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Sturm, Starkregen Blitzschlag, Hagel, Tornado

Unwetter-Rückblick (2)

Samstag, 12. Dezember 2015, 09:09 Uhr
Auch im vergangenen Jahr traten deutschlandweit viele Unwetter auf, die durch Ihre Auswirkungen - vor allem Sturm, Starkniederschläge, Blitzschlag, Hagel oder Tornados - direkt oder indirekt zahlreiche Menschenleben forderten. Generell führen Unwetter zu empfindlichen Störungen der Infrastruktur, mit teilweise beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schäden...

Januar 2015

Schnee- und Graupelschauer in Mecklenburg-Vorpommern und Blitzeis im Vogelsberg führten am 2. zu zahlreichen Glätteunfällen, bei denen auf der A20 nahe Rostock eine junge Frau ums Leben kam. Tauwetter führte am 3. zu Hochwasser in Teilen Baden-Württembergs sowie Bayerns.

Vielerorts traten Bäche über die Ufer, Straßen und Keller wurden überflutet. Geröll, Schotter und Schlamm blockierten u. a. die Schwarzwaldhochstraße. Im Kreis Freudenstadt wurde die B28 halbseitig gesperrt, nachdem ein 100 m langes Schnee-brett auf die Fahrbahn gerutscht war. Schnee- und Eisglätte sorgten vom 3. bis zum 5. für zahlreiche Unfälle. Bei Ellerndorf (Kr. Uelzen) zum Beispiel kam ein Mann ums Leben, nachdem er mit seinem PKW gegen einen Baum geprallt war. Ebenfalls tödlich endete ein Unfall bei Detern (Kr. Leer), bei dem eine Frau mit einem LKW kollidierte. Am 7. kam es nach Niederschlägen zu einem Hangrutsch bei Linz am Rhein, infolge dessen ein Haus später abgerissen werden musste.

Am 9. und 10. verursachten die Sturmtiefs „Elon“ und „Felix“ neben umgestürzten Bäumen, abgedeckten Dächern und Unfällen bei Starkregen, Hagel- und Graupelschauern u. a. folgende Schäden: In Nord-deutschland kam es zu Zugsausfällen, nachdem Bäume Strecken blockierten und Oberleitungen beschädigten. Der „Syltshuttle“ stellte seinen Betrieb ein und
Hamburg war zeitweise vom Fernverkehr abgeschnitten. In Fuhlsbüttel und Berlin entgleiste eine Hoch- bzw. S-Bahn, als sie gegen umgestürzte Bäume fuhren. Der Fährverkehr zu den Nordseeinseln und Halligen wurde eingeschränkt oder komplett eingestellt. Im Duisburger Rheinhafen drückte der Wind ein Containerschiff in Richtung des Bootsanlegers der Wasserschutzpolizei - beim Gegenlenken entstanden so große Wellen, dass 2 Polizeiboote mit dem Anleger kollidierten. In Rheinland-Pfalz mussten wegen Windböen Autobahnen gesperrt werden.

Ein junger Mann kam ums Leben, nachdem sein Fahrzeug bei Starkregen und Wind nahe der Porta Westfalica ins Schleudern geriet und gegen einen Baum prallte. Böen bliesen beim hessischen Niederaula Autos von den Fahrbahnen. Auf Sylt kam es auf einer Länge von 500 m zu Abbrüchen an den Randdünen, bei Janneby (SH) kippte ein 160 Tonnen schwerer und 100 m hoher Kran um. In Hamburg stürzte ein Baum auf einem Schulhof um und verletzte zwei Schülerinnen schwer. Im Berliner Fernsehturm konnten die Fahrstühle wegen starker Turmschwankungen nicht mehr fahren und in Prenzlau wurde eine Schule evakuiert, nachdem der Sturm das Dach fortgerissen hatte. Starke Schneefälle und Eisglätte sorgten am 24. und 25. vor allem im Westen und Norden Deutschlands für zahlreiche Unfälle, mit Schwerverletzen und querstehende LKWs, die Staus verursachten. Bei Sittensen (NS) kamen zwei Personen ums Leben als sich ihr Fahrzeug mehrfach überschlug.

Auf den Flughäfen Düsseldorf, Köln-Bonn und Frankfurt/Main wurde der Betrieb zeitweise einstellt, da Nassschnee die Räumarbeiten behinderte. Auch im Bahnverkehr kam es zu Behinderungen, da nicht alle Weichen beheizt waren. Auch vom 29. bis 31. sorgten Schneefälle, Schneeverwehungen und Eisglätte für zahlreiche Unfälle, lange Staus und umgestürzte Bäume: So verunglückte am 29. bei Hilter (Kr. Osnabrück) eine 43-jährige tödlich, als sie gerade einem durch einen Unfall verletzten Mann helfen wollte und ein weiterer Fahrer an gleicher Stelle die Leitplanke durchbrach und die Frau erfasste. Bei Soest (NRW) kam eine Frau ums Leben, nachdem ihr Fahrzeug schleuderte und gegen einen Baum prallte. Am 30. kam es am Feldberg im Schwarzwald zu zwei Lawinenabgängen, bei denen zwei Personen unter den Schneemassen begraben wurden und starben.

Hagel wurde im Januar in folgenden Gebieten beobachtet: am 9. in Seehausen, Berlin und Lindenberg, am 10. in Hamburg und Chemnitz, am 11. in Cuxhaven, Lindenberg und Zinnwald-Georgenfeld, am 14. örtlich
im Westen Nordrhein-Westfalens, am 28. und 29. in St. Peter Ording und am 30. am Bodensee.
Autor: red

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