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Kommunalpolitik

Gedenken an Pogromnacht

Montag, 09. November 2015, 13:25 Uhr
Mit Kranzniederlegungen wurde heute auch im Kyffhäuserkreis an die Pogromnacht vor 77 Jahren gedacht. In Sondershausen war kn dabei...

Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

In der Pogromnacht vom 09. November zum 10. November waren vor 77 Jahren zahlreiche Synagogen und Geschäfte jüdischer Händler zerstört. Auch in Sondershausen gab es solche Zerstörungen.

Auf dem jüdischen Friedhof in Sondershausen gedachten zahlreiche Sonderhäuser an dieses beschämende Datum in der deutschen Geschichte, so auch der Bürgermeister von Sondershausen, Joachim Kreyer (CDU), Landtagsmitglied Manfred Scherer (CDU) und Landrätin Antje Hochwind (SPD).

Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Zwei 12. Klassen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Sondershausen, begleitet von Geschichtslehrer Michael Scharschuch, hatte so eine Geschichtsstunde der besonderen Art bekommen. An der Kranzniederlegung hatten Sondershäuser aus allen gesellschaftlichen Bereichen teilgenommen, so Michael Bornschein Superintendent im Ruhestand und Pfarrer Günter Albrecht.

Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

In einer Ansprache erinnerte Kreyer an den geschichtsträchtigen 9. November, ob Ausruf der Republik durch Scheidemann, den Fall der Mauer und der Reichskristallnacht 1938. Judenhass im Altertum war nicht neu, aber der Judenhass der Neuzeit sei eindeutig rassistisch geprägt, so Kreyer.

Kreyer erinnerte, dass allein in der Reichskristallnacht 400 Tote zu beklagen waren, 1.400 Synagogen zerstört wurden und zahlreiche Geschäfte in Flammen aufgingen.Durch die Bevölkerung gab es keinen Aufschrei, so Kreyer, und das war der Startsignal für die Judenverfolgung in ganz Europa.

Auf die aktuelle Situation eingehend sagte Kreyer, Anzünden von Asylunterkünften steht an der Schwelle der Reichskristallnacht. Die Gewaltspirale von 1938 darf sich nicht wiederholen. Das Böse sei immer stark, wenn sich das Gute wegduckt, so Kreyer abschließend.

Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Gedenken an Pogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Zusammen mit der Direktorin des Schlossmuseums, Christa Hirschler, legte Kreyer ein Gebinde nieder.
Auch Landrätin Hochwind, der Schulleiter Ingo Woythe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit Schülern und eine Abordnung der Linke Kyffhäuserkreis legten Blumen nieder.


Im Vorfeld der zentralen Gedenkveranstaltung in Erfurt sagte Landtagspräsident Christian Carius

„Die Tötung unschuldiger Menschen und die Zerstörung von Synagogen, Wohnungen und Geschäften brachten im Jahr 1938 eine bis dahin ungekannte Gewaltdimension hervor, die nicht erst an jenem Tag ihren Anfang nahm. Die Rassenideologie der NS-Diktatur bereitete den Boden dafür, dass viele Deutsche während des Novemberpogroms zu Mittätern wurden.

Wegschauen darf auch heute kein Handlungsmuster sein. Wir müssen uns Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit offen entgegenstellen und für die demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft einstehen. Der Kampf gegen jede Form der Herabwürdigung von Menschen ist für alle bekennenden Demokraten eine dauerhafte Verpflichtung“, so Carius weiter.
Autor: khh

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