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Sturm, Starkregen Blitzschlag, Hagel, Tornado

Unwetter-Rückblick (7)

Freitag, 18. Dezember 2015, 19:33 Uhr
Auch im vergangenen Jahr traten deutschlandweit viele Unwetter auf, die durch Ihre Auswirkungen - vor allem Sturm, Starkniederschläge, Blitzschlag, Hagel oder Tornados - direkt oder indirekt zahlreiche Menschenleben forderten. Generell führen Unwetter zu empfindlichen Störungen der Infrastruktur, mit teilweise beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schäden...

Juni 2015

In der Nacht zum 6., am 6. und in der Folgenacht führten Gewitter mit Starkregen u. a. zu folgenden Schäden: Das Musikfestival „Rock am Ring“ in Mendig wurde unterbrochen, nachdem mehrere Blitze eingeschlagen waren - 33 Personen wurden dabei verletzt. Blitzschläge verursachten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und auf der Schwäbischen Alb einige Dachstuhlbrände, in Hessen brannte eine Scheune ab. In Bretten, bei Karlsruhe kam es zu überfluteten Straßen und Kellern. In der örtlichen Musikschule beispielsweise hinterließ eingedrungenes Regenwasser erhebliche Schäden an den Musikinstrumenten. An der B293 rutschte ein Hang ab. Auch in Wehr (Kr. Waldshut) kam es zu überfluteten Straßen und Kellern, ebenso in Schwäbisch Gmünd, wo sich mehrere Autos in mit Wasser und Schlamm gefluteten Unterführungen fest fuhren und Schlammlawinen Autofahrer einschlossen.

Am 8. war der Süden von Gewittern und Starkregen betroffen: In München beispielsweise wurden Unterführungen und Keller überflutet, Ampelanlagen fielen aus, Blitzschläge legten den S-Bahn-Verkehr lahm und am Flughafen wurde der Betrieb für eine knappe Stunde eingestellt. Blitzeinschläge etzten in Bayern und Baden-Württemberg mehrere Gebäude in Brand. Starkregen führte zu Überflutungen und nach einem Hangrutsch auf der A5 im Kreis Lörrach blockierte Geröll und Schlamm teilweise die Fahrbahn. Die Bahnstrecke zwischen Rheinweiler und Kleinkems wurde durch einen Hangrutsch unpassierbar – auf der angrenzenden Kreisstraße lag das Geröll teilweise bis zu 2 m hoch.

Gewitter mit Starkregen und Sturmböen verursachten am 12. in der Westhälfte und am 13. vor allem in der Osthälfte Deutschlands neben überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern u. a. folgende Schäden: Bei Brüggen (Kr. Viersen, NRW) wurden sechs Jugendliche in einem Zeltlager durch Blitzschlag verletzt. Bei Rüdesheim am Rhein mussten Ausflügler während eines Gewitters für eine halbe Stunde in offenen Seilbahngondeln ausharren, da schwere Sturmböen und Regen den Betrieb gestoppt hatten. Von den Weinbergen zwischen Rüdesheim und Assmannshausen ergossen sich Schlammlawinen auf die B42.

Auf dem Gelände der Bundesgartenschau im havelländischen Rathenow wurde ein Mann von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Gewitter mit örtlich enormen Regenmengen lösten am 14. im Süden neben Überschwemmungen auch mehrere Schlammlawinen aus. So wurden in der Wutachschlucht im Schwarzwald Wege und Brücken verschüttet und in Oberstdorf ein Wohngebiet verwüstet - die Bewohner mehrerer Häuser wurden evakuiert. Der Oybach bedecke das Gelände der Skisprungarena mit einer bis zu 10 m dicken Schlammschicht – gleichzeitig wurden an anderer Stelle Fundamente freigelegt.

Am 27. sorgten heftige Gewitter für Überschwemmungen und umgestürzte Bäume in Mainz, Darmstadt sowie in Franken. Auf der B505 nahe Bamberg geriet ein Autofahrer durch Aquaplaning auf die Gegenfahrbahn, dabei wurde der Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs lebensgefährlich verletzt.

Hagel wurde im Juni in folgenden Regionen beobachtet: Am 1. im niederbayerischen Riedenburg und auf der Zugspitze; am 5. in Nürburg-Barweiler; am 6. in Bretten bei Karlsruhe mit bis zu golfballgroßen Hagelkörner, in Wehr (Kr. Waldshut) verstopfte Hagel die Kanalisation, in Schwörstadt (Kr. Lörrach) verursachte Hagel mit einem Durchmesser bis 5 cm große Schäden an der Vegetation, Hagel auch auf der Zugspitze; am 7. an südlichem Oberrhein, Bodensee und erneut auf der Zugspitze; am 12. in Aachen-Orsbach, im Hunsrück, an der Nahe, in Bretzenheim bildete sich eine 25 cm hohe Hageldecke, und in Chemnitz; am 13. im Erzgebirge; am 14. im schwäbischen Meßkirch und in Konstanz (Korndurchmesser 2 cm); am 27. in Gera-Leumnitz, örtlich von Mainz bis Darmstadt, Mittelfranken und der Oberpfalz sowie von der Schwäbischen Alb bis zum Bodensee.

Tornado: Ein Tornado in Rathenow wirbelte am 13. in einer bis zu 100 m breiten und 500 m langen Schneise Dachteile und Steine durch die Luft und drehte Bäume ab. Am 22. wurde jeweils ein Tornado über der Meldorfer Bucht (SH) und über einem Feld bei Neßmersiel (Kr. Norden, NS) beobachtet. Am 27. wurde nordöstlich von Diespeck (Mittelfranken) ein Tornado gesichtet.
Autor: red

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