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Auch zum Weihnachtsgeschäft

Der Online-Handel boomt

Montag, 21. Dezember 2015, 12:15 Uhr
Immer mehr Verbraucher entscheiden sich auch zum Weihnachtsfest für den bequemen Einkauf per Mausklick – ein Trend, der dem Internethandel in den letzten Monaten zweistellige Zuwachsraten gebracht hat. Thüringen macht da keine Ausnahme...


Fast 42 Milliarden Euro sollen laut Hochrechnung des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) dieses Jahr in Deutschland im Netz umgesetzt werden, davon allein 11 Milliarden im Weihnachtsgeschäft.

„Für die gewachsenen Handelsstrukturen in den Städten und Gemeinden kann der Anstieg im Online-Handel allerdings auch drastische Auswirkungen haben“, warnt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Jeder im Netz ausgegebene Euro fehle in den Kassen der örtlichen Händler. In der Folge müssten viele Geschäfte kapitulieren.

Nach einer Analyse des Institutes für Handelsforschung in Köln wären allein in den nächsten fünf Jahren deutschlandweit rund 45.000 Ladengeschäfte gefährdet. Während die Entwicklung in den Ballungszentren noch relativ moderat verlaufe, müssten vor allem ländliche Regionen im Osten Deutschlands auf Grund des Bevölkerungsrückganges mit einem massiven Umbruch rechnen.

Mit dem Onlineversandhandel boomt auch der Lieferverkehr. Die Paketdienste erwarten bis zum Jahr 2017 einen Anstieg der Sendungen auf über 3,1 Milliarden pro Jahr. „Was gut ist für Anbieter, Kunden und Transportunternehmen, führt aber häufig zu Verkehrsproblemen, besonders in den Innenstädten“, so Grusser.

Verstopfte Straßen, fehlende Parkmöglichkeiten und Staus seien keine Seltenheit und stellten dann auch die Fuhrbetriebe vor Probleme: in vielen Innenstädten existierten inzwischen Zufahrtsbeschränkungen und eingeschränkte Anlieferzeiten. „Hier besteht dringender Optimierungsbedarf. Sinnvoll ist eine moderne City-Logistik, welche die Interessen des Handels und der Anwohner koordiniert“, fordert der IHK-Chef.

Möglichkeiten gebe es viele: von der Lieferung an einen Paketshop, über die Nutzung der Busspuren des öffentlichen Nahverkehrs auch für den elektrisch mobilen Paketversand bis hin zum Einsatz von „Drohnen“ zur Paketzustellung, mit denen bereits große Versandhändler und Paketdienste experimentieren.
Autor: red

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