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Kranichwanderung

Ruhe für Zugereiste

Mittwoch, 21. Oktober 2015, 12:12 Uhr
Zurzeit rasten wieder Tausende von Kranichen auf ihrem Weg in den Süden in der Goldenen Aue im Gebiet um den Stausee Kelbra herum. Der Ort zählt als Brut- und Rastplatz zu den wichtigen europäischen Vogelschutzgebieten. Damit die Vögel Kraft für die weitere Reise tanken können brauchen sie vor allem: Ruhe...

Mit bis zu 40.000 Kranichen zählt der Staubereich Kelbra zum fünftgrößten Rastgebiet dieser Zugvögel in Deutschland. Die nächsten Rastplätze sind etwa 300 Kilometer entfernt. So hat sich das Gebiet um den Stausee zu einem bedeutenden Binnenrastplatz für Kraniche entwickelt. Die Vögel brauchen eine ruhige, ungestörte Rast, um ihre Kraftreserven für den langen Flug gen Süden wieder aufzufüllen. Da sie sehr scheu sind, schrecken sie leicht auf. Problematisch wird es daher, wenn Menschen die Kraniche durch ihre Nähe immer wieder aufscheuchen, denn dadurch verlieren sie wertvolle Energie.

Um den Kranichen eine möglichst ungestörte Rast zu ermöglichen, hat der Landkreis Nordhausen in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt eine Allgemeinverfügung erlassen, die Schutzmaßnahmen regelt. Bis zum 15. Dezember darf das Gebiet in der Goldenen Aue zwischen der Bahnstrecke im Norden, der Landkreisgrenze im Osten, dem Ortsverbindungsweg zwischen Auleben und Kelbra im Süden und der Landesstraße L2079 nicht betreten oder befahren werden. Ausgenommen davon sind der Bahnhof Görsbach, die bebaute Ortslage der Gemeinde Auleben und die Aumühle sowie Eigentümer und Nutzungsberechtigte in diesem Bereich.

Auch eine ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung ist weiterhin möglich. Allerdings sollte generell darauf verzichtet werden, Hunde mitzunehmen, da die Kraniche auf Hunde besonders empfindlich reagieren. Nachzulesen ist die Allgemeinverfügung unter www.landratsamt-nordhausen.de unter Aktuelles & Veröffentlichungen.

Wer dennoch einen Blick auf die beeindruckende Zahl von Kranichen werfen will, sollte dies nur aus der Ferne tun, um die Tiere nicht zu stören. Die Untere Naturschutzbehörde empfiehlt daher unbedingt, bei einer Wanderung die Wege nicht zu verlassen, keine lauten Geräusche zu machen und die Vögel nur aus der Distanz mit einem Fernglas zu beobachten.

Wer sich unter fachkundiger Führung das Schauspiel anschauen möchte, dem seien die geführten Kranichwanderungen mit dem Naturpark Kyffhäuser und dem Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Numburg, sowie durch den Harzklubverein Auleben empfohlen. An Wochenenden wird im Ausstellungsraum der Numburg ein Film über Kraniche gezeigt. Die Termine mit den jeweiligen Startzeiten und -orten können sowohl bei den genannten Veranstaltern als auch beim Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. (Tel.: 03631 499 4485) erfragt werden.
Autor: red

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