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Kommunalpolitik

Stimmen zum Thema TGS Artern

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 00:44 Uhr
Im Kreistag ging es heute um den Antrag der Schulkonferenz der Regelschule Artern, sisch in eine Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS) zu wandeln. Das Ergebnis ist bekannt. Wie wurde im Kreistag diskutiert?. Beim ernsten Thema wurde auch geschmunzelt...

Das Ergebnis ist bekannt, Die TGS Artern kann kommen, das hatte kn bereits berichtet. Hier die Diskussion aus dem Kreistag.

Als erster Redner meldete der Fraktionsführer der "Linkspartei", Torsten Blümel zu Wort. Blümel betonte, Artern sei ein Mittelzentrum und das müsse erhalten werden. Artern hat schon kein Krankenhaus, dann brauchen wir hier aber wenigstens ein gymnasiale Ausbildung. Die Linke wird für die TGS stimmen.

Nächster Redner war Johannes Selle (CDU). Die CDU wollte schon bei der Entwicklung der Schulnetzplanung, dass Artern eine gymnasiale Ausbildung erhält, allerdings unter einem anderen Vorzeichen, wie Selle betonte.

Das die TGS gebildet wird, entspricht nicht der Schulnetzplanung, so Selle, das macht aber nichts, denn wir waren ja gegen diese Schulnetzplanung. Diese Äußerung sorgte für einiges Schmunzeln im Saal.

Dann wurde es wieder ernst. Selle betonte, wir müssen den ländlichen Raum entwickeln. Das Mittelzentrum Artern muss gestärkt werden, sonst könnte es Probleme bei der Anerkennung geben. Artern muss für Familien attraktiv gemacht werden, und dafür kann eine gymnasiale Ausbildung am Ort sorgen.

Selle forderte aber auch, dass sich der Lehrkörper entsprechende Voraussetzungen schafft. So könnte ein Schwerpunktthema die Berufsorientierung sein, wegen der Nähe des Berufsschulzentrums.

Arterns Bürgermeisterin Christine Zimmer (CDU) sprach sich klar für die TGS aus. In einer Stellungnahme bei kn hatte sie das schon betont: Thüringer Gemeinschaftsschule bis Klasse 12 in Artern.
Sie machte aber auch klar, wir stehen zum Kyffhäusergymnasium Bad Frankenhausen, auch wenn sich die Bausumme verdoppelt hat.

Uwe Vogt (SPD), der Vorsitzende des Bildungsausschusses, selbst früher als Lehrer tätig: Die TGS berührt. Er machte klar, die TGS ist eine Chance in die Zukunft zu schauen. Vogt betonte, die TGS ist gerade im ländlichen Raum wichtig und wir sollten diesen Weg begleiten. Artern sollte die Chance nutzen.

Etwas gespalten zeigte sich die SPD. Auf der einen Seite gab es viel Ja Stimmen für die TGS, die einzigen beiden Gegenstimmen kamen aber auch aus der SPD ( Matthias Strejc (Fraktionschef) und Steffen Sauerbier). Allerdings griffen beide nicht in die Diskussion ein.
Steffen Sauerbier noch im Kreisausschuss: Inhaltlich stehe ich hinter der TGS. Ich sehe aber auch, dass mit der Schaffung eines gymnasialen Standorts die Schulnetzplanung unterlaufen wird, denn dort war laut gültiger Schulnetzplanung kein gymnasialer Standort vorgesehen.

Das Nein zur TGS von Strejc und Sauerbier kommt natürlich nicht überraschend. Wenn in Artern die TGS startet, werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Schülerzahlen am Kyffhäusergymnasium sinken, auch wenn es nicht im schulgefährdenden Bereich liegen wird. Und auch Sauerbier hat im eigenen Ort noch die Klosterschule. Die Klosterschule Roßleben ist die älteste überkonfessionelle Privatschule mit Internat Deutschlands.
Autor: khh

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