kyffhaeuser-nachrichten.de
Thüringer Außenhandel bleibt weiter auf Erfolgskurs

Exportbilanz 2015: neuer Rekordwert erwartet

Freitag, 18. Dezember 2015, 16:45 Uhr
Wirtschaftliche Turbulenzen in China und Russland, weltweite Krisenherde oder Terrorgefahr bestimmten 2015 das Umfeld für die exportorientierten Unternehmen in Thüringen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich der Außenhandel im Freistaat aber als überaus robust erwiesen und kann eine positive Jahresbilanz präsentieren...


Vorläufigen Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zufolge, dürften die Exporte 2015 mit mehr als 13 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert erreichen.

„Angesichts der zahlreichen außenwirtschaftlichen Probleme war zu befürchten, dass die Thüringer Ausfuhren eine langsamere Gangart einschlagen. Umso erfreulicher ist die bisherige Entwicklung zu bewerten“, erklärt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Immerhin wäre der Export in den ersten neun Monaten 2015 um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. So sei zu erwarten, dass in der Jahresendabrechnung erstmals die 13-Milliarden-Euro-Marke geknackt werde.

„Die guten Zahlen sind zum einen auf den günstigen Eurokurs zurückzuführen, zum anderen hat die konjunkturelle Entwicklung wichtiger Thüringer Handelspartner – wie der USA – positive Auswirkungen auf den Export“, informiert der IHK-Chef. Erfreulich hätten sich insbesondere die Warenlieferungen in Länder außerhalb der Euro-Zone entwickelt. „Allen voran kann Ungarn mit zweistelligen Zuwachsraten glänzen. Um rund 23 Prozent

erhöhten sich die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr. Inzwischen gehen rund acht Prozent aller Thüringer Exporte in das Land am Balaton“, berichtet Grusser. Ungarn konnte damit die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen und sich inzwischen an die Spitze der Exportländerstatistik des Freistaats setzen. Und auch der Zweitplatzierte – die USA – stünde immer mehr im Blick der Thüringer Betriebe. So wären die Ausfuhren nach Amerika um rund zehn Prozent gestiegen.

„Dagegen bereiten die Sanktionen gegen Russland den Thüringer Mittelständlern immer mehr Sorgen und beeinflussen den Außenhandel negativ. Für 2015 müssen wir unter dem Strich mit einem Rückgang der Exporte nach Russland von rund 35 Prozent rechnen“, stellt Grusser fest. So verliere der ehemals traditionelle Geschäftspartner für die regionalen Unternehmen weiter an Bedeutung: Der Anteil der Ausfuhren nach Russland an den gesamten Warenlieferungen betrage nur noch 1,7 Prozent.

„Vorausgesetzt die derzeitige Situation in den Krisengebieten spitzt sich nicht weiter zu und die konjunkturelle Erholung der Euro-Staaten setzt sich fort, dürfen wir für 2016 durchaus mit einem weiteren Anstieg der Exporte rechnen“, zeigt sich der IHK-Chef zuversichtlich.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de