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Gefahrenquelle Telefonzelle mit Glasscheiben
Freitag, 30. Oktober 2015, 20:10 Uhr
Auf ein Problem in der Stadt Sondershausen, und nicht nur dort, weist unser Leser Thomas Leipold hin. Hier die Einzelheiten...
Bereits am Mittwoch war ich mit meiner Frau in der Sondershäuser Stadt unterwegs. Es war ein diesiger Tag, soll heißen, der Nebel hielt sich den ganzen Tag mehr oder weniger. Die Sicht, selbst für Nichtsehbehinderte, war also auch sicher nicht optimal. Ein Besuch der Patchwork-Ausstellung im Rathaus der Künstlerin Dr. Barbara Heuchel stand auch auf dem Programm.
Sehr interessant und empfehlenswert und auch taktil (über die Hände und Finger) gut wahrnehmbar, tastbar und erlebbar. Der Weg führte anschließend weiter in Richtung Wippertor. Da ich auf Grund von Augenleiden stark sehbehindert bin nutzte ich das Geländer der Treppe vor dem Ratskeller hinab um mich zu orientieren und auch eine zusätzliche Stütze zu haben. Meine Frau sagte mir noch am unteren Ende der Treppe: Pass auf das Telefon auf! Nun, die Umrisse der Standsäule mit dem Telefon konnte ich noch schemenhaft erkennen, dass da aber noch eine Glasscheibe kommen würde, konnte ich leider nicht erahnen.
Was soll ich sagen – es tat weh - also eine schmerzliche Erfahrung. Leider wird die Gefahr hier auch nicht durch den so genannten Blindenstock erfasst, da dieser taktil nur den Bereich vom Unterbauch abwärts bis zu den Füßen erfassen kann und in diesem Bereich Informationen an seinen Benutzer gibt. Was für den Rollstuhlfahrer von Vorteil ist, dass er diese Telefon-Anlage barrierefrei unterfahren kann, erweist sich für andere als ein nicht unerheblicher Nachteil.
Sicher bin ich nicht der Einzige in der Stadt, der Seheinschränkungen hat, aber ich denke, so wie das Teil dort da steht stellt es nicht nur eine Gefahr für mich dar. An den Glasscheiben der Bushaltestellenhäuschen waren zumeist schwarze Vogel-Attrappen aufgeklebt um die Vögel und sicher auch schlechter Sehende zumindest zu warnen können. So etwas konnten wir hier an dem Telefon nicht entdecken – sehr schade. Sicher ließe sich hier ohne viel Aufwand ganz schnell und vor allem unbürokratisch Abhilfe schaffen – hoffe sicher nicht nur ich zumindest.
Vermutlich stellt dieses Hindernis in Form der Seitenscheibe der Telefonzelle auch bei tiefstehender Sonneneinstrahlung eine Herausforderung dar und wird vermutlich auch nicht wahrgenommen. Könnte man mal überprüfen. Ich denke mal, dass dies auch nicht die einzige Telefonzelle dieser Bauart nicht nur im Stadtgebiet ist?! Dann wäre möglicherweise auch mit der gleichen Problematik zu rechnen.
Hier wurde auch nicht an die Barrierefreiheit auch am Treppenzugang gedacht, wenn z. B. Sehbehinderte aus Richtung Wippertor kommend die Treppe zum Rathaus hinauf wollen. Das wäre sicher anders und vor allem besser lösbar gewesen. Sollte man hier nicht ganz schlicht und ergreifend auch an die ältere Generation denken, die nun mal auch mit eingeschränkter Mobilität und nachlassendem Sehvermögen zu tun hat und sich sicher auch darüber freuen wird, wenn man eine Treppe mit Geländer (Handlauf) nutzen könnte ohne davor oder dahinter fast unerwartet auf Hindernisse zu stoßen?!
Hier offenbart sich aber sicher auch ein grundlegendes Problem. Egal ob Stadtverwaltung oder Landratsamt mit Bauamt, vielleicht sollte man auch mal an andere Behindertengruppen denken. Es gibt nicht nur Rollstuhlfahrer. Es gibt genug Interessenvertretungen, angefangen vom Behindertenverband über den Blinden- und Sehbehindertenverband bis zu Seniorenbeiräten um nur einige stellvertretend zu nennen. Hier hat man kompetente Ansprechpartner die am ehesten die Alltagsprobleme kennen und erkennen.
Oft lassen sich sprichwörtlich mit Kleinigkeiten Probleme entschärfen oder bereits in der Projektierungsphase, also noch weit vor einem Baubeginn, mit entsprechenden Hinweisen ganz vermeiden. Aber noch einmal zurück zu den Rollstuhlfahrern. Auch diese haben so ihre Probleme. Das Problem einer möglichen Barrierefreiheit im Rathaus selbst scheint auch eine sehr harte Nuss zu sein. Ich möchte da auch gar nicht weiter auf das inzwischen leidige Thema Geolift am Kyffhäuser-Denkmal denken (habe dazu schon vorher Beiträge geschrieben).
Ist ja nun auch beschlossene Sache geworden mit dem 4,2 Millionen teuren Geolift (falls es bei den tatsächlichen Baukosten auch dabei bleiben sollte). Ein Schelm wer bei solchen öffentlichen Bauvorhaben an explosionsartige Expansion von den dann tatsächlichen Baukosten denkt. Aber der Bürger und Steuerzahler sollte auch hier wachsam sein. Aber das Problem der Barrierefreiheit auf dem Kyffhäuser-Denkmal selbst ist damit nach wie vor nicht gelöst.
Also egal wo Sie unterwegs sind, bleiben sie aufmerksam und wachsam und rechnen Sie gegebenenfalls auch mal mit etwas Unerwartetem, aber hoffentlich ohne Unfälle, Blessuren oder Verletzungen.
T. Leipold
Bereits am Mittwoch war ich mit meiner Frau in der Sondershäuser Stadt unterwegs. Es war ein diesiger Tag, soll heißen, der Nebel hielt sich den ganzen Tag mehr oder weniger. Die Sicht, selbst für Nichtsehbehinderte, war also auch sicher nicht optimal. Ein Besuch der Patchwork-Ausstellung im Rathaus der Künstlerin Dr. Barbara Heuchel stand auch auf dem Programm.
Sehr interessant und empfehlenswert und auch taktil (über die Hände und Finger) gut wahrnehmbar, tastbar und erlebbar. Der Weg führte anschließend weiter in Richtung Wippertor. Da ich auf Grund von Augenleiden stark sehbehindert bin nutzte ich das Geländer der Treppe vor dem Ratskeller hinab um mich zu orientieren und auch eine zusätzliche Stütze zu haben. Meine Frau sagte mir noch am unteren Ende der Treppe: Pass auf das Telefon auf! Nun, die Umrisse der Standsäule mit dem Telefon konnte ich noch schemenhaft erkennen, dass da aber noch eine Glasscheibe kommen würde, konnte ich leider nicht erahnen.
Was soll ich sagen – es tat weh - also eine schmerzliche Erfahrung. Leider wird die Gefahr hier auch nicht durch den so genannten Blindenstock erfasst, da dieser taktil nur den Bereich vom Unterbauch abwärts bis zu den Füßen erfassen kann und in diesem Bereich Informationen an seinen Benutzer gibt. Was für den Rollstuhlfahrer von Vorteil ist, dass er diese Telefon-Anlage barrierefrei unterfahren kann, erweist sich für andere als ein nicht unerheblicher Nachteil.
Sicher bin ich nicht der Einzige in der Stadt, der Seheinschränkungen hat, aber ich denke, so wie das Teil dort da steht stellt es nicht nur eine Gefahr für mich dar. An den Glasscheiben der Bushaltestellenhäuschen waren zumeist schwarze Vogel-Attrappen aufgeklebt um die Vögel und sicher auch schlechter Sehende zumindest zu warnen können. So etwas konnten wir hier an dem Telefon nicht entdecken – sehr schade. Sicher ließe sich hier ohne viel Aufwand ganz schnell und vor allem unbürokratisch Abhilfe schaffen – hoffe sicher nicht nur ich zumindest.
Vermutlich stellt dieses Hindernis in Form der Seitenscheibe der Telefonzelle auch bei tiefstehender Sonneneinstrahlung eine Herausforderung dar und wird vermutlich auch nicht wahrgenommen. Könnte man mal überprüfen. Ich denke mal, dass dies auch nicht die einzige Telefonzelle dieser Bauart nicht nur im Stadtgebiet ist?! Dann wäre möglicherweise auch mit der gleichen Problematik zu rechnen.
Hier wurde auch nicht an die Barrierefreiheit auch am Treppenzugang gedacht, wenn z. B. Sehbehinderte aus Richtung Wippertor kommend die Treppe zum Rathaus hinauf wollen. Das wäre sicher anders und vor allem besser lösbar gewesen. Sollte man hier nicht ganz schlicht und ergreifend auch an die ältere Generation denken, die nun mal auch mit eingeschränkter Mobilität und nachlassendem Sehvermögen zu tun hat und sich sicher auch darüber freuen wird, wenn man eine Treppe mit Geländer (Handlauf) nutzen könnte ohne davor oder dahinter fast unerwartet auf Hindernisse zu stoßen?!
Hier offenbart sich aber sicher auch ein grundlegendes Problem. Egal ob Stadtverwaltung oder Landratsamt mit Bauamt, vielleicht sollte man auch mal an andere Behindertengruppen denken. Es gibt nicht nur Rollstuhlfahrer. Es gibt genug Interessenvertretungen, angefangen vom Behindertenverband über den Blinden- und Sehbehindertenverband bis zu Seniorenbeiräten um nur einige stellvertretend zu nennen. Hier hat man kompetente Ansprechpartner die am ehesten die Alltagsprobleme kennen und erkennen.
Oft lassen sich sprichwörtlich mit Kleinigkeiten Probleme entschärfen oder bereits in der Projektierungsphase, also noch weit vor einem Baubeginn, mit entsprechenden Hinweisen ganz vermeiden. Aber noch einmal zurück zu den Rollstuhlfahrern. Auch diese haben so ihre Probleme. Das Problem einer möglichen Barrierefreiheit im Rathaus selbst scheint auch eine sehr harte Nuss zu sein. Ich möchte da auch gar nicht weiter auf das inzwischen leidige Thema Geolift am Kyffhäuser-Denkmal denken (habe dazu schon vorher Beiträge geschrieben).
Ist ja nun auch beschlossene Sache geworden mit dem 4,2 Millionen teuren Geolift (falls es bei den tatsächlichen Baukosten auch dabei bleiben sollte). Ein Schelm wer bei solchen öffentlichen Bauvorhaben an explosionsartige Expansion von den dann tatsächlichen Baukosten denkt. Aber der Bürger und Steuerzahler sollte auch hier wachsam sein. Aber das Problem der Barrierefreiheit auf dem Kyffhäuser-Denkmal selbst ist damit nach wie vor nicht gelöst.
Also egal wo Sie unterwegs sind, bleiben sie aufmerksam und wachsam und rechnen Sie gegebenenfalls auch mal mit etwas Unerwartetem, aber hoffentlich ohne Unfälle, Blessuren oder Verletzungen.
T. Leipold
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

