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Kommunalpolitik

Ausländerschwemme im Kyffhäuserkreis?

Freitag, 18. Dezember 2015, 15:41 Uhr
Ob das wirklich so ist? Bei einem Medientreffen informierte Landrätin Antje Hochwind (SPD) über einige aktuelle Probleme. Hier die ersten Informationen…

Es ist zur Tradition geworden, dass die Landrätin zum Jahresende die Medien zu einem Gespräch einlädt. Bei einer Tasse Kaffee wurden nochmals aktuelle Probleme angesprochen und auch, wie klappt es mit der Zusammenarbeit.

Ein Schwerpunkt natürlich das Thema Flüchtlinge und auch weitere Ausländer. Glaubt man manchen Facebook – Einträgen, wird der Kyffhäuserkreis von Ausländern überrannt. Wie sehen die aktuellen Zahlen aus?

Im Kyffhäuserkreis befinden sich aktuell 2.244 Ausländer aus 82 verschiedenen Ländern fast aller Kontinente. Das entspricht einem Ausländeranteil von 2,8 Prozent. Flüchtlinge davon sind 1.172 Flüchtlinge, was in etwa 1,5 Prozent Anteil im Kyffhäuserkreis ausmacht. Soll das eine Schwemme sein?

Hier einige Beispielzahlen der Ausländer insgesamt, unabhängig vom Flüchtlingsstatus oder ob es EU-Bürger sind:
Syrien 550, Afghanistan 137, Eritrea 79, Bulgarien 67, Irak 122, Kosovo 77, Niederlande 20 Rumänien 70 und Russland 105.

In den letzten drei Monaten sind keine Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Ländern in den Landkreis gekommen. Erwartet werden aber noch Flüchtlinge aus Pakistan.

Von rund 350 Flüchtlingen, die im Januar im Kyffhäuserkreis anwesend waren, ist die Zahl auf aktuell die 1.172 Flüchtlinge angestiegen. Übrigens kamen im Januar nur 6 Flüchtlinge an, im stärksten Monat September waren es 221 Flüchtlinge.

Bei den Flüchtlingen gibt es 186 bereits anerkannte Flüchtlinge, die aus Syrien, Eritrea und Afghanistan kommen. Mit 166 von ihnen wurden Gespräche geführt, ob sie hier im Kreisbleiben wollen. Nur fünf wollen im Kreis bleiben, wovon drei bereits eine feste Arbeit haben und normal in die Sozialkassen einzahlen, darunter ein Radiologe in einem Krankenhaus. Bei zwei Personen, die bei einem Praktikum bei der Firma Isoplus waren, haben sich bereiterklärt, eine Ausbildung zu starten, was derzeit geprüft wird.

Wie sieht es mit Rückführung von Personen aus, die keinen Flüchtlingsstatus erhalten werden? Noch 163 müssen zurückgeführt werde, die jedoch wegen der verschiedenen Umstände (Krankheit, Schwangerschaft usw.) nicht zurückgeführt werden können. Familien werden bei der Rückführung nicht getrennt.
Nach Gesprächen sind 63 nicht anerkannte Flüchtlinge freiwillig ausgereist, so die Ausländerbeauftragte des Landratsamts Romy Schröter, die im Auftrag der Landrätin die Zahlen vortrug.

Eingetroffen sind die ersten minderjährigen unbegleitete Flüchtlinge im Kreis. Zwei sind bereits da und insgesamt 11 sollen im Wilhelmsstift Bad Frankenhausen untergebracht werden. Weitere 10 unbegleitete Flüchtlingskinder werden voraussichtlich noch kommen und werden wahrscheinlich in Artern untergebracht.

Wie es bei der Unterbringung der Flüchtlinge im Kreis aussehen wird, berichtet kn in einem gesonderten Beitrag.
Autor: khh

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