selbstbewusster ist als der andere oder weil man weniger Stunden arbeitet als der andere. Das alles kann zu Mobbing führen. Mobbing kann überall stattfinden. Ich kenne Fälle aus einer Beratungsstelle. Oft sind es Vorgesetzte, die selbst mobben oder Mobbing unter Kollegen zulassen. Menschen die dies tun, sind in meinen Augen böswillig, die haben kein gesundes Selbstbewusstsein, es geht ihnen nur um sich selbst, denn da können sie Kraftschöpfen. Kraft daraus, wenn man andere seelisch quälen kann und damit Macht ausübt. Heuchler und Lügner kommen meiner Meinung nach oftmals besser durchs Leben. Ich kann das aus meiner eigenen Erfahrung sagen. Weil: diesen Menschentyp, eben auch einen Narzissten, erkennt man nicht sofort. Manchmal will man es auch nicht wahrhaben. Nicht ohne Grund nehmen heute Depressionen und damit einhergehende Krankheiten zu. Ich höre manchmal den Spruch, für so wenig Geld, 8,50 € die Stunde, muss ich mich erniedrigen und rumkommandieren lassen, und das über Jahre.
Menschen haben Demütigungen im Arbeitsleben erlitten, aber sie sind arbeiten gegangen, haben sich was aufgebaut und hoffen, noch Rente in 20 Jahren zu bekommen. Sie haben gelitten und doch nicht aufgegeben.
Flüchtlinge strömen in großen Mengen zu uns. Für sie werden Wohnungen gebaut, für sie wird Arbeit geschaffen, neue Schulen und Kindergärten müssen gebaut werden. Die Familienministerin spricht davon, dass die Kinder von Flüchtlingen besonders schutzbedürftig sind. Warum besonders? Hier beginnen die Menschen wieder zu vergleichen. Hätte die Aussage, dass diese Kinder generell schutzbedürftig sind, nicht ausgereicht? Mit dem Wort besonders, wird eine Gruppe bevorzugt. Wenn jemand bevorzugt wird und ein anderer nicht, führt das zu Problemen. Mit Worten sollten Politiker gerade jetzt sensibel umgehen.
Die Menschen fragen sich schon, warum ist das Essen im Kindergarten und in der Schule nicht kostenfrei? Warum werden Schwimmhallen, Bibliotheken oder Theater geschlossen, weil bis dato kein Geld da war? Von dem Zustand von Straßen und Brücken ganz zu schweigen. Menschen, die als Leiharbeiter oder sich mit Befristungen abfinden müssen oder im niedrig Lohnbereich oder Hart IV arbeiten, für diese hätte man auch Konjunkturprogramme starten können. Wenn das so gewesen wäre, würden heute die AfD oder andere Gruppen nicht diesen Zulauf haben, weil, Menschen vergleichen sich immer.
Ruth Altzschner, Heiligenstadt
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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