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Werden Interessen behinderter Menschen missbraucht?

Dienstag, 20. Oktober 2015, 12:56 Uhr
Die Diskussion um den Geolift nimmt kurz vor Toresschluss nochmals kräftig Fahrt auf. Hier erreichte kn ein weiterer Leserbrief mit Vorwürfen...


Mit viel Tamtam und großem Politikerauflauf war am 11.10.2010 am Kyffhäuserdenkmal die behindertengerechte Zuwegung zum Kyffhäuserdenkmal freigegeben worden. Der damalige Beauftragte für Menschen mit Behinderungen Thüringens, Dr. Paul Brockhausen, nahm genauso an der feierlichen Verkehrsfreigabe der "Behindertenzuwegung" Kyffhäuser genauso teil wie die Landtagsmitglieder Marx (SPD) und Scherer (CDU) und sogar der damalige Landrat aus Nordhausen war dabei.

Entlang der Ringmauer war für die Rollstuhlfahrer ein asphaltierter Weg um zum Kyffhäuserdenkmal und zur Oberburg angelegt worden. Nachlesen kann man das Ganze bei kn, die damals schon ausführlich berichteten (Besserer Zugang zum Kyffhäuserdenkmal).
Über eine Million Euro waren damals dafür bereits verbaut worden.

Und alle freuten sich damals, wie man bei kn lesen konnte, dass sich die Bedingungen am Kyffhäuser für die Behinderten deutlich verbessert haben und auch für die Touristen insgesamt. Da kann man nur staunen. Noch mehr kann man staunen, wie die Landrätin jetzt den Bau des Geolifts unter anderem begründet.

Der Bau des Geolift wurde unter anderem von der Landrätin vor dem Kreisausschuss so begründet:
"Zudem wird durch einen Lift die barrierefreie Erreichbarkeit des Denkmals erheblich erleichtert und die Möglichkeit einer ganzjährigen Nutzung des Denkmals verbessert."

Ob allerdings Menschen mit Behinderungen bei Schnee und Eis das Kyffhäuserdenkmal besichtigen werden, bleibt anzuzweifeln.

Da kann man wirklich nur staunen! Jetzt wird die Erreichbarkeit des Kyffhäuserdenkmals mit den behinderten Menschen doppelt verknüpft.
Da beschleicht einem einfach das Gefühl, hier werden die Interessen der behinderten Menschen missbraucht!

Obwohl seit 2010 die Behinderten an den Fuß des Kyffhäuserdenkmals gebracht werden können, wird offensichtlich kein Gedanke daran verschwendet, wie bekommt man denn die Behinderten auf das eigentliche Denkmal hoch? Selbst das eigentliche Umfahren des Denkmals direkt am Fuß ist nicht gelöst.

Die Kreistagsmitglieder sollten sich das Ganze wohl noch einmal sehr gut überschlafen, ob diese 4,2 Millionen Euro nicht besser eingesetzt werden könnten.

Peter George
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: khh

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